Reuber, Die Besteuerung der... / 1. Sportler des Vereins
 

Rz. 5

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

An einen Sportler des Vereins, der im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften als unbezahlt gilt, können Pauschalzahlungen für Aufwandsentschädigungen getätigt werden (s. AEAO zu § 67a AO TZ 32, Anhang 2). Die pauschalen Aufwandsentschädigungen dürfen aber

  • im Monatsdurchschnitt nicht höher als 400 EUR sein und
  • im Kalenderjahr 4 800 EUR nicht übersteigen.
 

Rz. 6

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Höhere Zahlungen sind zulässig, wenn der Sportler dem Verein seinen Aufwand durch Einzelnachweis glaubhaft (Einzelnachweis ist erforderlich) macht. Hierbei muss es sich aber um Aufwendungen persönlicher oder sachlicher Art handeln, die dem Grunde nach Werbungskosten oder Betriebsausgaben sein können. Die Verwaltung hat diese Regelung für alle Sportarten getroffen (s. AEAO zu § 67a Abs. 3 AO TZ 32, Anhang 2). Werden die genannten Beträge beachtet bzw. wird der erforderliche Einzelnachweis von Seiten des Sportlers erbracht, gilt der Sportler als unbezahlt.

 

Rz. 7

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Im Regelfall sind diese Sportler keine Arbeitnehmer des Vereins, wenn ihnen lediglich der tatsächliche Aufwand ersetzt wird. D.h., die Eigenschaft eines Arbeitnehmers ist zu verneinen, wenn steuerrechtlich zulässigen Aufwendungen ersetzt werden (z. B. Reisekosten).

Ist der Sportler weisungsgebunden und werden höhere Aufwendungen als die im Steuerrecht zulässigen Beträge ersetzt, ist ggf. Arbeitnehmereigenschaft anzunehmen. Für das Vorliegen einer Arbeitnehmereigenschaft spricht auch, wenn der Sportler Verträge abschließt, in denen er sich für einen bestimmten Zeitraum gegen Entgelt dazu verpflichtet, für den Verein Wettkämpfe zu bestreiten. Geleistete Zahlungen sind in diesem Fall auch auf Lohn- und Sozialversicherungspflicht zu überprüfen. Die Einkünfte können solche aus

sein.

 

Rz. 8

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Beachte!

Die Aufwandsentschädigungen (Pauschalen), die im Monatsdurchschnitt nur 400 EUR (jährlich 4 800 EUR) betragen dürfen, sind nur für die Abgrenzung unbezahlter/bezahlter Sportler und für das Gemeinnützigkeitsrecht relevant.

Für Zwecke der Einkommen- bzw. Lohnsteuer und ggf. Sozialversicherung sind die genannten Beträge auf steuerpflichtigen bzw. steuerfreien Arbeitslohn und ggf. auch auf Sozialversicherungsfreiheit zu überprüfen.

 

Rz. 9

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Bezogen auf die Sozialversicherung haben die Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger im Besprechungsergebnis vom 13.03.2013 festgelegt, dass bei Zahlungen an Amateursportler, die ohne gesonderte schriftliche Vertragsvereinbarung allein aufgrund ihrer mitgliedschaftsrechtlichen Bindungen tätig werden, bis zu einer Höhe von 200 EUR im Monat keine wirtschaftliche Gegenleistung erbracht wird und damit keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorliegt. Vielmehr werden diese Beträge zur Motivation und Vereinsbindung gezahlt. Werden für Einsätze und Punkte Prämien gezahlt, ist von einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis auszugehen.

 

Rz. 10

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Zuschüsse, die Vereine/Verbände ihren Sportlern/innen neben den pauschalen Zahlungen für Fahrten zu Trainingsstätten oder Heimspielen zahlen, sind unter dem Gesichtspunkt "Ersatz" für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu beurteilen. Derartige Beträge sind der Lohnsteuer zu unterwerfen. Eine Pauschalierung nach § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG (Anhang 10) ist ggf. möglich. Die Pauschalierung der Lohnsteuerabzugsbeträge hat dann mit 15 % der ersetzten Beträge zu erfolgen. Es sind auch Kirchensteuerbeträge und der Solidaritätszuschlag zu entrichten.

 

Rz. 11

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Für den Betriebsausgabenabzug der Pauschalzahlungen bzw. der höheren Aufwendungen, die durch Einzelnachweis von den Sportlern zu belegen sind, ist entscheidend, ob die Einnahmen aus sportlichen Veranstaltungen dem ertragsteuerfreien Zweckbetrieb oder dem Tätigkeitsbereich der steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe zuzuordnen sind. Die Vereinfachungsregelungen, die der AEAO in § 67a Abs. 2 AO TZ 28 und 29, 30 (Anhang 2) vorsieht, sind aber zu beachten. D.h., die Aufwandspauschale bzw. einen ggf. höheren Betrag, den der/die unbezahlte Sportler/in durch Einzelnachweis belegen muss, kann aus Vereinfachungsgründen aus Mitteln des ideellen Bereiches abgedeckt werden. Die Aufwandspauschale i. H. v. 400 EUR ist folglich nicht Betriebsausgabe des steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes. Dies gilt auch für andere Kosten (z. B. Trainingskosten). M.E. kann in derartigen Fällen die Zahlung auch aus dem Tätigkeitsbereich Vermögensverwaltung bzw. aus den Zweckbetrieben erfolgen. Vergütungen für bezahlte Sportler i. S. v. § 67a Abs. 3 AO (Anhang 1b) sind aus steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben oder von Dritten zu zahlen, AEAO zu § 67a Abs. ...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Reuber, Die Besteuerung der Vereine. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Reuber, Die Besteuerung der Vereine 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge