11.02.2016 | Pausenlos arbeiten

Junge Arbeitskräfte gönnen sich keine Ruhe

Pausen - vielen jungen Arbeitskräften fehlt das richtige Maß
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

„Ich mache das nur noch schnell fertig.“ Und schon endet wieder ein Arbeitstag ohne Pause. Für jeden vierten jungen Beschäftigten ist es normal, pausenlos zu arbeiten. Die Arbeitsmenge ist einfach zu groß, sagen sie.

Die Auswertung der BIBB/BAuA-Jugenderwerbstätigenbefragung zu Pausenverstößen hat es ans Licht gebracht: Erwerbstätige zwischen 15 und 24 Jahren machen zu selten Pausen während der Arbeit und dies obwohl die Pausen im Arbeitszeitengesetz klar geregelt sind. Doch das scheint Chefs und Vorgesetzte wenig zu kümmern.

Darum fallen Pausen bei jungen Arbeitskräften öfter mal aus

Warum werden eigentlich keine Pausen gemacht?

  • 54 % der jungen Frauen geben zu viel Arbeit als Grund an, bei den jungen Männern sind es 43 %. Insgesamt sind das 48 % der jungen abhängig Beschäftigten.
  • 34 bzw. 35 % sagen, dass Pausen nicht in ihren Arbeitsablauf passen würden.

Ein großer Unterschied zwischen Männern und Frauen zeigt sich beim selbt auferlegten Pausenboykott: 12 % der Frauen geben an, selbst keine Pause machen zu wollen. Von den befragten Männern sind es 22 %.

In der Gastronomie, aber auch am Bau werden zu selten Pausen gemacht

Bei 23 % der abhängig Beschäftigten zwischen 18- bis 24 Jahren fällt die Pause häufig aus. Besonders betroffen sind davon Beschäftigte in den Branchen

  • Dienstleistung (36 %),
  • Bau (32 %),
  • Verkehr (28 %).

Auch im Verkauf oder im Büro machen nicht alle regelmäßig Pause

Aber auch in anderen Berufen sind zu wenig Pausen zu bemängeln, so etwa bei

  • Beschäftigten in Fertigung, Bergbau und Mineralgewinnung (19 %),
  • Kaufleuten (18 %) und
  • Verwaltungs-, bzw. Büroangestellten (15 %).

Die notwendige Erholungspause am Wochenende gilt offensichtlich auch nicht für jeden

Auch das Thema Wochenendarbeit bzw. die Wochenendruhe für Jugendliche wird nicht in allen Arbeitsbereichen so eingehalten, wie es das Gesetz vorschreibt. Davon betroffen sind z. B. Beschäftigte im Gaststättengewerbe, aber auch Parkett- und Bodenleger oder Maurer.

Arbeitgeber muss Arbeit so planen, dass Pausen möglich sind

Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass die gesetzlichen Pausen von seinen Beschäftigten eingehalten werden. Dafür muss er u. a. die Arbeitsabläufe und die Arbeitsmenge so festlegen, dass auch Pausen gemacht werden können.

Alles Wichtige kurz zusammengefasst zum Thema Pausen enthält der Haufe-Beitrag Ruhezeit, Ruhepausen.

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Schlagworte zum Thema:  Pausen, Ruhezeit, Arbeitszeit, Burnout, Jugendschutz, Jugendarbeitsschutz

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