Literaturauswertung AO/FGO/... / 4.5 § 3 UStG (Lieferung, sonstige Leistung)

• 2015

Spielervermittler / § 3 Abs. 9 UStG

 

Vielfach werden Berufsfußballspieler von selbständig tätigen Spielervermittlern im Rahmen von Vertragsverhandlungen anlässlich eines Vereinswechsels oder anlässlich einer Vertragsverlängerung betreut. Dabei setzt der Vorsteuerabzug eines Profifußballvereins aus ihm von Spielervermittlern erteilten Rechnungen nach dem Urteil des BFH vom 28.8.2013, XI R 4/11 voraus, dass der Profifußballverein Empfänger der in Rechnung gestellten Leistungen, bei denen es sich um maklerähnliche Dienstleistungen handeln muss, ist. Eine nähere Konkretisierung insoweit ist erfolgt durch das Urteil des FG Düsseldorf v. 27.4.2015, 1 K 3636/13 U. Handelt es sich um lizenzierte Spielervermittler, die u.a. Berufsfußballspieler aus ihrem Bestand an Profifußballvereine vermitteln, und die über für Profifußballvereine nützliche Erfahrungen und Verbindungen im Bereich des Profifußballs verfügen, ist davon auszugehen, dass neben den Leistungsbeziehungen zwischen Spielervermittler und Spieler auch zusätzliche maklerähnliche Leistungsbeziehungen zwischen Spielervermittler und Verein bestehen. Von daher können die Profifußballvereine in den Rechnungen von lizenzierten Spielervermittlern ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Muss der Berufsfußballspieler aber seinem Spielervermittler ebenfalls eine Vergütung zahlen, ist ein vom Profifussballverein insgesamt gezahltes Entgelt regelmäßig im Wege der Schätzung aufzuteilen und zu einem Anteil von 50 % als Entgelt von dritter Seite i. S. v. § 10 Abs. 1 Satz 3 UStG für die dem Berufsfußballspieler gegenüber seinem Spielervermittler obliegende Zahlungsverpflichtung umzuqualifizieren. Sofern der Spielervermittler kein lizenzierter Spielervermittler ist und mit dem betreuten Berufsfußballspieler ein enges Verwandtschaftsverhältnis besteht, muss der Profifußballverein nachweisen, dass maklerähnliche Dienstleistungen erfolgt sind. Anderenfalls ist ein Vorsteuerabzug des Profifussballvereins ausgeschlossen. Auswirkungen haben die genannten Urteile auch auf den Vorsteuerabzug aus Rechnungen von Immobilienmaklern. Hat der Erwerber bzw. Mieter die Maklerprovision zu zahlen, kann er grundsätzlich bei Vorliegen der Voraussetzungen die ihm berechnete Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Sind Erwerber bzw. Mieter und Verkäufer bzw. Vermieter Gesamtschuldner des Maklerlohns, ist ein vom Erwerber bzw. Mieter insgesamt gezahltes Entgelt im Wege der Schätzung zu einem Anteil von 50 % als Entgelt von dritter Seite i. S. v. § 10 Abs. 1 Satz 3 UStG für die dem Verkäufer bzw. Vermieter gegenüber dem Makler obliegende Zahlungsverpflichtung umzuqualifizieren. Zu beachten ist, dass ab dem 1.6.2015 der Wohnungsvermittler vom Wohnungssuchenden eine Provision nur dann verlangen kann, wenn der Vermittler nach Erteilung eines Suchauftrags durch den Suchenden ausschließlich für diesen tätig wird, eine passende Wohnung gefunden wird und es zum Abschluss des Mietvertrags kommt.

(so Sterzinger, Vorsteuerabzug bei an Spielervermittler gezahlte Provisionen, UVR 2015, 338)

Beförderung bzw. Versendung durch einen mittleren Unternehmer im Rahmen eines grenzüberschreitenden Reihengeschäfts / § 3 Abs. 6 UStG

 

Befördert oder versendet ein mittlerer Unternehmer in der Reihe im Rahmen eines Reihengeschäfts den Gegenstand vom Versandmitgliedstaat in den Empfangsmitgliedstaat, stellt sich die Frage der Zuordnung der grenzüberschreitenden Warenbewegung zur ersten Lieferung. Unter Berücksichtigung der Rechtsprechung ist die grenzüberschreitende Warenlieferung der ersten Lieferung zuzuordnen, sofern der mittlere Unternehmer vom Vorlieferanten das Recht erworben hat, wie ein Eigentümer über den Gegenstand verfügen zu können. Weitere Voraussetzung ist, dass der mittlere Unternehmer nicht mit der USt-IdNr. des Versandmitgliedstaats, sondern mit der des Empfangsmitgliedstaats auftritt. Teilt der mittlere Unternehmer keine USt-IdNr. mit, sollte dies einer grundsätzlichen Zuordnung der grenzüberschreitenden Warenbewegung zur Lieferung an den mittleren Unternehmer nicht entgegenstehen, wenn der mittlere Unternehmer weiterhin gegenüber dem Erstlieferanten die Transportverantwortung kundtut. Wird vom Erstlieferanten bei Vorliegen eines Reihengeschäfts die Steuerbefreiung für innergemeinschaftliche Lieferungen geltend gemacht und kann er nachweisen, dass sein Kunde die Transportverantwortung übernommen hat und nicht mit der USt-IdNr. des Versandmitgliedstaats auftritt, ist der Zuordnung der Warenbewegung zur ersten Lieferung zu folgen.

(so Looks, Die Besteuerung grenzüberschreitender Reihengeschäfte - Dogmatik vs. Pragmatik, MwStR 2015, 52)

Steuerfreiheit bei grenzüberschreitenden Reihengeschäften / § 3 Abs. 6 UStG

 

Der BFH hat sich in seinen beiden Entscheidungen vom 25.2.2015, XI R 15/14 und XI R 30/13 damit beschäftigt, welche Lieferung im Rahmen eines grenzüberschreitenden Reihengeschäft umsatzsteuerbefreit ist. Die dabei entwickelten Grundsätze weichen von der momentanen Verwaltungsauffassung ab. Nach Au...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Steuer Office Basic. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Steuer Office Basic 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge