Reuber, Die Besteuerung der Vereine, Tennisclubs/-vereine

Stand: EL 107 – ET: 06/2018

Die Ausübung des Tennissports stellt eine Tätigkeit dar, die der körperlichen Ertüchtigung durch Leibesübungen dient. Tennis ist "Sport" und daher gemeinnützig, § 52 Abs. 2 Nr. 21 AO, Anhang 1b (s. AEAO zu § 52 AO TZ 6, Anhang 2. Die verhältnismäßig hohen Kosten, die die Ausübung des Tennissports erfordert, stehen der Anerkennung als steuerbegünstigten (gemeinnützigen) Zwecken dienender Körperschaft nicht entgegen.

Zu den Höchstbeträgen von

  • Mitgliederbeiträgen,
  • Aufnahmegebühren,
  • Mitgliedsumlagen etc.

s. "Aufnahmegebühren" und s. "Mitgliederbeiträge".

Die stundenweise Überlassung von Spielflächen und/oder Tennishallen stellt einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb dar (AEAO zu § 67a AO TZ 12, Anhang 2). Diese Überlassung ist nicht nach § 4 Nr. 12 Buchst. a UStG (Anhang 5) steuerbefreit. Mit Urteil des BFH vom 31.05.2001, BStBl II 2001, 658 hat der BFH seine bisherige Rechtsprechung, wonach die Vermietung von Sportanlagen in eine steuerfreie Grundstücksvermietung und eine steuerpflichtige Vermietung von Betriebsvorrichtungen aufzuteilen war, aufgegeben und im Fall der Überlassung von Sportanlagen durch einen Sportanlagenbetreiber an Endverbraucher eine einheitliche steuerpflichtige Leistung angenommen.

S. hierzu auch Abschn. 4.12.11 Abs. 1 UStAE.

Überlässt aber ein Verein als Unternehmer seine gesamte Sportanlage (hier: Tennisplätze bzw. Tennishalle/n) an einen anderen Unternehmer als Betreiber zur Überlassung an Dritte (so genannte Zwischenvermietung), ist die Nutzungsüberlassung an diesen Betreiber in eine steuerfreie Grundstücksüberlassung und in eine steuerpflichtige Vermietung von Betriebsvorrichtungen aufzuteilen (s. BFH vom 11.03.2009, BStBl II 2010, 209 und s. Abschn. 4.12.11 Abs. 2 UStAE). Ertragsteuerlich handelt es sich um eine Maßnahme der Vermögensverwaltung.

Tennisturniere, die von Vereinen ausgerichtet werden, sind "sportliche Veranstaltungen" und somit als Zweckbetrieb zu behandeln, wenn die in § 67a AO (Anhang 1b) geforderten Bedingungen erfüllt sind. Wird die Bedingung bezüglich der Zweckbetriebsgrenze erfüllt, können anlässlich von derartigen Tennisturnieren sowohl bezahlte als auch unbezahlte Sportler eingesetzt werden. Die Einnahmen aus derartigen Veranstaltungen dürfen innerhalb eines Jahres nicht mehr als 45 000 EUR betragen (s. § 67a Abs. 1 AO, Anhang 1b).

Übersteigen die Bruttoeinnahmen die Zweckbetriebsgrenze von 45 000 EUR, muss eine Erfassung der Einnahmen im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb erfolgen. Dort ist dann ebenfalls die in diesem Tätigkeitsbereich maßgebende Besteuerungsfreigrenze von 35 000 EUR brutto überschritten (s. § 64 Abs. 3 AO, Anhang 1b). Ggf. ist, bezogen auf den jeweiligen Einzelfall, eine Option nach § 67a Abs. 2 und 3 AO (Anhang 1b) vorzunehmen. D.h., es muss auf die Anwendung der Zweckbetriebsgrenze nach § 67a Abs. 1 AO (Anhang 1b) verzichtet werden.

Einnahmen aus Veranstaltungen, an denen ausschließlich unbezahlte Sportler teilgenommen haben, sind, wenn vom Optionsrecht Gebrauch gemacht wurde, dann dem Zweckbetrieb Sport zuzuordnen. Kommen bezahlte Sportler zum Einsatz, sind die Einnahmen im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zu erfassen. Wird dort die Besteuerungsfreigrenze von 35 000 EUR überschritten (s. § 64 Abs. 3 AO, Anhang 1b), besteht Steuerpflicht.

Entgelte, die aus Eintrittsgeldern erzielt werden, sind, wenn die Veranstaltungen dem Zweckbetrieb zuzuordnen sind, mit 7 % (s. § 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a UStG, Anhang 5) zu versteuern. Sind die Veranstaltungen dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnen, müssen die Eintrittsgelder mit dem Regelsteuersatz von derzeit 19 % (s. § 12 Abs. 1 UStG, Anhang 1b) der Besteuerung bei der Umsatzsteuer unterworfen werden.

Die Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken anlässlich derartiger Turniere und die Einnahmen aus der Werbung, die der Tennisverein ggf. in eigener Regie vornimmt, sind dem Tätigkeitsbereich der steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe zuzuordnen (s. § 67a Abs. 1 Satz 2 AO, Anhang 1b und s. AEAO zu § 67a AO TZ 6, Anhang 2). Für die einzelnen Betriebe sind aber getrennte Gewinnermittlungen zu erstellen.

Nach § 64 Abs. 6 Nr. 1 AO (Anhang 1b) kann der Gewinn aus Werbemaßnahmen pauschal mit 15 % der Einnahmen ermittelt werden, wenn sie im Zusammenhang mit der steuerbegünstigten Tätigkeit einschließlich Zweckbetrieben stattfinden. Beispiele für derartige Werbemaßnahmen sind die Trikot- oder Bandenwerbung bei Sportveranstaltungen, die ein Zweckbetrieb sind. Soweit Werbeeinnahmen nicht im Zusammenhang mit der ideellen steuerbegünstigten Tätigkeit oder einem Zweckbetrieb erzielt werden, z. B. Werbemaßnahmen bei einem Vereinsfest oder bei sportlichen Veranstaltungen, die wegen Überschreitens der Zweckbetriebsgrenze des § 67a Abs. 1 AO (Anhang 1b) oder wegen des Einsatzes bezahlter Sportler ein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb sind, ist § 64 Abs. 6 AO (Anhang 1b) nicht anzuwenden (AEAO zu § 6...

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