29.01.2015 | Serie Planungsfachkonferenz 2014

Strategische Impulse konsequent in Planung und im Forecast thematisieren

Serienelemente
Ralf Klüwer, Bereichsleiter Strategie und Controlling bei der REWE Zentralfinanz e.G.
Bild: Horváth Akademie GmbH

In der REWE Group werden strategische Impulse konsequent in der Planung und im Forecast thematisiert und verfolgt. Ralf Klüwer stellte die Integration der Strategie in den Planungs- und Forecastprozessen vor. Schwerpunkte werden hierbei insbesondere auf das Zusammenspiel der Strategie und Planung, Detailanspruch in der Planung und dem schlankem Forecastprozess gesetzt.

Integration von Controlling und Strategie
In der traditionellen Aufgabenbeschreibung des Controllings werden unter anderen zwei Aufgaben beschrieben.

  1. Planung & Budgetierung mit den Aufgabengebieten Konzeption & Koordination, Beratung, Prüfung sowie der Bewertung der Entwicklung der Geschäftsfelder.
  2. Analyse- und Reportingaufgaben. Die Analyse und Interpretation von Abweichungen als auch deren Kommentierungen bilden, neben der Erstellung von Szenarien über die zukünftige Entwicklung, die Schwerpunkte.

Das Begleiten der Entwicklung strategischer Geschäftseinheiten innerhalb der REWE Group ist in der Vergangenheit als Wesensmerkmal der Strategie verstanden worden.

Eine getrennte Betrachtung beider Bereiche erfüllt aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr die heutigen Steuerungsanforderungen der REWE Group und erfordert eher eine stärkere Integration der Bereiche. Zusammenfassend können folgende Faktoren für die Integration der beiden Bereiche genannt werden:

  • Analyse- und Reportingfragestellungen der beiden Bereiche überlagern sich.
  • Es besteht eine hohe Abhängigkeit der Planungsprozesse untereinander.
  • Durch die Zusammenlegung werden beide Prozesse entlastet und besser abgestimmt.
  • Steuerungsrelevante Themen werden aus einer Hand betreut, somit wird ein abgestimmtes Meinungsbild für den Vorstand geschaffen.

 Auf Basis dieser Anforderungen wurden die beiden Bereiche „Controlling“ und „Strategie“ zum neuen Bereich „Corporate Development & Controlling“ zusammengelegt.

Steuerungsphilosophie – Eckpunkte für das zukünftige Handeln
Ein „lex generalis“, als integrative und föderative Maßgabe für die Steuerung der REWE Group, definiert den Detailanspruch für den Konzern. Im Weiteren wurden durch die Steuerungsphilosophie zusätzliche Eckpunkte für das zukünftige Handeln erarbeitet und in die Organisation eingebracht. Auszug aus der Steuerungsphilosophie:

  • Eine ergebnis- und wertorientierte Gesamtsteuerung fokussiert wesentliche Inhalte.
  • Eine kurz- und mittelfristige Ausrichtung unterstützt die Strategie sowie deren Integration.
  • Für die Steuerung werden nur entscheidungsrelevante Informationen genutzt.
  • Reporting- und Planungsprozesse fokussieren Informationen, die relevant für die Steuerung sind.
  • Für den Handlungsspielraum wurden Leitplanken für ein nachhaltiges und zielgerichtetes Agieren aufgestellt.

Eckwerteorientierung erlaubt Halbierung der Kennzahlenanzahl
Auf Basis dieser Eckwerte wurden die eingesetzten Kennzahlen erhoben und untersucht. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass sich unterschiedlich ausgeprägte Kennzahlen auf unterschiedlichen Steuerungsebenen in der Zielführung überschneiden. Durch die Eckwerte der Steuerungsphilosophie konnte die Anzahl der Kennzahlen halbiert werden.

Auszug aus den TOP-Kennzahlen:

  • EBITA, Nettoumsatz und Investition
  • ROCE und Free Cashflow
  • Umsatzpotenzialausschöpfung und CO2-Reduktion

Management Forecast – Kern eines schlanken Forecastprozesses
In der REWE Group wurde ein schlanker Forecastprozess, bestehend aus dem technischen Forecastprozess und dem Management Forecast, etabliert.

  1. Zielsetzung des technischen Forecast ist eine monatliche Einschätzung von Auswirkungen aktueller Entwicklungen für das ausstehende Geschäftsjahr. Hierbei werden Planwerte abgelaufener Monate durch Istdaten substituiert und durch Informationen über ungeplante Entwicklungen angereichert, ohne dezentrale Bereiche beteiligen zu müssen.
  2. Im Rahmen des Management Forecast bilden Interviews mit dem Management den Kern des Prozesses und unterstützen die unterjährige Positionsanalyse. Somit werden signifikante Einflüsse in ein realistisches Bild umgesetzt. Im Rahmen der Interviews werden im kleinen Kreis Updates und ergebnisrelevante Ereignisse abgefragt. Dieser Forecastprozess fokussiert die Managementstruktur auf der Geschäftsfeldebene und einer aggregierten Deckungsbeitragsrechnungsebene sowie den wesentlichen Werttreibern. Mit diesem Forecast werden Effekte integriert und zukünftige Maßnahmen thematisiert, um rechtzeitig die richtigen Steuerungsimpulse zu setzen.

Weiterentwicklung der Planung
Um Abstimmungsrunden zu reduzieren wird ein Target Setting in den Planungsprozess der REWE Group integriert. Über das Target Setting auf Konzernebene und einer Eckwerteplanung auf Geschäftsfeldebene werden frühzeitig die Erwartungen des Managements aufgenommen. Im Wesentlichen werden hierbei Ziele zwischen dem Management verhandelt, heruntergebrochen und ausgeplant. Der Detaillierungsgrad nimmt während des Prozesses stetig zu. Die Erarbeitung und Verabschiedung der Eckwerteplanung erfolgt zentral mit wenigen Vertretern und ist eher als Mischung eines Top-Down-Vorgehensmodells und einem Dialog zu verstehen.

Schlagworte zum Thema:  Planung, Forecast, Budgetierung, Horváth, Strategie

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