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CHRO of the Year 2020: Die Kandidaten (2)

Thomas Ogilvie, Ariane Reinhart und Martin Seiler sind, neben Gunnar Kilian, Sirka Laudon und Sandra Mühlhause, für den "CHRO of the Year 2020" nominiert. Lesen Sie hier, was diese drei Kandidaten auszeichnet.

Thomas Ogilvie, Vorstand Personal & Corporate Incubations, Deutsche Post DHL Group

Der Optimierer

Thomas Ogilvie gilt als Stratege und Technokrat, der die Beschäftigten der Deutschen Post souverän durch die erste Welle der Corona-Pandemie manövrierte. Für die Mitarbeiter in der Fläche und die Verteilzentren – potenzielle Infektions-Hotspots – entwickelte er ein effektives Hygienekonzept. Bereits Ende Mai verkündete das Unternehmen, tausenden Mitarbeitenden prophylaktische Corona-Tests anzubieten. Um das in der Krise boomende Paketgeschäft bewältigen zu können, genehmigte die Post kurzerhand 4.000 neue Stellen; alle Angestellten erhielten einen Corona-Bonus. Parallel arbeitet Ogilvie daran, das Spannungsfeld zwischen Automatisierung (betrifft laut eigener Aussage 30 Prozent aller Tätigkeiten bei der DPDHL bis 2030) und Beschäftigungsfähigkeit zu managen. Im Capital-Interview versprach er: "Es wird keine Digitalisierungsopfer geben".

Ariane Reinhart, CHRO Continental 

Die Transformatorin

Schon seit längerer Zeit hat Ariane Reinhart die Strukturkrise der Automobilindustrie kommen sehen und Maßnahmen auf den Weg gebracht. Ein Beispiel ist die Gründung des "Continental Institute of Technology and Transformation", das die Beschäftigungsfähigkeit der An- und Ungelernten für den Arbeitsmarkt stärkt. Mit modernen Rahmenvereinbarungen zur Mobilarbeit hat sie die Eigenständigkeit der Beschäftigten gefördert und eine auf Dialog, Diversität und Leistung basierende Führungskultur gestärkt. Reinhart hält an ihren Werten und New-Work-Konzepten fest - auch in einer Phase rückläufiger Umsätze, die harte Maßnahmen wie Kostensenkungen und Personalabbau erfordert. Während der Corona-Pandemie zählte sie zum Krisenkomitee bei Conti. Reinhart erstellte das Konzept zum Gesundheitsschutz, führte eine Krisen-App zur besseren Kommunikation ein und setzte menschliche Akzente. Ihr Krisenmanagement profitierte von der Vorsorge und Weitsicht, etwa bestehenden Pandemieplänen und einem ausreichenden Bestand an Masken und Schutzausrüstung.

Martin Seiler, Personalvorstand Deutsche Bahn

Der Brückenbauer

Eine große Recruiting-Initiative, Diversity und Digitalisierung – das ist der Dreiklang, mit dem Martin Seiler die Transformation der Bahn vorantreibt. Er steuerte maßgeblich den Corona-Krisenstab und überzeugte mit Konzepten aus der Zentrale, ohne dezentrale Besonderheiten aus dem Blick zu verlieren. Trotz der Milliardenzuschüsse durch den Bund, die den Einbruch der Fahrgastzahlen ausgleichen sollen, muss Seiler vor allem beim Personal sparen. Noch ringt er mit den Gewerkschaften über den Weg, doch an seinem strategischen Fahrplan hält er fest. Seiler kann seit der Krise neue virtuelle Schulungsformate, digitale Schichtplanung und digitale Personalbeschaffungs- und Einstiegsprozesse verbuchen. Im ersten Halbjahr gewann der Bahnkonzern bereits rund 19.000 Neueinstellungen und schnupperte damit am selbstgesteckten Ziel von 25.000 für 2020. Während des Lockdowns verkündete die Bahn zudem das Ziel, den Anteil weiblicher Führungskräfte bis 2024 auf 30 Prozent erhöhen zu wollen. 


Weitere Kandidaten: Gunnar Kilian, Sirka Laudon und Sandra Mühlhause

Schlagworte zum Thema:  Award, Veranstaltung, Personalie