Vier Unternehmen für vorbildliche Inklusion am Arbeitsplatz ausgezeichnet
"Inklusion ist ein Erfolgsfaktor für Unternehmen, das zeigt der Inklusionspreis zum achten Mal in Folge", so Olaf Guttzeit, Vorstandsvorsitzender des Unternehmensforum und einer der vier Initiierenden des renommierten Preises. Sein Fazit: "Inklusion sichert den Fachkräftebedarf und stärkt die Motivation der Mitarbeitenden, ganz gleich ob mit oder ohne Behinderungen."
Inklusionspreis: Vier Preisträger ausgezeichnet
Schirmherr Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, würdigte in seinem Grußwort den Vorbildcharakter der prämierten Betriebe: "Arbeit ist mehr als reiner Broterwerb. Arbeit bedeutet Teilhabe an der Gesellschaft. Deshalb zeichnen wir Unternehmen aus, die Inklusion leben und Menschen mit Behinderungen fördern. Sie zeigen uns, was Inklusion am Arbeitsplatz ganz praktisch heißt."
Preisträger Porzellanfabrik Hermsdorf
In der Kategorie "Mittelständisches Unternehmen" erhielt die Porzellanfabrik Hermsdorf den Inklusionspreis. In nahezu allen Unternehmensbereichen, von Empfang über Verwaltung bis hin zur Produktion, sind hier Menschen mit Behinderungen und leistungsgewandelte Mitarbeitende beschäftigt. Barrierefreiheit im Gebäude, Hebehilfen und angepasste Arbeitszeiten sind hierfür die Voraussetzungen. Für einen stark sehbehinderten Jugendlichen hat das Unternehmen dank spezieller Hardware, Kameratechnik und digitalen Lernmedien einen extra Ausbildungsplatz geschaffen.
Matthias Hartmann Orthopädie und Sport
Als "Kleines Unternehmen" wurde die Matthias Hartmann Orthopädie und Sport GmbH aus dem hessischen Dillenburg mit dem Inklusionspreis ausgezeichnet. Inhaber Matthias Hartmann geht auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften engagierte Wege: Seit 2018 beschäftigt er einen jungen Syrer, der Analphabet und körperlich behindert ist. Ein speziell angepasster Arbeitsplatz macht die Beschäftigung möglich. Individuell zugeschnittene Arbeits-bedingungen schuf Hartmann zudem für eine hörgeschädigte Mitarbeiterin: Feste Aufgaben, eine eigene Maschine und flexible Arbeitszeiten ermöglichen hier ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis.
Shuyao Teekultur
Nahezu die Hälfte der Mitarbeitenden von Shuyao, einem Düsseldorfer Unternehmen für Teekultur, hat eine Behinderung. Die meisten von ihnen sind hörbehindert, aber auch Menschen mit Lese-/Schreib- und Rechenschwäche sind bei Shuyao tätig. Dafür bekam das Unternehmen jetzt den Inklusionspreis verliehen, ebenfalls in der Kategorie "Kleines Unternehmen". Ende 2019 wurden die Shuyao-Teeprodukte beim größten deutschen Teleshopping-Sender erstmals mit Übersetzung in Gebärdensprache ausgestrahlt. Ein Beispiel für zielgruppen-spezifisches Marketing für Menschen mit Hörbehinderungen und ein sichtbares Zeichen für mehr Inklusion via Fernsehen, so die Jury in ihrer Begründung.
Zahntechnik Leipzig
In der Kategorie "Nicht beschäftigungspflichtiges Unternehmen" überzeugte Zahntechnik Leipzig. Inhaber Henry Goepel beschäftigt eine gehörlose Zahntechnikermeisterin, die dank sehr hoher Konzentrationsfähigkeit hervorragende Leistungen erbringt. Die Reklamationsquote sank so von 8 auf 2 Prozent. Alle technischen Geräte verfügen über visuelle Signale, sodass die Beschäftigte sie problemlos anwenden kann. Die erforderlichen Investitionen zielen auf Nachhaltigkeit: Auch künftig sollen Menschen mit Hörbehinderung beschäftigt werden.
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