16.02.2017 | Serie Planungsfachkonferenz 2016

Optimierung der Konzernplanung eines regionalen Energieversorgers

Serienelemente
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Planung in Konzernen ist aufgrund der großen Anzahl von Beteiligten besonders langwierig. Als Schwerpunkte der Optimierung legte der Energieversorger ENTEGA vier Hebel im IT-Umfeld fest. Neben der Generierung von Vorschlagswerten und einer Workflowunterstützung standen konzerninterne Leistungsbeziehungen sowie eine detaillierte Szenarioplanung im Mittelpunkt der Projektreihe.

Ausgangssituation

Die ENTEGA gehört zu den größten Regionalversorgern in Deutschland, gleichzeitig ist sie einer der größten Anbieter klimaneutraler Energien in Deutschland. Die Optimierung der Konzernplanung erfolgte in einer Reihe von Einzelprojekten seit 2015. Die Projekte wurden gemeinsam von ENTEGA, COUNT+CARE, Braincourt und Horváth & Partners realisiert. Volker Gass (ENTEGA AG, rechts im Bild), Jörn Johenneken (Braincourt GmbH, links) und Dr. Matthias Emler (Horváth & Partner GmbH, Mitte) stellen die Vorgehensweise zur Optimierung der Konzernplanung vor.

Bestimmung der zentralen IT-Hebel zur optimierten Konzernplanung

Die Identifizierung der relevanten Stoßrichtungen bei der ENTEGA erfolgte vor dem Hintergrund etablierter IT-Hebel in Planung und Forecasting:

  1. Integrierte Simulation und treiberbasierte Szenariorechnung
  2. Integration Target Setting, operative Planung & Forecast
  3. Integration funktionaler Teilpläne
  4. Unterschiedliche Detail- und Aggregationslevel
  5. Automatische Vorschlagswerte und Plausibilisierung
  6. Workflowunterstützung, Kommentierung und Visualisierung
  7. Automatische Planung von Intercompany-Verrechnungen
  8. Währungsumrechnung und Wechselkurssimulation

Die anschließende gezielte Schwerpunktsetzung und Priorisierung diente der Erreichung konkreter Ziele bei der ENTEGA. Als Schwerpunkte wurden

  1. die Integration von Target Setting, operative Planung und Forecast,
  2. die Workflowunterstützung, Kommentierung und Visualisierung,
  3. die automatisierte Planung von Intercompany-Verrechnungen sowie
  4. die integrierte Simulation und Szenariorechnung

festgelegt.

Vier Planungsfunktionalitäten unterstützen den Konzernplanungsprozess

Die vorangegangene Schwerpunktsetzung bildete den Aufsatzpunkt für die Bestimmung der wesentlichen Planungsfunktionalitäten. Eine wesentliche Planungsfunktionalität bildet die Integration der Teilpläne von Einzelgesellschaften des Konzerns sowie Bereichen der ENTEGA AG als Konzernmutter.

Ein webbasiertes Workflow-Managememt mit zugehörigem Freigabeprozess und vollständigem Rollen- und Berechtigungsmodell strukturiert den Planungsprozess. Der Prozessverantwortliche bereitet den Planungsprozess zunächst vor (z.B. automatische Vorbefüllung der Erfassungsmasken und Öffnen des Workflows). Anschließend entstehen die Einzelpläne für Gesellschaften und Bereiche der ENTEGA AG. Die Einzelpläne werden zu einem ENTEGA Gesamtplan automatisch zusammengefügt, es ergibt sich zuletzt ein konsolidierter Konzernplan.

Die Zusammenführung zum Konzernplan erfolgt über mehrere Stufen und sieht eine integrierte Versionierung vor. Bevor ein konsolidierter Konzernplan entsteht, werden die Einzelpläne der Einzelgesellschaften, der ENTEGA AG-Bereiche und der ENTEGA AG zentral abgegeben und abgestimmt. Sofern diese final sind, werden sie konsolidiert.

Bei der Erfassung der konzerninternen Leistungsbeziehungen ist der Abstimmungsprozess weitgehend automatisiert.

  1. Zunächst werden Erträge und Forderungen vom Sender geplant.
  2. Diese werden in einem zweiten Schritt als Aufwände bzw. Verbindlichkeiten automatisiert gespiegelt und durch den Empfänger freigegen oder zurückgegeben.

Simulationsansatz des ENTEGA Szenarioplaners über drei Planungsmappen

  1.  In der 1. Mappe werden die Basisszenarien erfasst, die mögliche Entwicklungen des Geschäfts ohne das Ergreifen von Maßnahmen abbilden. Diese bestehen aus einem Best Case, Mid Case und Worst Case, jeweils auf Ebene der Einzelgesellschaften und des Konzerns.
  2. Maßnahmen werden in der 2. Mappe erfasst und je Basisszenario auf „aktiv“ bzw. „inaktiv“ gesetzt.
  3. In der 3. Mappe werden Simulationsberichte bereitgestellt. Die Berichte entsprechen den drei Basisszenarien, ergänzt um die Effekte aus den Maßnahmen.

Das Unternehmen

Der ENTEGA Konzern beliefert 600.000 Kunden mit Strom und Gas. Die Geschäftsfelder decken die gesamte Wertschöpfungskette der Energieversorgung ab. Neben der Erzeugung, der Netze, dem Handel und dem Vertrieb bietet die ENTEGA auch eine öffentlich-rechtliche Betriebsführung (u.a. Trinkwasserversorgung, Abwasserreinigung, Biomasseverwertung).

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Schlagworte zum Thema:  Horváth & Partners, Planung, Horváth, Best Practices

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