"Messe live gibt's nur noch als Premium-Event"
Schon vor der Coronapandemie deutete sich an, dass die Messe eine Veränderung braucht. Die Krise forderte die Neuausrichtung jetzt mehr heraus. Die Messen werden zurückkommen, aber eben "anders als in der Vergangenheit", so Oliver Leisse.
Zukunft der Messe liegt im Premiumbereich
In Zukunft werde es weniger Messen und große Live-Events geben, aber die wenigen würden "größer und bedeutender" sein und alle Besucherinnen und Besucher würden sich mehr freuen und es werde auch mehr investiert, sagte der Zukunftsforscher Oliver Leisse im Interview mit dem Portal von Event Partner. "Es wird nicht gesund nach unten geschrumpft, sondern 'live' bewegt sich in den Premium-Bereich: Es wird noch bessere Speaker geben, ein noch besseres Rahmenprogramm, es wird noch netter", so Leisse, der von einer "Entwicklung zum Positiven hin" spricht.
Metropolisierung fordert neue Konzepte für kleine Messestandorte
Leisse warnte aber auch: "Wir müssen einsehen, dass es nicht mehr so viele Messestandorte geben wird. Was wir sehen, ist eine Metropolisierung von großen Regionen." In Europa gebe es bald nur noch wenige Anbieter in jeder Branche. Es herrsche ein Konzentrationsprozess. Das sei schlecht für den kleinen Messestandort, der nur dann eine Chance habe, wenn er zu einem Branchentreff werde. Und der Branchentreff müsse dann eigentlich wieder mehr bieten als eine Leistungsschau wie in der Vergangenheit.
Messekonzept: Ratio online, Emotionales vor Ort
Leisse ist davon überzeugt, "dass der Messe der Zukunft eine Art Community- und Clubgedanke zugrunde liegen muss, wo man sich untereinander ständig austauscht und wo es in Podcasts oder sozialen Medien immer wieder Impulse in der Vorbereitung zur Messe gibt. Die Messe ist dann eigentlich nur ein fröhliches Zusammenkommen, aber vieles ist schon online im Vorfeld geregelt worden." Das Motto werde sein: Wir machen online ganz viel Ratio und vor Ort machen wir dann ganz viel Emotionales.
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