Reuber, Die Besteuerung der Vereine, Heimatfeste

Stand: EL 105 – ET: 12/2017

Die Förderung der Heimatpflege und der Heimatkunde ist ein gemeinnütziger Zweck nach § 52 Abs. 2 Nr. 22 AO (Anhang 1b). Zur Heimatpflege und Heimatkunde gehört beispielsweise die Erhaltung der Gebirgstracht, des Volksgesanges und des Volkstanzes sowie alter Sitten und Gebräuche. Veranstaltet ein wegen Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde anerkannter gemeinnütziger Verein gegen Eintritt Heimatfeste oder auch sogenannte Waldfeste, wird damit ein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb i. S. v. § 64 AO (Anhang 1b) begründet. So begründet die Veranstaltung von Heimatfesten oder Waldfesten keinen steuerunschädlichen Zweckbetrieb, insb. keine kulturelle Veranstaltungen nach § 68 Nr. 7 AO, Anhang 1b]).

Es handelt sich vielmehr um gesellige Veranstaltungen, deren Einnahmen grundsätzlich dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnen sind.

Werden im Rahmen derartiger Veranstaltungen Speisen und Getränke verkauft, sind auch die daraus erzielten Einnahmen und Gewinne dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzurechnen.

Ein bei den Veranstaltungen erzielter Überschuss (Gewinn) löst partielle Steuerpflicht aus, wenn die Besteuerungsfreigrenze von brutto 35 000 EUR (§ 64 Abs. 3 AO, Anhang 1b) überschritten wird, d. h., die Gewinne unterliegen der Körperschaft- und Gewerbesteuer.

Die getätigten Umsätze sind bei der Umsatzsteuer dem Regelsteuersatz von 19 % (s. § 12 Abs. 1 UStG, Anhang 5) zu unterwerfen (BFH vom 21.08.1985, DB 1986, 1372f.). Ebenso hierzu s. "Kirmesveranstaltungen".

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