Forschungspreisgeld als Arbeitslohn eines Hochschulprofessors

Das FG Münster hat entschieden, dass ein Forschungspreisgeld, welches ein Hochschulprofessor für bestimmte wissenschaftliche Leistungen in seinem Forschungsbereich erhält, als steuerpflichtiger Arbeitslohn anzusehen ist.

Forschungspreis im Rahmen einer Habilitation

Vor dem FG Münster wurde folgender Fall verhandelt: Im Rahmen eines Habilitationsvorhabens veröffentlichte der Kläger mehrere Publikationen zu seinem Forschungsfeld. Er wurde als Professor an der Hochschule S tätig. Eine Habilitation war keine Voraussetzung für diese Tätigkeit. Die Universität A erkannte aufgrund der Publikationen und einer Probevorlesung dem Kläger die Habilitation zu. Der Kläger erhielt einen Forschungspreis für seine Habilitation.

Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit

Das Finanzamt behandelte diesen Forschungspreis als steuerpflichtigen Arbeitslohn. Der Kläger vertrat jedoch die Auffassung, dass der Erhalt des Forschungspreises nicht an sein Dienstverhältnis gekoppelt gewesen sei und sich auch nicht als Gegenleistung für seine Arbeit als Professor darstelle, da die Erlangung des Forschungspreises keine Dienstaufgabe sei. Seine Klage vor dem FG Münster hatte jedoch keinen Erfolg. Auch das Gericht vertritt die Auffassung, dass der Forschungspreis bei den Einkünften des Klägers aus nichtselbstständiger Tätigkeit zu erfassen sei.

FG Münster, Urteil v. 16.3.2022, 13 K 1398/20 E (Rev. eingelegt, Az beim BFH VI R 12/22)

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