16.08.2016 | Serie Fachkonferenz Reporting 2016

SAP Digital Boardroom liefert Informationen für Management Meetings nach Bedarf und in Echtzeit

Serienelemente
Dr. Jürgen Hagedorn, Vice President Analytics Product Management bei der SAP SE, zeigt die Flexibilität des SAP Digital Boardrooms.
Bild: Horváth Akademie GmbH

Mit klassischen Berichten lassen sich spontane Fragen in Management Meetings oft nicht beantworten. Im SAP Digital Boardroom dagegen können Kennzahlen und andere relevante Aspekte nahezu beliebig per Drill-Down vertieft werden. Für den erfolgreichen Einsatz sind neben der Technik aber weitere Voraussetzungen zu erfüllen.

S/4 HANA als Innovationsbasis

Mit der auf In-Memory-Technologie basierenden Plattform SAP HANA reagierte SAP auf die zunehmende Digitalisierung von Geschäftsprozessen und bietet für Unternehmen eine Lösung zur Verarbeitung großer Datenmengen. HANA ist die Basis für die neue Business Suite S/4 HANA und ist gleichzeitig die Grundlage für eine weitere Innovation, mit der die SAP nicht weniger als eine Revolutionierung der Berichts- und Entscheidungsprozesse in den Führungsetagen von Unternehmen anstrebt: der SAP Digital Boardroom. Mittels Großbildschirmen und Zugriff auf ein Testsystem von SAP konnte SAP-Experte Dr. Jürgen Hagedorn die Teilnehmer live auf Basis von Echtdaten durch die Funktionalitäten des SAP Digital Boardroom führen.

Maximale Transparenz und Ad-hoc-Beantwortung von Fragen

Der SAP Digital Boardroom wird bereits heute von der SAP selbst aktiv für Board-Meetings genutzt. Der Ausgangspunkt für die Entwicklung war die Unzufriedenheit des Managements mit den bisherigen standardisierten Berichtsmappen. Mit diesen war es in aller Regel nicht möglich, spontane Fragen des Vorstands angemessen zu beantworten. Erforderliche Informationen mussten erst aufbereitet werden, wodurch die Fähigkeit des Managements, zeitnah fundierte Entscheidungen treffen zu können, erheblich eingeschränkt wurde. Der SAP Digital Boardroom wendet sich von der Praxis standardisierter Berichtsmappen ab und verspricht dadurch, die Entscheidungsmöglichkeiten des Vorstands signifikant zu verbessern.

Der Digital Boardroom veranschaulicht, angelehnt an eine Balanced Scorecard-Logik, alle KPIs in verschiedenen Sichten. Die Bedienung erfolgt per Touchscreen. Durch Anklicken einer Grafik öffnet sich ein neues Fenster mit vertiefenden Informationen, wodurch eine flexible Navigation durch die verschiedenen Sichten der Unternehmensperformance ermöglicht wird. Da eine direkte Anbindung an HANA existiert und deshalb alle Auswertungen auf Einzelposten basieren, können relevante Aspekte nahezu beliebig per Drill-Down vertieft werden. Wo gewünscht lassen sich Berichte zudem als Echtzeit-Auswertung konfigurieren. Neben internen Daten bietet der Digital Boardroom die Möglichkeit, auch externe Daten einzubeziehen. Für die Darstellung der Informationen werden unterschiedliche Formen der Visualisierung genutzt. Beispielsweise zeigte Dr. Hagedorn den Teilnehmern eine räumliche Visualisierung, bei der die regionale Verteilung sogenannter Leads dargestellt wurde. Auf der Landkarte konnte in beliebige Regionen hineingezoomt werden. Durch Anklicken der Punkte auf der Landkarte wurden zudem zusätzliche Informationen zu den Leads angezeigt.

Vielzahl von Funktionalitäten für eine maximale Informationsversorgung

Das freie Navigieren durch die verschiedenen Auswertungen ermöglicht eine ganz neue Form der User Experience, auch in puncto einfacher Bedienung. Beispielsweise gibt es die Möglichkeit, Stories vorzudefinieren. In Stories lassen sich für einzelne Themen relevante Auswertungen zusammenfassen und damit kritische Sachverhalte oder einzelne Agendapunkte übersichtlich darstellen. Auf diese Weise können mit Stories auch Board-Meetings strukturiert werden.

Wie Dr. Jürgen Hagedorn veranschaulichte, ist der Digital Boardroom nicht nur ein Reporting Tool, sondern stellt darüber hinaus verschiedene Analysewerkzeuge zu Verfügung. Beispielsweise können Werttreiberbäume modelliert werden, die ad-hoc eine Simulation der Veränderung unterschiedlicher Treibergrößen auf Spitzenkennzahlen (z. B. Umsätze, Marge) erlauben. Zudem werden Prognosemodelle und Data Mining-Verfahren zur Verfügung gestellt, wodurch zusätzliche Informationen generiert werden können.

Eine mobile, tablet-fähige Variante, die auf der gleichen Philosophie aufbaut, sich aufgrund der Größe jedoch im Erscheinungsbild unterscheiden wird, ist derzeit in Entwicklung.

Verankerung in der Unternehmenspraxis

Neuerungen und Veränderungen werfen jedoch auch immer Fragen hinsichtlich Relevanz, Nutzen und Umsetzbarkeit auf, wie in der abschließenden Diskussionsrunde sehr deutlich wurde. Die Teilnehmer beschäftigten vor allem Fragen wie:

  • Ist der Vorstand überhaupt der richtige Adressat, um sich durch Auswertungen zu klicken?
  • Ist eine Echtzeit-Aktualisierung von Auswertungen tatsächlich so vorteilhaft?
  • Besteht nicht die Gefahr eines Information Overload?

Neben den ganz praktischen Fragen, wie ein Digital Boardroom am besten in die Berichts- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden kann, stellt insbesondere die Bereitschaft zur Veränderung eine große Herausforderung dar. Dr. Hagedorn hob hervor, dass die Verankerung eines Digital Boardrooms eben nicht nur einer technischen Implementierung, sondern auch eines Kulturwandels in den Führungsetagen der Unternehmen bedarf.

Der Referent

Dr. Jürgen Hagedorn leitet als Vice President den Bereich Analytics Product Management für die SAP SE in den Regionen APJ und EMEA. Sein Team ist verantwortlich für SAP-Business-Intelligence-Produkte und Enterprise-Data-Warehousing-Lösungen. Darüber hinaus entwickelt Dr. Hagedorn mit seinem Team zusammen mit Kunden neue Wege, wie die SAP Analyse-Plattform wirksam eingesetzt werden kann. Im Jahr 1996 begann seine Karriere bei SAP als Entwickler für R/3 Financials. Anschließend war Dr. Hagedorn in mehreren Führungspositionen für Anwendungs- und Plattformentwicklung bei SAP und SAP Business Objects verantwortlich.

Kurzvorstellung SAP SE

Die SAP SE ist der nach Umsatz größte europäische (und außeramerikanische) und weltweit viert-größte Softwarehersteller. Der Tätigkeitsschwerpunkt der SAP SE mit ihren fast 78.000 Mitarbeitern ist die Entwicklung von Software zur Abwicklung sämtlicher Geschäftsprozesse eines Unternehmens. Weltweit nutzen über 310.000 Kunden die Anwendungen und Dienstleistungen von SAP.

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Schlagworte zum Thema:  Reporting, SAP, Kennzahl, Visualisierung, Unternehmenssteuerung, Digitalisierung, Big Data

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