Inklusionsvereinbarung zur Eingliederung behinderter Menschen im Betrieb

Kurzbeschreibung

Inklusionsvereinbarungen enthalten Regelungen zur Personalplanung, zur Arbeitsplatzgestaltung sowie die Arbeitsorganisation und die Gestaltung des Arbeitsumfeldes betreffend. Daneben sind weitere Regelungen zur angestrebten Beschäftigungsquote oder Ausbildung behinderter Jugendlicher möglich.

Vorbemerkung

Die Inklusionsvereinbarung nach § 166 SGB IX enthält Regelungen die im Zusammenhang mit der Eingliederung schwerbehinderter Menschen in die Arbeitswelt stehen. Diese Regelungen beziehen sich z.B. auf die Personalplanung, die Arbeitsplatzgestaltung, die Arbeitsorganisation und die Gestaltung des Arbeitsumfeldes. Weitere Regelungen zur angestrebten Beschäftigungsquote und Ausbildung behinderter Jugendlicher können getroffen werden.

Soll eine solche Vereinbarung abgeschlossen werden, empfiehlt sich im Vorhinein eine sorgfältige Analyse über den Ist-Zustand und eine Abstimmung zwischen den Betriebsparteien zu den verfolgten Zielen.

Betriebsvereinbarung zur Eingliederung behinderten Menschen im Betrieb – Inklusionsvereinbarung

Zwischen der Fa. .................... und dem Betriebsrat wird folgende Inklusionsvereinbarung nach § 166 SGB IX abgeschlossen:

1. Geltungsbereich

Diese Inklusionsvereinbarung gilt für

  • alle behinderten Menschen im Anerkennungsverfahren gemäß § 152 SGB IX und für
  • alle Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 30, die in einem Arbeitsverhältnis zur Firma stehen.

Die Firma wirkt darauf hin, dass die Inhalte dieser Inklusionsvereinbarung auch bei Tochtergesellschaften Berücksichtigung finden.

2. Ziele und Strategie

2.1 Ziele

  • Erfüllung der Beschäftigungsquote für behinderte Menschen von mindestens 5 % bis

spätestens .................

  • Arbeitsplatzerhaltung der beschäftigten Behinderten.

2.2 Strategische Ansätze

  • Abbau von Vorbehalten gegen die Beschäftigung und Integration von behinderten Menschen durch Aufklärung und Schulung der Führungskräfte;
  • Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter in allen Bereichen, in denen Schwerbehinderte und Gleichgestellte beschäftigt werden können;
  • Gleichberechtigte Fort- und Weiterbildung;
  • Personalentwicklungsgespräche;
  • Förderung der Teilzeitbeschäftigung und die Sicherung von Teilzeitarbeitsplätzen;
  • Einstellung von behinderten Menschen;
  • Umsetzung der Baunorm für Barrierefreiheit, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung;
  • Erfolgskontrollen;

3. Maßnahmen

3.1 Personalplanung zur Förderung des Inklusionsgedankens

  • Die Integration behinderter Menschen ist Bestandteil der Personalplanung, Personalentwicklung und der betrieblichen Gesundheitsförderung.
  • Die Führungskräfte sind mit den gesetzlichen Regelungen und allen Möglichkeiten zur Förderung und Unterstützung der Beschäftigung und Integration behinderter Menschen vertraut zu machen.
  • Hierbei können die zuständigen Inklusionsämter, Agenturen für Arbeit und Servicestellen der Rehabilitationsträger Hilfestellung geben.
  • Der Gedanke über die Integration behinderter Menschen ist auch in allen geeigneten Grundlehrgängen einzuarbeiten und entsprechend zu vermitteln. Die Schwerbehindertenvertretung (SV) ist zur Unterstützung mit einzubinden.
  • Bei Rationalisierungsmaßnahmen hat der Arbeitgeber die Umsetzung behinderter Menschen auf einen geeigneten Arbeitsplatz innerhalb des Unternehmens vorrangig vor einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu veranlassen.
  • Behinderte Frauen sind bei personellen Einzelmaßnahmen unter Beachtung ausgewogener Beschäftigungsverhältnisse vorrangig zu beschäftigen.
  • Bei der Ausbildung und Einstellung von behinderten Auszubildenden ist die gleiche gesetzliche Beschäftigungsquote nach dem SGB IX wie bei den übrigen Arbeitnehmern anzustreben.
  • Scheidet ein schwerbehinderter Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus, soll geprüft werden, ob die Planstelle wieder mit einem Schwerbehinderten besetzt werden kann. Die frei werdende Planstelle ist der SV umgehend zu melden.

3.2 Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten

  • Behinderte Menschen sind in der Regel sehr selten in inner- oder außerbetriebliche Maßnahmen der Weiterqualifizierung einbezogen. Ihre Teilnahme an Qualifikationsmaßnahmen spielt deshalb für die Erhaltung, Erweiterung und Anpassung ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse an die technisch-organisatorischen Anforderungen eine entscheidende Rolle. Insbesondere verlangt der Aufgabenwechsel und die Kooperation in den Arbeitssystemen erweiterte fachlich-technische und soziale Kompetenzen. Durch die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen ergibt sich für viele Mitarbeiter mit Behinderungen zum ersten Mal die Chance auf eine Beschäftigung in höherwertigen Arbeitssystemen und eine evtl. höhere Bezahlung.
  • Die Firma gibt behinderten Menschen deshalb gleiche berufliche Entwicklungsmöglichkeiten wie nichtbehinderten Menschen.
  • Behinderte Menschen werden von der Firma regelmäßig über Personalentwicklungs- und Fortbildungsmaßnahmen informiert, und die Chancengleichheit beim Zugang zu solchen Maßnahmen wird ihnen gewährleistet. Die Personalabteilung stellt der SV die entsprechenden Daten hierfür zur Verfügung, damit die Information über deren Infobrie...

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