Schwarz/Pahlke, AO § 147 Or... / 1.3 Aufbewahrungsort
 

Rz. 8

Die Aufbewahrung hat nach § 146 Abs. 2 S. 1 AO grundsätzlich im Geltungsbereich der AO zu erfolgen[1], damit die Unterlagen zur Prüfung im Zugriffsbereich der Finanzbehörde sind. Soweit § 147 Abs. 2 S. 2, 3 AO für ausländische Betriebsstätten und Organgesellschaften Sonderregelungen trifft, müssen nur die für die deutsche Besteuerung auch unter Berücksichtigung von DBA bedeutungsvollen Ergebnisse der ausländischen Buchführung in die eigene Buchführung des deutschen Unternehmens übernommen werden, die Aufbewahrung der ausländischen Buchführung im Geltungsbereich der AO ist nicht erforderlich.

 

Rz. 9

§ 146 Abs. 2a S. 1 AO gestattet allerdings unter bestimmten Voraussetzungen[2] die Aufbewahrung von elektronischen Büchern und sonstigen erforderlichen elektronischen Aufzeichnungen in einem anderen Staat. Die Beschränkung auf einen Mitgliedstaat der Europäischen Union bzw. einen EWR-Staat besteht nicht mehr. Die Verlagerung ist allerdings an einige Voraussetzungen geknüpft, insbesondere darf die Besteuerung nicht beeinträchtigt sein. Bei einem Pflichtenverstoß kann zudem ein Verzögerungsgeld nach § 146 Abs. 2b AO festgesetzt werden. Im Handelsrecht ist der Ort der Aufbewahrung nicht geregelt, die Unterlagen müssen allerdings innerhalb einer angemessenen Frist zur Verfügung stehen.[3]

[3] Störk/Philips, in Beck’scher Bilanzkommentar, 12. Aufl. 2020, § 257 HGB Rz. 18, dort auch zur Problematik bei Speicherung in einer "Cloud".

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