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Bild: Internationaler Controller Verein

Die Planung wird häufig noch Excel-basiert durchgeführt. Das ist zeitaufwendig und fehleranfällig. Eine softwaregestützte Mittel- und Langfristplanung ist schneller und effizienter. Für das Controlling entsteht noch ein weiterer Zusatznutzen.

Der Markt für Kreuzfahrten ist in den letzten Jahren rasant angestiegen. Besonders das Unternehmen AIDA Cruises profitiert von diesem Aufschwung. Wie die finanzielle Führung bei dem Marktführer in Deutschland aussieht, erklärte der Senior Financial Manager von AIDA, Marcel Gnoth.

Finanzmanagement muss neuen Anforderungen gerecht werden 

AIDA Cruises bewegt sich mit einem komplexen Geschäftsmodell in einem sehr dynamischen Marktumfeld und ist damit sehr schnellen Veränderungen ausgesetzt. Das führt zu neuen Anforderungen des Managements an die Bereitstellung steuerungsrelevanter Informationen und Analysen. Daher etablierte AIDA Cruises neben dem klassischen Controlling als Hauptträger der Planungs-, Steuerungs- und Informationsversorgungsfunktion die neue Funktion Commercial Analytics. Die bisherige Interaktion zwischen Management und Controlling bleibt davon unberührt. Um die Möglichkeiten der Digitalisierung effektiv zu nutzen, kommt nun eine weitere Schnittstelle zum Bereich Commercial Analytics hinzu. Trotz der weiterhin engen Verzahnung zwischen Controlling und diesem neuen Bereich werden zukünftig klar getrennte Rollen und Verantwortlichkeiten eingenommen. Während beispielsweise das Controlling die übergreifenden Planungs-, Reporting- und Forecasting-Prozesse koordiniert, fokussiert sich die Funktion Commercial Analytics auf komplexere Fragestellungen der Fachbereiche, um die Gesamtleistung der Finanzfunktion zu erhöhen.

Planungsqualität wird gesteigert 

Durch die zunehmenden Datenströme im Rahmen der digitalen Transformation scheint nun ein weiteres Ziel für das Finanzmanagement erreichbar: das Führen in Echtzeit. Die technischen (Software-) Entwicklungen im Bereich Datenverarbeitung und –analyse machen dies möglich. Prognose- und Planszenarien können durch die flexible Kombination von Annahmen, Treiber und Auswirkungen von Maßnahmen erstellt werden. Die wesentlichen Kennzahlen werden als Ergebnis der Simulationen mithilfe von definierten Treibermodellen auf Basis von Ist-Daten abgeleitet. Damit gelingt es, den Fokus des Managements auf die Ableitung von Maßnahmen und Zielen zu lenken, was zu einer Steigerung der Planungsqualität führt. Statt einer bottom-up-Planung werden die Annahmen auf Geschäftsbereichsebene (middle-up) getroffen, was die Planungsdauer erheblich verkürzt. Darüber hinaus werden die hinterlegten Treibermodelle ständig weiterentwickelt und verbessert.

Anforderungen an eine softwaregestützte Mittel- und Langfristplanung

Ausgehend von der definierten Unternehmensstrategie erfolgt bei AIDA Cruises jährlich zu Beginn des Geschäftsjahres die Aktualisierung der Mittel- und Langfristplanung. Diese stellt dann die Grundlage für die operative Planung des folgenden Geschäftsjahres dar. Bislang wurde die Mittel- und Langfristplanung Excel-basiert durchgeführt und enthielt historisch gewachsene und komplexe Rechenmodelle, die fehleranfällig waren und nur begrenzte Reporting-Möglichkeiten aufwiesen. Im Rahmen eines Pilotprojekts der Einführung einer entsprechenden Softwarelösung wurde der Prozess der Mittel- und Langfristplanung neu aufgesetzt, um den Strategieprozess noch besser unterstützen zu können. Folgende Ziele und Anforderungen wurden dabei definiert (vgl. Abb. 2 der Bilderserie):

  1. Vorausschauendes Planen und Szenarien-basiertes Denken durch Erstellen und Vergleichen verschiedener Kombinationen von Annahmen und Maßnahmen
    Anforderungen: Treiberbasierte Modelle und Simulationsmöglichkeiten
  2. Verbesserte Datenqualität für treiberbasierte Simulationen und Ableitung relevanter Key-Performance-Indikatoren
    Anforderungen: Integration von Datenquellen und ein verifiziertes Datenmodell ohne manuelle Eingaben
  3. Effizienzsteigerung durch Fokussierung auf Maßnahmen und Aktivitäten zur Unterstützung der Strategieumsetzung
    Anforderungen: State-of-the-Art Software-Lösung sowie Multi-User-Fähigkeiten
  4. Mehr Agilität und Transparenz bei der Ergebnisdarstellung und der Abbildung von Überleitungen
    Anforderungen: eine bessere Berichtsfunktion und Visualisierungen mit Möglichkeiten zu Echtzeit-Anpassungen

Schnellere und effizientere Mittel- und Langfristplanung

Durch die Realisierung der gesetzten Ziele und definierten Anforderungen konnte das Kreuzfahrtunternehmen bereits deutliche Verbesserungen bei der Planung erreichen (s. Abb. 3 der Bilderserie). So unterstützt die State-of-the Art Software-Lösung einen schnelleren und effizienteren Planungsprozess. Die flexiblen Simulationen und transparenten Szenarien zeigen nun klarer die Ursache-Wirkungsbeziehungen auf, durch die Handlungsempfehlungen zur Strategieumsetzung abgeleitet werden können. Visuelle Analysen und Dashboards ermöglichen ebenfalls einen schnelleren Vergleich verschiedener Szenarien und die Ableitung von Bandbreiten. Anhand visueller Werttreiberbäume können die Managementdiskussionen fokussiert erfolgen, was die Entscheidungsfindung noch besser unterstützt.

Controlling steht noch vor vielen Veränderungen 

Zum Schluss seiner Präsentation griff Marcel Gnoth noch einmal das Motto des Kongresses auf und betonte, dass die Entwicklung im Controlling noch lange nicht beendet sei, sondern sich diese Funktion auch in Zukunft "on the move" befinden würde, um weiterhin als wichtiger Ansprechpartner für das Management wahrgenommen zu werden.

Hier geht's zur Bilderserie "Effizientere Planungsprozesse ermöglichen ein Führen in Echtzeit"

Schlagworte zum Thema:  Planung, Operative Planung, Digitalisierung, Software, Internationaler Controller Verein, Controller, Controlling

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