Alternative zur elektronischen Gesundheitskarte gesucht
Die Karte sei nicht die attraktivste Lösung für Patienten, um Zugang zu ihren Gesundheitsdaten zu bekommen, sagte der CDU-Politiker der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS). «Denn die wünschen sich einen schnellen, einfachen und sicheren Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten» - nach Überzeugung des Ministers am liebsten per Handy. «Das sollten wir ermöglichen.»
eGK sollte bereits vor Jahren viel mehr können als bisher
Nach Informationen der FAS hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Spahn freie Hand gegeben, die elektronische Gesundheitskarte abzuschaffen. Die Karte sollte bereits vor Jahren viel mehr können als bisher, etwa Doppeluntersuchungen und Fehlmedikation vermeiden. Bis heute ist es aber nicht gelungen, sie als Instrument zum sicheren Austausch von Patientendaten etwa zwischen Ärzten zu etablieren. Bei den Medizinern gab es teils Widerstand, der Aufbau der technischen Infrastruktur gestaltete sich schwieriger als erwartet. Die Entwicklung hat schon rund eine Milliarde Euro gekostet.
Elektronische Patientenakte: Vorschläge bis zur Sommerpause
Bis zur parlamentarischen Sommerpause will Spahn nun Vorschläge für den weiteren Umgang mit der Gesundheitskarte vorlegen. Er erwarte von allen Beteiligten, im nächsten Schritt die elektronische Patientenakte voranzutreiben, sagte er. Es gehe um «lebensnahe und nicht um technikverliebte Lösungen».
Spahn: Derzeitige Pläne nicht praktikabel
Spahn hatte schon vergangene Woche deutlich gemacht, dass er die derzeitigen Pläne für nicht praktikabel hält. Die Zeit von Kartenlesegeräten an Desktop-Computern als alleinige, vorgeschriebene Login-Variante sei aus seiner Sicht nicht der Zugang, den sich die Bürger im Jahre 2018 mehrheitlich wünschten, sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Der Minister fordert stattdessen, die Digitalisierung des Gesundheitswesens mit dem Bürgerportal zu koordinieren, das die Bundesregierung derzeit plant.
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