Reuber, Die Besteuerung der... / 2. Umsatzsteuerliche Behandlung

2.1 Steuerbarkeit/Steuerpflicht

 

Tz. 10

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Ablösesummen für Sportler sind als Gegenleistung für die Freigabe zum Spielbetrieb bei einem anderen Verein anzusehen, d. h., der freigebende Verein verzichtet auf die Ausübung des vertraglichen Rechts, den Amateursportler bei sportlichen Veranstaltungen einzusetzen.

 

Tz. 11

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Insoweit liegt daher keine echte Schadensersatzleistung vor. Die Entschädigungen sind vielmehr steuerbar und der Umsatzsteuer zu unterwerfen, weil es sich um eine sonstige Leistung (Übergang eines Rechts am Spieler) i. S. v. § 3 Abs. 9 UStG (Anhang 5) handelt und sie im Rahmen eines Leistungsaustausches gezahlt werden (der abgebende Verein verzichtet gegen Entgelt auf sein vertragliches Recht, den Spieler für ihn antreten zu lassen [= Leistung] und der aufnehmende Verein bezahlt für das Recht, den Spieler in Zukunft für ihn antreten zu lassen [= Gegenleistung]). Mangels Eingreifens einer Steuerbefreiungsvorschrift i. S. v. § 4 UStG (Anhang 5) ist der Umsatz auch steuerpflichtig (s. BFH-Urteil vom 31.08.1955, BStBl 1955 Teil III S. 333 und BMF-Schreiben vom 28.12.1965, UStR 1966 S. 33). Werden Ablöseentschädigungen bei der Abwanderung von Spielern in das Ausland von einem ausländischen Verein gezahlt, liegen ebenfalls steuerbare Umsätze i. S. v. § 1 Abs. 1 Satz 1 UStG (Anhang 5) vor, ebenso s. USt-Kartei S 4100 K. 56.

 

Tz. 12

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Die sonstige Leistung wird grundsätzlich an dem Ort ausgeführt, von dem aus der Empfänger (Verein) sein Unternehmen betreibt (s. § 3a Abs. 2 UStG, Anhang 5).

Ist der Leistungsempfänger ein Unternehmer (Regelfall bei Sportvereinen) und wird die Leistung für sein Unternehmen ausgeführt, bestimmt sich der Ort der sonstigen Leistung danach, wo der Leistungsempfänger sein Unternehmen betreibt.

2.2 Steuersatz

 

Tz. 13

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Sind die Einnahmen (Entgelte), die für die Ablöse eines Sportlers entrichtet werden, ertragsteuerlich in dem Zweckbetrieb "Sport" zu erfassen, gilt für umsatzsteuerliche Zwecke der ermäßigte Steuersatz von derzeit 7 % (s. § 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a UStG, Anhang 5). Wird die Zweckbetriebsfreigrenze von 45 000 EUR (bis zum Veranlagungszeitraum 2012: 35 000 EUR) im Jahr überschritten, sind ertragsteuerlich die Einnahmen in einem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zu erfassen. Umsatzsteuerlich gilt in diesem Tätigkeitsbereich der Regelsteuersatz von derzeit 19 % (s. § 12 Abs. 1 UStG, Anhang 5), weil keine Steuerbefreiungsvorschrift nach § 4 UStG (Anhang 5) und kein anderer Ermäßigungstatbestand des § 12 Abs. 2 UStG (Anhang 5) bezüglich des Steuersatzes greift.

2.3 Vorsteuerabzug

 

Tz. 14

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Den Vorsteuerabzug kann der aufnehmende Verein (zahlender Verein) in Anspruch nehmen, weil die Unternehmereigenschaft (s. § 2 UStG, Anhang 5) sowohl im Zweckbetrieb als auch im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb mit Steuerpflicht gegeben ist. Sind auch die übrigen Voraussetzungen, die § 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG (Anhang 5) fordert, erfüllt, können die Vorsteuerbeträge zum Abzug gelangen.

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