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CHRO of the Year 2020: Die Kandidaten (1)

Gunnar Kilian, Sirka Laudon und Sandra Mühlhause sind, neben Thomas Ogilvie, Ariane Reinhart und Martin Seiler, für den "CHRO of the Year 2020" nominiert. Lesen Sie hier, was diese drei Kandidaten auszeichnet.

Gunnar Kilian, CHRO Volkswagen

Der Erneuerer

Seit Gunnar Kilian vor zweieinhalb Jahren das Personalressort im VW-Konzern übernahm, hat er die Wagenburgmentalität aufgebrochen, für mehr Transparenz gesorgt und HR grundlegend erneuert. Er schuf dialogorientierte Foren, führte agile Arbeitsweisen ein und etablierte Social Media in seiner Kommunikation. Mit der Fakultät 73 hat er ein wegweisendes Qualifizierungsprogramm geschaffen, um die Softwarekompetenz des Autokonzerns auszubauen. Kilian, der zuvor beim Konzernbetriebsrat HR-Projekte managte, ist es gelungen, das Gewicht von HR im Konzern zu erhöhen. Bei der Bewältigung der Corona-Krise leitete Kilian zusammen mit dem Finanzvorstand den konzernweiten Krisenstab. Schneller als andere entwarf er einen 100-Punkte-Plan, der als Blaupause an weltweit allen VW-Standorten angewendet und auch von Zulieferern und Partnern kopiert wurde. Wie stark seine Stellung im VW-Konzern ist, zeigt sich darin, dass ihm vor kurzem die Geschäftsleitung für die Lkw-Sparte übertragen wurde. 

Sirka Laudon, Vorständin People Experience, Axa 

Die Regelbrecherin

Sirka Laudon gilt in HR-Kreisen als Querdenkerin, die sich nicht davor scheut, die Regeln zu brechen. Bei Axa Deutschland treibt sie die Workforce Transformation voran, die der Konzern bereits vor Beginn ihrer Amtszeit einläutete. Laudon steht für agiles Arbeiten, flache Hierarchien, selbstwirksame Mitarbeitende und crossfunktionale Teamarbeit. Von Appellen und Vorschriften hält sie wenig. Stattdessen lebt sie vor, was sie von ihren Mitarbeitenden erwartet: Eigenverantwortung. Das datengetriebene Arbeitsumfeld der Axa unterstützt ihre Vorstellungen eines technologiegetriebenen Kulturwandels. In der Krise profitiere sie von der fachübergreifenden Expertise im Unternehmen, die HR befähigte, ein analytisches, geordnetes und vorausschauendes Risikomanagement zu betreiben.

Sandra Mühlhause, Personalvorständin McDonald's Deutschland 

Die Deal-Makerin

Sie setzte eines der meist beachteten HR-Projekte seit Ausbruch der Corona-Pandemie um: Im März 2020 schloss McDonald’s Deutschland mit Aldi eine Personalpartnerschaft, obwohl die Unternehmen vor der Krise noch im Wettbewerb um Arbeitskräfte standen. Mitarbeitende, die vom eingeschränkten Restaurantbetrieb betroffen waren, konnten unbürokratisch an die Discounter vermittelt werden. Damit hat sich Mühlhause als geschickte Verhandlerin erwiesen, die verschiedene Seiten schnell zusammenbringen kann. Klare Krisenkommunikation und persönlicher Austausch – sie machte sich für die Stabilisierung und Beschäftigungssicherung der rund 60.000 Mitarbeitenden in Deutschland stark, die vorwiegend aus dem Niedriglohnsektor kommen. Ihre ergebnisorientierte Herangehensweise stellte sie zudem als Präsidentin des Bundesverbandes der Systemgastronomie unter Beweis: Im Eiltempo erreichte sie eine Zusatzvereinbarung zum jüngst geschlossenen Tarifvertrag, der Kurzarbeit in der Branche erleichtert.


Weitere Kandidaten: Thomas Ogilvie, Ariane Reinhart und Martin Seiler

Schlagworte zum Thema:  Award, Veranstaltung, Personalie