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Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich 2025

Die Finanzverwaltung hat eine Broschüre "Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich 2025" veröffentlicht, die einen Überblick über zentrale steuerpolitische Indikatoren in EU- und einigen anderen ausgewählten Industriestaaten gibt.

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Die Ländervergleiche erstrecken sich auf die EU-Mitgliedstaaten und einige andere OECD-Mitgliedstaaten (Japan, Kanada, Norwegen, Schweiz, USA und Vereinigtes Königreich). Sie geben grundsätzlich den Rechtsstand zum Ende des Jahres 2025 wieder. Eine Ausnahme bilden die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten und zum Stand der Veröffentlichung bis zum Vergleichsjahr 2024 verfügbaren Steuer- und Abgabenquoten.

Deutlich wird, dass Deutschland bei der Steuer- und Abgabenquote im Mittelfeld der Industrieländer liegt, aber bei der Unternehmensbesteuerung und der Belastung von Arbeitseinkommen zu den Spitzenreitern gehört.

Gesamtbelastung: Mittelfeld mit hohem Gegenwert

Die Abgabenquote – also das Verhältnis von Steuern und Sozialabgaben zur Wirtschaftsleistung – lag in Deutschland 2024 bei 38,0 Prozent. Das ist ein mittlerer Wert im OECD-Vergleich. Deutlich höher liegen skandinavische Länder sowie Belgien, Frankreich und Österreich (jeweils über 40 Prozent). Niedrig sind die Quoten in Irland, der Schweiz und den USA (unter 30 Prozent).

Den Abgaben stehen in Deutschland allerdings umfangreiche Gegenleistungen gegenüber: gut ausgebaute Sozialversicherungssysteme, breiter Zugang zur Gesundheitsversorgung und ein weitgehend öffentlich finanziertes Bildungssystem.

Unternehmensbesteuerung: International hoch

Bei der Besteuerung von Kapitalgesellschaften – also Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag zusammengenommen – erreicht Deutschland einen nominalen Steuersatz von 30,13 Prozent. Damit liegt die Bundesrepublik im internationalen Vergleich sehr weit oben. Nur Japan (30,4 2Prozent) und Malta (35 Prozent) übertreffen diesen Wert. Die meisten anderen Industrieländer besteuern Unternehmensgewinne mit unter 25 Prozent, große Volkswirtschaften wie Frankreich, die USA oder das Vereinigte Königreich liegen zwischen 25 und 27 Prozent.

Werden zusätzlich Dividendenausschüttungen an Privatpersonen berücksichtigt, beträgt die Gesamtsteuerlast in Deutschland 48,56 Prozent – ebenfalls ein Spitzenwert im internationalen Vergleich.

Die Bundesregierung hat mit dem sog. Wachstumsbooster bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet: Die  Unternehmenssteuerbelastung soll bis 2032 schrittweise auf rund 25 Prozent gesenkt werden.

Belastung von Arbeitseinkommen: Zweithöchster Wert im OECD-Vergleich

Beim sog. Steuer- und Abgabenkeil – dem Verhältnis aller Abgaben auf Arbeit zu den Gesamtarbeitskosten – liegt Deutschland mit 49,3 Prozent auf dem zweiten Platz hinter Belgien (52,5 Prozent). Mehr als zwei Drittel dieser Belastung entfallen auf Sozialabgaben, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam getragen werden. Besonders die arbeitnehmerseitigen Sozialabgaben liegen deutlich über dem OECD-Durchschnitt.

Ein alleinstehender Durchschnittsverdiener ohne Kinder gibt 38,7 Prozent seines Bruttolohns für Steuern und Sozialabgaben aus. Familien werden hingegen spürbar entlastet: Ein Alleinverdienerhaushalt mit zwei Kindern kommt nach Anrechnung des Kindergeldes nur auf einen durchschnittlichen Abgabensatz von 21,3 Prozent.

Ausblick: Geplante Entlastungen

Die Bundesregierung plant zum 1.1.2027 eine Einkommensteuerreform, die kleine und mittlere Einkommen entlasten soll. Zudem soll die Stabilisierung der Sozialversicherungsbeiträge Arbeitsanreize stärken. Ziel ist eine Steuerpolitik, die wirtschaftliches Wachstum fördert, soziale Gerechtigkeit wahrt und den Standort Deutschland international wettbewerbsfähiger macht.

Beitrag "Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich" im BMF-Monatsbericht Juli 2026

Broschüre "Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich 2025"


Schlagworte zum Thema:  Einkommensteuer , Umsatzsteuer
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