Gefühle genießen keinen guten Ruf in der Unternehmenswelt – teils zu Recht: Reine Bauchgefühlentscheidungen sind genauso wie cholerische Gefühlsausbrüche destruktiv und fehl am Platz. Sie haben aber einen echten konstruktiven Nutzen, wenn es gelingt, sie zu reflektieren.
"In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer!", "Was erlauben Strunz?", "Ich habe fertig!" Die Wutrede des damaligen Bayern-Trainers Giovanni Trapattoni aus dem Jahr 1998 ist legendär und unvergessen. Und auch deutsche Fußballtrainer können ebenso emotional werden wie die vermeintlich heißblütigeren Italiener, wie Rudi Völler im Jahr 2003 bewies. "Ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören!", pöbelte er Moderator Waldemar Hartmann entgegen.
Der Sympathie der beiden Trainerlegenden haben ihre Ausraster keinen Abbruch getan. Im Sport scheinen Emotionen also durchaus akzeptiert zu sein. Aber wie sieht es in der Wirtschaft aus? Hier sind offensive Gefühlsbekundungen eher die Seltenheit. Finden Sie dennoch statt, erfahren sie viel Beachtung. Wie beispielsweise der emotionale Linkedin-Post von Verena Bahlsen zu ihrem Ausstieg, in dem sie offen darüber berichtet, manchmal in Meetings geweint zu haben oder gegenüber ihren Mitarbeitenden kalt ...
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