Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 6.3.1 Steuerliche Anschaffungskosten im Zeitpunkt der Einbringung
 

Tz. 293

Stand: EL 74 – ET: 04/2012

Die AK der als Gegenleistung für die Sacheinlage erhaltenen Anteile an der Übernehmerin bestimmen den Wert, mit dem die Anteile zu aktivieren sind, wenn die Beteiligung zu einem BV des Einbringenden gehört. Gehören die Anteile zum PV, sind die AK maßgebend für die Berechnung eines VG aus der Veräußerung (oder anderer Gewinnrealisierungstatbestände) der stverstrickten erhaltenen Anteile. Hierbei kann es sich um Anteile iSd § 17 EStG oder um einbringungsgeborene Anteile alten Rechts (s § 20 Abs 3 S 4 UmwStG, s Tz 146ff) handeln. St-verstrickte Anteile iSd § 17 EStG liegen auch dann vor, wenn die Beteiligungshöhe unter 1 % beträgt und bei der Einbringung nicht der gW zum Ansatz kam (s § 17 Abs 6 EStG) oder wenn aus der Sacheinlage Geschäftsanteile an einer Genossenschaft erworben werden (s § 17 Abs 7 EStG).

Die durch Einbringung erworbenen "neuen" Anteile an der übernehmenden Gesellschaft werden stlich – unabhängig von ihrer zivilrechtlichen Entstehung – im Zeitpunkt der Sacheinlage (dazu s Tz 301ff) dem Einbringenden zugerechnet (s Tz 311).

Die AK der durch die Sacheinlage erworbenen Anteile ermitteln sich nicht nach den allgemeinen Tauschgrundsätzen, sondern nach § 20 Abs 3 und Abs 5 S 3 UmwStG. Dadurch wird sichergestellt, dass im Zeitpunkt der Sacheinlage die erworbenen Anteile dieselben stillen Reserven enthalten wie im eingebrachten Vermögen enthalten waren.

Übersicht über die AK der erhaltenen Anteile im Zeitpunkt des Erwerbs durch Sacheinlage:

 
  Wert
mit dem die Kap-Ges/Genossenschaft das eingebrachte Vermögen ansetzt, § 20 Abs 2 UmwStG (dh: Bw, Zwischenwert oder gW, abz Ansatz für diejenigen WG, für die vor und nach der Einbringung kein inl Besteuerungsrecht besteht, zuz gW der erstmals stverstrickten WG (s Tz 228)
+ gW
der vom Einbringenden neben der Sacheinlage erbrachten Leistungen an die Übernehmerin (Aufgeld) oder an andere Gesellschafter als Ausgleichsleistungen (s Tz 168)
+ gW
der eingebrachten WG, für die vor und nach der Sacheinlage kein inl Besteuerungsrecht besteht (s Tz 296)
./. gW
der WG, die neben den neuen Anteilen gewährt werden, § 20 Abs 2 S 3 UmwStG (dies können auch Ausgleichszahlungen von einem Mitgesellschafter sein, s Tz 168)
+ Wert
der Einbringungskosten der Übernehmerin, die der Einbringende trägt
+ Tw, fortgeführte AK/HK oder gW
gem § 6 Abs 1 Nr 5 EStG der Einlagen, die nach dem Umwandlungsstichtag im Rückbezugszeitraum getätigt werden, § 20 Abs 5 S 3 UmwStG (s Tz 299)
./. Bw
der Entnahmen nach dem Umwandlungsstichtag im Rückbezugszeitraum, § 20 Abs 5 S 3 UmwStG
  AK
(Untergrenze: 0 EUR)

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