Frauen-Karriere-Index feiert Jubiläum
"Als wir 2012 angefangen haben, war in den meisten Unternehmen das Diversity-Management die Frauenbeauftragte", blickt FKi-Gründerin Barbara Lutz zurück. "Heute ist das Thema im Vorstand angekommen." Das sei nicht zuletzt auch der Verdienst des FKi. "Wir waren die ersten, die Business-technisch auf die Sache geblickt und Frauenförderung messbar gemacht haben: mit Zahlen, Daten, Fakten. Denn das ist die Sprache, die in den Vorstandsetagen gesprochen wird", so Lutz.
Frauen-Karriere-Index macht Frauenförderung messbar
Der Frauen-Karriere-Index (FKi) ist ein Messinstrument und Benchmarking für die Entwicklung von Frauenkarrieren in Unternehmen. Der Index liefert wichtige Kennzahlen sowie detaillierte Erkenntnisse über Zusammenhänge und Wirkungsmechanismen, die im Unternehmen den Aufstieg von Frauen unterstützen und Diversität fördern.
"Seit zehn Jahren setzt der Frauen-Karriere-Index Maßstäbe", sagte Anne Spiegel, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in ihrem Grußwort anlässlich FKi-Jubiläums. "Für unser Ministerium ist der FKi ein gutes Instrument, um die systematische Förderung von Frauen in der Wirtschaft verlässlich ablesen zu können. Denn der Index schafft nicht nur Transparenz und professionelle Unterstützung für Unternehmen, die mehr Frauen in Führungsverantwortung bringen wollen. Er ermöglicht es Unternehmen ebenso, ihre Kultur ernsthaft zu hinterfragen, umzusteuern und ein frauenfreundliches Arbeitsumfeld zu kreieren.”
Auszeichnung für besonders frauenfreundliche Unternehmen: Keine Überraschungen in der Spitzengruppe
Insgesamt 380 Unternehmen in 16 Ländern wurden in den vergangenen zehn Jahren indexiert, viele davon mehrmals. Unter den Top-Ten der frauenfreundlichsten Unternehmen finden sich auch in diesem Jahr keine Überraschungen. Accenture und Hewlett Packard Enterprise teilen sich seit Jahren den ersten Platz. Auch die Berliner Wasserbetriebe (Platz 2) sind schon mehrere Jahre in der Spitzengruppe vertreten. Auf Platz 3 landete die Deutsche Bahn.
Im Ranking der Unternehmen, die im vergangenen Jahr den größten Fortschritt in Sachen Frauenförderung gemacht haben, liegen Mindshare, Fujitsu und Hays vorne. Als "Newcomer des Jahres" wurde Munich Re ausgezeichnet. Der Versicherungskonzern nahm zum ersten Mal am Index teil.
"Chancengerechtigkeit ist ein fundamentaler humanistischer und demokratischer Wert. Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass Unternehmen dies bieten", sagte Doris Höpke, die im Vorstand von Munich Re unter anderem für Personal verantwortlich ist. Als Versicherung stehe man beim Thema Diversity vor besonderen Herausforderungen. "Wir kommen aus sehr traditionellen Strukturen, die Führungsriegen waren lange Zeit rein männlich besetzt. Das kratzt natürlich an der Glaubwürdigkeit. Daran mussten und müssen wir arbeiten." Munich Re setzt dabei vor allem auf Role Models. "Role Models belegen, dass wir es ernst meinen", so Höpke. Und die wichtigste Erkenntnis aus der Indexierung? "Dass wir in der Außenkommunikation noch besser werden müssen."
"Joint Leadership" als kultureller Musterbrecher
Im Diskussionspanel anlässlich der Auszeichnung ging es unter anderem um die Frage, welche Maßnahmen am besten wirken. Bei BMW brachte das "Joint Leadership"-Modell den Durchbruch, berichtete Barbara Burghardt, Senior Vice President HR-Management and Services. "Das war bei uns ein echter kultureller Musterbrecher." Inzwischen gibt es bei BMW 50 Leadership-Paare, die sich fachliche und disziplinarische Führung teilen – auch Männer sind dabei. Die Deutsche Bahn schwört auf ihr Baukastensystem bei den Maßnahmen zur Förderung von Frauenkarrieren und Diversity: "So können wir für Mitarbeitende in jeder Lebensphase und für unterschiedliche Lebensmodelle das passende Paket anbieten", erläuterte Christine Epler, Head of HR-Strategy, Innovation & Diversity. Außerdem betont sie die wichtige Rolle von Kennzahlen: "Seit wir ein konkretes Ziel haben – nämlich 30 Prozent Frauen in Führungspositionen bis 2024 - ist eine ganz neue Dynamik entstanden."
Leidenschaft und Begeisterung für Führung wecken
Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmer, dass unbewusste Vorurteile ("unconscious bias") nach wir vor eines der größten Hindernisse für Frauenkarrieren sind – und zwar auch vonseiten der Frauen selbst. Frauen neigten dazu, sich zu unterschätzen oder sich bestimmte Funktionen – zum Beispiel Positionen, die viel technisches Know-how erfordern – nicht zuzutrauen. Hier müsse man Frauen schon ganz früh in ihrer Laufbahn gezielt ansprechen und "an die Hand nehmen", so Veronika Wolters, Managing Director bei Accenture DACH. Accenture bietet hierfür unter anderem das Programm "You bring you talent, we train you for success" an. Einen ähnlichen Weg geht BMW. Barbara Burghardt: "Wir arbeiten auf allen Ebenen daran, Leidenschaft und Begeisterung für Führung zu wecken."
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