Reuber, Die Besteuerung der Vereine, Solidaritätszuschlag

Stand: EL 105 – ET: 12/2017

Vereine, Stiftungen und andere steuerbegünstigte Organisationen müssen, soweit sie körperschaftsteuerpflichtig sind (Einnahmen aus wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb), nach dem Solidaritätszuschlagsgesetz vom 23.06.1993 (BStBl I 1993, 523, Art. 31 FKPG) für Veranlagungszeiträume einen Solidaritätszuschlag entrichten. Der Zuschlag beträgt 5,5 % des Steuerbetrages aus Einkommen-, Kapitalertrag- und Körperschaftsteuer.

Steuerpflichtig sind nach dem Solidaritätszuschlaggesetz (SolzG):

  • unbeschränkt und beschränkt einkommensteuerpflichtige natürliche Personen;
  • unbeschränkt und beschränkt steuerpflichtige Körperschaften (z. B. eine GmbH), Personenvereinigungen und Vermögensmassen.

Steuerbegünstigten Zwecken dienende Körperschaften und Verbände haben diesen Solidaritätszuschlag zu entrichten, wenn im Tätigkeitsbereich wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb Körperschaftsteuer zu entrichten ist, Lohnsteuer oder Kapitalertragsteuer abzuführen ist und ggf. beim Steuerabzug bei Zahlungen an beschränkt Steuerpflichtige (auslandsansässiger Lizenzgeber, der keine Freistellungsbescheinigung vorlegt).

Bei Körperschaften, die den Status der Steuerbegünstigung wegen Fehlverhaltens verlieren oder aufgeben, trifft dies insgesamt, auch für den Tätigkeitsbereich Vermögensverwaltung zu. Dieser ist dann ebenfalls körperschaftsteuerpflichtig.

Solidaritätszuschlag ist zu entrichten auf

  • festgesetzte Körperschaftsteuervorauszahlungen;
  • festgesetzte Körperschaftsteuerabschlusszahlungen für den entsprechenden Veranlagungszeitraum;
  • Lohnsteuer (für laufenden Arbeitslohn, für die Lohnsteuer von sonstigen Bezügen, für pauschale Lohnsteuerbeträge i. S. v. §§ 40a und 40b EStG, Anhang 10);
  • den Steuerabzug vom Kapitalertrag (s. "Kapitalertragsteuer");
  • den Steuerabzug bei beschränkt Steuerpflichtigen (z. B. bei bezahlten auslandsansässigen Sportlern, Künstlern etc.) i. S. v. § 50a EStG (Anhang 10).

Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 % des Steuerbetrages (s. § 4 SolzG). Im Lohnsteuerabzugsverfahren ist er vom laufenden Arbeitslohn und nach den Lohnsteuermerkmalen (ELStAM) für den jeweiligen Lohnzahlungszeitraum vom Verein/Verband als Arbeitgeber zu berechnen, einzubehalten, dem zuständigen Finanzamt anzumelden und abzuführen. Werden die Lohnsteuerabzugsbeträge pauschaliert, ist der Solidaritätszuschlag mit 5,5 % der pauschalierten Lohnsteuer zu berechnen.

Eine Erhebung des Solidaritätszuschlags erfolgt nur dann, wenn die Bemessungsgrundlage im Kalenderjahr 972 EUR (Steuerklassen I, II, IV) bzw. 1 944 EUR (Steuerklasse III) übersteigt (s. § 3 Abs. 5 SolzG).

Der Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuerschuld ist nicht abzugsfähige Personensteuer i. S. v. § 10 Nr. 2 KStG (Anhang 3). Er mindert die Einkünfte einer steuerbegünstigten Zwecken dienenden Körperschaft im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb nicht.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Reuber, Die Besteuerung der Vereine. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Reuber, Die Besteuerung der Vereine 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge