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| Preisverleihungen

Vorbildliche Initiativen zur Inklusion ausgezeichnet

Bei Inklusionsprojekten arbeiten behinderte und nichtbehinderte Mitarbeiter zusammen.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Noch gibt es in den meisten Firmen Nachholbedarf, wenn es darum geht, behinderte Arbeitnehmer zu integrieren. Einige Initiativen, mit denen dies bereits in vorbildlicher Weise gelingt, wurden nun mit dem "Hermann-Schmidt-Preis 2014" sowie dem "Inklusionspreis 2014" ausgezeichnet.

Bisher absolvieren wenige behinderte Jugendliche eine reguläre Berufsausbildung. Das zeigte vor Kurzem eine Studie. Vier Initiativen, mit denen es Firmen und Bildungseinrichtungen in vorbildlicher Weise geschafft haben, behinderte Jugendliche in ihr Ausbildungssystem zu integrieren, wurden jetzt mit dem "Hermann-Schmidt-Preis 2014" und drei Sonderpreisen ausgezeichnet. Der Verein "Innovative Berufsbildung e.V." identifiziert und prämiert damit jährlich Inklusions-Initiativen in der Berufsausbildung.

Dieses Jahr waren 19 Initiativen in der Auswahl; vier davon wurden mit einem Preis geehrt. Der mit 3.000 Euro dotierte "Hermann Schmidt Preis 2014" geht an die Initiative "Inklusion in der dualen Ausbildung ist keine Einbahnstraße – Neue Wege führen zum Ziel", die das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk zusammen mit der Mondelez Deutschland Produktion, Berlin, entwickelt hat. Die Projektpartner, die seit 2013 eng kooperieren, bieten behinderten Jugendlichen eine reguläre zweijährige Ausbildung zum Mechatroniker im Berufsbildungswerk und anschließend anderthalb Jahre im Betrieb.

Jury vergibt drei Sonderpreise beim "Herrmann-Schmidt-Preis"

Darüber hinaus verlieh der Verein, der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und dem W. Bertelsmann Verlag getragen wird, drei Sonderpreise à 1.000 Euro. Einer davon ging an die Initiative "Inklusion konkret" des Vereins Fördern durch Spielmittel e.V., Berlin. Teil des Vereins sind zwei Berliner Handwerksbetriebe, die Jugendliche mit und ohne Behinderung zusammen ausbilden.

Mit Sonderpreis Nummer zwei wurde die Lebenshilfe Braunschweig ausgezeichnet: Bei der "Seitentausch"-Initiative absolvieren geistig behinderte Auszubildende der Lebenshilfe einen Teil ihrer Ausbildung im Unternehmen MAN SE und werden dort von den betrieblichen Azubis angeleitet.

Mit dem Sonderpreis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wurde die Initiative "Lebendige Inklusion gehörloser Menschen in der medizinischen Versorgung" des Deaf Med e.V., Hamburg, geehrt. Initiiert hat das Programm eine Zahnärztin, die auf die Behandlung gehörloser Menschen spezialisiert ist. In ihrer Praxis bildet sie je zwei gehörlose Azubis im ersten und zweiten Lehrjahr zu Zahnmedizinischen Fachangestellten aus.

"Inklusionspreis 2014" verliehen

Eine weitere Preisverleihung rund ums Thema "Inklusion" fand Ende Oktober statt: Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände verlieh zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit und der Charta der Vielfalt den "Inklusionspreis 2014". Der Preis prämiert beispielhaftes Engagement in der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Handicap.

Preisträger in der Kategorie "Mehr als 10.000 Mitarbeiter" ist der Softwarekonzern SAP SE; Stegmann Personaldienstleistung erhielt den Preis in der Kategorie "1.001 bis 10.000 Mitarbeiter". In der Kategorie "101 bis 1.000 Mitarbeiter" überzeugte die Schneider Electric Sachsenwerk GmbH. Der Gewinner in der Kategorie "11 bis 100 Mitarbeiter" ist das Reinigungsunternehmen Forever Clean.

Haufe Online Redaktion

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