Arbeitslosengeld / 2.6.2 Pauschaliertes Nettoentgelt/Leistungssatz

Aus dem maßgeblichen Bemessungsentgelt ist in einem 2. Schritt ein pauschaliertes Nettoentgelt, das sog. Leistungsentgelt, zu errechnen. Dieses ergibt sich, in dem das (Brutto)Bemessungsentgelt um Entgeltabzüge, die bei Arbeitnehmern gewöhnlich anfallen, vermindert wird. Als Abzüge sieht das Gesetz Folgendes vor:

  • eine Sozialversicherungspauschale in Höhe von 20 %,
  • die Lohnsteuer nach Maßgabe der jeweiligen Lohnsteuerklasse und der Lohnsteuertabelle und
  • der Solidaritätszuschlag.
 

Hinweis

Keine unterjährige Anpassung der Entgeltabzüge/Neuberechnung des Arbeitslosengeldes

Für die Ermittlung des pauschalierten Nettoentgelts werden die vorgenannten Entgeltabzüge für Sozialversicherungsbeiträge und Steuern rein rechnerisch/fiktiv vom (Brutto)Bemessungsentgelt abgesetzt. Für den Steuerabzug sind dabei die steuerlichen Regelungen maßgebend, die zu Beginn des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, gelten. Unterjährige steuerliche Änderungen führen nicht zu einer Neuberechnung des Arbeitslosengeldes.

Aus dem pauschalierten Nettoentgelt errechnet sich das Arbeitslosengeld nach dem maßgeblichen Leistungssatz. Dieser beträgt für Arbeitnehmer mit mindestens einem Kind im Sinne des Steuerrechts 67 %, für die übrigen Arbeitnehmer 60 % des pauschalierten Nettoentgelts.

 

Praxis-Beispiel

Berechnung der Leistung

 
Arbeitnehmer, verh., 1 Kind, Stkl. III, mtl. Bruttoentgelt 3.500,00 EUR
Tägliches Bruttoentgelt (Monatswert × 12 : 365) 115,07 EUR
./. fiktiver Abzug Sozialversicherungsbeiträge (20-%-Pauschale) 23,01 EUR
./. fiktiver Abzug Lohnsteuer 9,22 EUR
./. fiktiver Abzug Solidaritätszuschlag 0,50 EUR
= Tägliches pauschaliertes Nettoentgelt 82,34 EUR
× Leistungssatz 67 % = tägliches Arbeitslosengeld 55,17 EUR
= Arbeitslosengeld für volle Monate (Tagessatz × 30) 1.655,10 EUR

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