Frotscher/Drüen, UmwStG § 1... / 4.5 Bilanzierung der übergegangenen Wirtschaftsgüter bei der übernehmenden Personengesellschaft
 

Rz. 43

Die übernehmende Personengesellschaft tritt mit dem Übergang der übertragenen Wirtschaftsgüter in ihr Betriebsvermögen als Sonderrechtsnachfolgerin nach § 16 S. 1 UmwStG i. V. m. § 4 UmwStG in die Rechtsstellung der übertragenden Körperschaft ein. Sie übernimmt die auf sie übergegangenen Wirtschaftsgüter nach § 4 Abs. 1 UmwStG mit den in der steuerlichen Schlussbilanz der übertragenden Körperschaft gewählten Werten. Ebenso tritt sie nach § 4 Abs. 2 UmwStG in die Rechtsstellung der übertragenden Körperschaft bezüglich der AfA, der erhöhten Absetzungen, der Sonderabschreibungen und sonstigen Steuervergünstigungen ein. Eine Investitionszulage sowie eine Sofortabschreibung von übernommenen geringwertigen Wirtschaftsgütern steht ihr mangels eines Anschaffungsvorgangs nicht zu.[1]

 

Rz. 44

Ein bei der übertragenden Kapitalgesellschaft nach § 10d EStG und nach § 10a GewStG abziehbarer Verlust geht im Fall der Auf- oder Abspaltung auf eine Personengesellschaft trotz Sonderrechtsnachfolge nach § 4 Abs. 2 S. 2 UmwStG, die auch im Rahmen des § 16 UmwStG gilt, nicht auf die übernehmende Personengesellschaft über. Gleiches gilt für den Zinsvortrag und den EBITDA-Vortrag.[2]

 

Rz. 45

Hinzuweisen ist darauf, dass ein Spendenvortrag der übertragenden Körperschaft nach § 9 Abs. 1 Nr. 2 S. 3, 4 EStG auf die übernehmende Personengesellschaft übergeht, und zwar anteilig im Verhältnis des übergehenden Vermögens zu dem Gesamtvermögen der zu spaltenden Körperschaft.[3]

 

Rz. 46

Der Untergang des Verlustvortrags, des Zinsvortrags und des EBITDA-Vortrags kann nur vermieden werden, indem die Buchwerte in dem übergehenden Vermögen bei der übertragenden Körperschaft entsprechend aufgestockt werden[4], um mit dem dadurch entstehenden Übertragungsgewinn den Verlust- bzw. Zins- und EBITDA-Vortrag ausnutzen zu können. Bei der übernehmenden Personengesellschaft eröffnen die höheren Übernahmewerte zusätzliches Abschreibungsvolumen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die übertragende Körperschaft einen Verlustvortrag nur im Rahmen des § 10d Abs. 1, 2 EStG bzw. gewerbesteuerlich im Rahmen des § 10a GewStG abziehen kann und ein Übertragungsgewinn nicht vollständig mit dem Verlustvortrag zu verrechnen ist.

[1] Allgemein hierzu § 4 UmwStG Rz. 80ff.
[3] § 15 UmwStG Rz. 264. 
[4] Zu den bei der Aufstockung zu berücksichtigenden Aspekten § 15 UmwStG Rz. 163.

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