Beitragsbemessungsgrenzen

Grundsätzlich richtet sich die Höhe der Beiträge zur Sozialversicherung nach dem Arbeitsentgelt des Versicherten. Übersteigt das Arbeitsentgelt aber einen gewissen Wert, wird es nur bis zu dieser Höhe berücksichtigt. Dieser Wert wird als Beitragsbemessungsgrenze (BBG) bezeichnet. Die BBGen werden jährlich entsprechend der aktuellen Steigerungsrate der Bruttoentgelte in Deutschland angepasst und grundsätzlich für jeden Zweig der Sozialversicherung bestimmt. Der Wert für den Rechtskreis West gilt bundeseinheitlich für alle Werte im Bereich der Kranken- und Pflegeversicherung. Für den Bereich der Renten- und Arbeitslosenversicherung werden nach Rechtskreisen getrennte Werte herangezogen.

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Sozialversicherung: Grundlage für die Anwendung der Beitragsbemessungsgrenzen ist § 223 Abs. 3 SGB V für die Krankenversicherung, § 54 Abs. 2 SGB XI für die Pflegeversicherung, § 159 SGB VI für die Rentenversicherung und § 341 Abs. 3 und 4 SGB III für die Arbeitslosenversicherung. Die aktuellen Werte der Beitragsbemessungsgrenzen werden jährlich durch die Bundesregierung in der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung festgelegt.

Sozialversicherung

1 BBG in der Renten- und Arbeitslosenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) beträgt in der gesetzlichen Renten- und der Arbeitslosenversicherung für 2018 jährlich 78.000 EUR/West bzw. 69.600 EUR/Ost. In der knappschaftlichen Rentenversicherung beträgt sie jährlich 96.000 EUR/West bzw. 85.800 EUR/Ost.

2 BBG in der Kranken- und Pflegeversicherung

Die BBG der Kranken- und Pflegeversicherung ist an die nach § 6 Abs. 7 SGB V geltende besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze angebunden. Sie beträgt in der Kranken- und Pflegeversicherung für das Jahr 2018 bundeseinheitlich 53.100 EUR.

3 Monatswerte und Teilzeiträume 2018

Für Monatsbezüge beträgt die BBG [1]/12 der Jahresbeitragsbemessungsgrenze; unabhängig davon, wie viele Kalendertage der jeweilige volle Monat hat. 2018 beträgt die BBG in der allgemeinen Rentenversicherung und in der Arbeitslosenversicherung monatlich 6.500 EUR/West bzw. 5.800 EUR/Ost, in der knappschaftlichen Rentenversicherung 8.000 EUR/West bzw. 7.150 EUR/Ost.

Zur Kranken- und Pflegeversicherung beträgt die monatliche BBG bundeseinheitlich 4.425 EUR.

Für andere Bemessungszeiträume als das Jahr und den Monat gilt Folgendes:

  • Zeitraum • Formel • allg. RV und ALV • knappsch. RV • KV und PV
  • EUR • EUR • EUR
  • Kalendertag • (Jahres-BBG)/360 • West: 216,67 Ost: 193,33 • West: 266,67 Ost: 238,33 • 147,50
  • 1 Woche • (Jahres-BBG*7)/360 • West: 1.516,67 Ost: 1.353,33 • West: 1.866,67 Ost: 1.668,33 • 1.032,50
  • 2 Wochen • (Jahres-BBG*14)/360 • West: 3.033,33 Ost: 2.706,67 • West: 3.733,33 Ost: 3.336,67 • 2.065,00
  • 3 Wochen • (Jahres-BBG*21)/360 • West: 4.550,00 Ost: 4.060,00 • West: 5.600,00 Ost: 5.005,00 • 3.097,50
  • 4 Wochen • (Jahres-BGG*28)/360 • West: 6.066,67 Ost: 5.413,33 • West: 7.466,67 Ost: 6.673,33 • 4.130,00
  • 5 Wochen • (Jahres-BBG*35)/360 • West: 7.583,33 Ost: 6.766,67 • West: 9.333,33 Ost: 8.341,67 • 5.162,50

Beschäftigung nicht über den ganzen Kalendermonat

Wird die versicherungspflichtige Beschäftigung zwar laufend, aber nicht während des ganzen Kalendermonats ausgeübt, ist die jeweils anteilige BBG auf kalendertäglicher Basis zu ermitteln. Dazu wird die tägliche BBG ungerundet mit den beitragspflichtigen Kalendertagen des Zeitraums vervielfacht. Das Ergebnis wird auf 2 Dezimalstellen mathematisch gerundet.

Hat der Arbeitnehmer im Laufe eines Monats seinen Arbeitsplatz gewechselt, ohne dass hierdurch eine Beschäftigungslosigkeit eingetreten ist, so ist bei der Berechnung der jeweiligen Teilbeschäftigungen bei Kalendermonaten mit 31 Tagen zur Feststellung der Beitragsbemessungsgrenze bei der letzten Beschäftigung im Monat ein Tag abzuziehen.

Auch bei Mehrfachbeschäftigten ist die Beitragsbemessungsgrenze zu beachten. Übersteigt das Gesamtentgelt die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze, so sind die Entgelte der einzelnen Beschäftigungen anteilig nach folgender Formel zu kürzen:

  • Jeweilige BBG × Entgelt aus einer Beschäftigung
  • Gesamtentgelt aus allen Beschäftigungen

Hinweis

Kürzung hoher Einzelentgelte vor der Verhältnisrechnung

Bei Mehrfachbeschäftigten mit Arbeitsentgelten oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze gilt Folgendes: Die Einzelentgelte der Beschäftigungen sind auf die Beitragsbemessungsgrenze des jeweiligen Versicherungszweigs zu kürzen. Dies erfolgt vor der Verhältnisberechnung, die das für die Beitragsberechnung beitragspflichtige Entgelt des jeweiligen Arbeitgebers bestimmt.

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