Künstliche Intelligenz im Personalwesen

Künstliche Intelligenz kann zunehmend komplexe Aufgaben lösen. Die neuen Anwendungen versprechen das HR-Management einfacher, schneller und objektiver zu machen. Doch nicht immer ist klar, was künstliche Intelligenz eigentlich meint und was der Einsatz bringt. 

Die Erhöhung der Rechenleistung hat in den vergangenen Jahren zu wesentlichen technologischen Fortschritten geführt, durch die immer komplexere Probleme automatisiert gelöst werden können. Technische Lösungen, die die Bearbeitung von Problemen ermöglichen, die zuvor nur Menschen lösen konnten, werden in vielen Fällen als künstliche Intelligenz bezeichnet. 

Der Begriff künstliche Intelligenz ist aber nicht eindeutig definiert und wird häufig synonym verwendet zu maschinellem Lernen, Robot Process Automation oder Big Data Analytics. Damit ist es zuweilen schwierig, entsprechende Systeme einzuordnen.

Künstliche Intelligenz und HR

Mit maschinellen Lernen können Algorithmen eigenständig Zusammenhänge in bestehenden Datensätzen erkennen. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Bilderkennung: Anhand von vielen Katzenfotos lernt ein Machine-Learning-Algorithmus Katzen auch auf anderen Bildern zu erkennen. Da immer häufiger große Datenmengen in verschiedenen Bereichen vorliegen, lassen sich diese Algorithmen auf immer mehr Lebens- und Arbeitsbereiche anwenden. 

Auch im HR-Management ermöglicht die zunehmende Datafizierung den Einsatz von lernenden Algorithmen und ähnlicher KI-Anwendungen. Somit können immer mehr Prozesse des Personalwesens automatisiert werden, beispielsweise die Bearbeitung von Mitarbeiteranfragen, die Suche nach geeigneten Kandidaten oder die Koordinierung von Trainingsinhalten. Darüber hinaus lassen sich Wahrscheinlichkeitsvorhersagen generieren, die bei strategischen Entscheidungen hilfreich sein können.

Deskriptive, prädiktive und präskriptive Analysen

Die Analyse von komplexen Datenlagen zur Lösung von Problemen lässt sich in verschiedene Bereiche einteilen: Deskriptive Verfahren analysieren die Daten und beschreiben Zusammenhänge, prädiktive Verfahren leiten daraus Zukunftstrends ab und präskriptive Analysen erarbeiten Vorschläge, um bestimmte Ziele in Zukunft zu erreichen.

Dabei hängt die Qualität der Analysen nicht nur vom verwendeten Algorithmus und der Datenmenge ab, sondern auch von der Qualität der Daten. Viele Dienstleister bieten deshalb auch vortrainierte KI-Lösungen an. 

Vor der Einführung einer KI-gestützten Anwendung sollte deshalb genau geprüft werden, ob die verwendeten Algorithmen, die eigenen Datensätze und gegebenenfalls die fremden Trainingsdaten tatsächlich den eigenen Ansprüchen genügen und für den vorgesehenen Einsatz brauchbar sind. Darüber hinaus muss genau geprüft werden, ob der Einsatz allen datenschutzrechtlichen Bestimmungen genügt.

KI im Recruiting

Recruiting als Einsatzfeld für KI-Lösungen wird derzeit besonders stark diskutiert. Da der Recruiting-Prozess in vielen Unternehmen bereits vollständig digitalisiert ist und somit breite Datensätze vorhanden sind, bietet sich hier der Einsatz von künstlicher Intelligenz besonders an. Robot Recruiting bezeichnet diese automatisierte Durchführung von Recruitingprozessen, bei der künstliche Intelligenz zunehmend eine Rolle spielt. 

Einsatzfelder von künstlicher Intelligenz

Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz finden sich auch in anderen Teilbereichen von HR. Der folgende Überblick soll beispielhaft einige Möglichkeiten aufzeigen:

  • Mit Chatbots lässt sich der Kontakt zu Mitarbeitern und Bewerbern verwalten. Durch künstliche Intelligenz können Chatbots eigenständig wiederkehrende Anfragen beantworten. Fragen, die ein Chatbot nicht automatisiert beantworten kann, werden in der Regel an entsprechende Mitarbeiter weitergeleitet.
  • In der Personalentwicklung arbeiten einige Unternehmen mit künstlicher Intelligenz und lernenden Algorithmen, um ihren Mitarbeitern zielgerichtet diejenigen Weiterbildungsangebote zukommen zu lassen, die aufgrund ihrer Kompetenzen, Aufgaben und bisherigen Weiterbildungsangebote als optimal eingestuft werden. 
  • Für die statistische Auswertung von Personaldaten auf strategischer Ebene lassen sich künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen ebenfalls anwenden. Auf diesem Weg können gegebenenfalls Wahrscheinlichkeitswerte für die künftige Personalentwicklung, beispielsweise für zu erwartende Kündigungswellen generiert werden. Die Analyseergebnisse können auf die Personalplanung abgeleitet werden. 

Ethikbeirat HR Tech gegründet

Da je nach Anwendungsfall und KI-Anwendung neben den rechtlichen Fragen auch verschiedene ethische Probleme diskutiert werden, hat sich der Ethikbeirat HR Tech gegründet. Der Beirat setzt sich das Ziel, über diese ethischen Fragen im Personalwesen zu informieren und zur Diskussion anzuregen. Weiter Informationen stehen unter www.ethikbeirat-hrtech.de zur Verfügung. 


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