09.08.2016 | Serie Fachkonferenz Reporting 2016

Strategieorientiertes Reporting in zeitgemäßer Optik und Bedienbarkeit

Serienelemente
Strategieorientiertes Reporting bei der Hannover Re
Bild: Horváth Akademie GmbH

Die Umsetzung der Gesamtstrategie und der Beiträge einzelner Geschäftseinheiten sollte bei der Hannover Re durch ein adäquates Reporting unterstützt werden. Dazu haben Controlling und Strategieabteilung beide Themen in einem Prozess verzahnt. Gleichzeitig wurden Gestaltung und Zugriffsmöglichkeiten der Berichte auf einen zeitgemäßen Stand gebracht.

Bei der Hannover Re fallen Strategieabteilung und Controllingabteilung unter die Verantwortung des CEOs. Daher besteht eine besondere Motivation, die Themengebiete beider Bereiche möglichst gut aufeinander abzustimmen und zu harmonisieren. Hieraus entstand auch das Ziel, die Themen „Strategie“ und „Reporting“ nicht losgelöst voneinander zu betrachten, sondern unter dem Schlagwort „strategieorientiertes Reporting“ als einen end-to-end Prozess zu verzahnen. Anspruch war es, die entwickelte Gesamtstrategie und die daraus abgeleiteten Beiträge der einzelnen Geschäftseinheiten auch durch ein adäquates Reporting zu unterstützen. Nur so könne, wie Dr. Sven Heinrich, Leiter Konzerncontrolling bei Hannover Re zeigte, die Entwicklung der strategischen Beiträge und damit das Erreichen der Strategie gemessen und gesteuert werden.

Integration von Strategie- und Planungsprozess

Die Konzernstrategie wird bei der Hannover Rück SE (Hannover Re) alle drei Jahre überarbeitet, eine Überprüfung dieser Strategie findet jährlich statt (s. Abb. 1 in der Bilderserie).

  • Im ersten Schritt werden zehn strategische Grundsätze definiert. Diese sind aufgrund der unterschiedlichen dezentralen Geschäftsmodelle eher allgemein gehalten.
  • Im zweiten Schritt werden diese strategischen Grundsätze im sog. „Strategy Guide“ weiter ausdetailliert.
  • Aus den Konzernzielen werden in einer „Target Matrix“ einzelne Ziele für die Business Center (BC) und Service Center (SC) der Hannover Re abgeleitet. Hierbei handelt sich jedoch nur um Orientierungsgrößen − konkrete Zielvorgaben sind nicht Teil des Strategieprozesses, um „politische“ Budgetdiskussionen zu vermeiden.
  • Der Strategieprozess endet damit, dass die einzelnen Center ihre Beiträge zu der Konzernstrategie formulieren und diese als Grundlage für die Planung dienen. Letztere dient dem Management als eine Art Realitätscheck der in der Strategierunde definierten Messgrößen.

Strategie-Reporting mit iPad -Kompatibilität

Wie erwähnt, werden „Strategie“ und „Reporting“ bei der Hannover Rück SE als end-to-end Prozess verstanden. Das heißt, die Entwicklung der im Strategieprozess verabschiedeten Strategiebeiträge muss über das Geschäftsjahr fortlaufend kontrolliert werden. Dies ermöglicht eine frühzeitige Definition von Maßnahmen im Falle einer Abweichung. Zu diesem Zweck beginnt jeder Report mit drei prägnanten Headlines, die die zentralen Botschaften des Berichts enthalten.

Der strategische Teil enthält die in den Strategiebeiträgen der einzelnen Center hinterlegten Messgrößen. Zudem wird in drei Spalten übersichtlich gegenübergestellt,

  • was in der Planung verabschiedet wurde,
  • wie sich die aktuelle Situation im IST darstellt und
  • zuletzt ein Ausblick der Entwicklung für das laufende Geschäftsjahr gegeben.

Durch Kommentierungen werden dem Management zusätzlich Hintergrundinformationen gegeben.

Um die Berichtsinhalte so intuitiv wie möglich zu gestalten und die Lesbarkeit zu verbessern, setzt man bei der Hannover Re auf ein an Hichert orientiertes Layout und Designelemente, wie z. B. Wettersymbole. Berichte sind zudem Mobile-Reporting-optimiert und können vom Management jederzeit und überall auf dem iPad analysiert werden (s. Abb. 2 in der Bilderserie).

Self-Service-Portal ermöglicht Empfängern bequemes Abrufen von Berichten

Bei der Hannover Re werden Berichte nicht mehr wie gewöhnlich durch das Controlling an die einzelnen Berichtsempfänger versandt. Vielmehr können alle Berichte über ein zentrales Onlineportal von den Berichtsempfängern per Self-Service abgerufen werden. Dadurch entfallen aufwandsintensive Aktivitäten für Erstellung und Versand eines sonst benötigten Gesamtberichts. Dies, so Dr. Heinrich, habe die Prozesse im Controlling deutlich entlastet und die frei gewordenen Ressourcen können für Business-Partner-Tätigkeiten eingesetzt werden.

Kurzvorstellung Hannover Rück SE

Die Hannover Rück SE ist eine börsennotierte Rückversicherungsgesellschaft mit Hauptsitz in Hannover. Mit einem Prämienvolumen von ca. 17 Mrd. EUR ist das Unternehmen einer der führenden Rückversicherer der Welt. Die Hannover Rück SE ist mit ca. 2600 Mitarbeitern auf sämtlichen Kontinenten vertreten und betreibt alle Sparten der Schaden- und Personen-Rückversicherung.

Hier geht's zur Bilderserie "Strategieorientiertes Reporting bei der Hannover Re"

Schlagworte zum Thema:  Strategie, Reporting, Visualisierung, Unternehmenssteuerung, Digitalisierung, Big Data

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