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27.06.2014 | Serie Kolumne zur Fußball-WM 2014

Die WM-Vorrunde endet mit einer Blamage – außerhalb des Fußballs

Serienelemente
Die Zwischenbilanz zum Ende der WM-Vorrunde: Frühes Aus des Tiki-Taka-Systems.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Fußball und HR: Hier gibt es viele Parallelen. Die Redaktion des Personalmagazins schaut die WM durch die HR-Brille an und berichtet aktuell. Heute zeigt die Zwischenbilanz zum Ende der Vorrunde, dass sich mit dem Aus der Spanier auch die Universität Sankt Gallen blamiert hat.

Fußball und Management pflegen in Deutschland eine enge Verbindung. Viele Manager sitzen nicht nur in den Stadien, sie engagieren sich auch aktiv in den Gremien der Fußballvereine und sponsern mit Millionenbeträgen das Geschäft.

Die Prognose des Managementdenkers

Professor Wolfgang Jennewein, der fußballbegeisterte Ordinarius der ehrwürdigen Universität in Sankt Gallen, forscht seit Jahren über das Themenfeld Management und Fußball und wagte im Vorfeld der WM eine Prognose über die Spielsysteme, denen die Zukunft gehört. In der Juniausgabe des Harvard Business Manager hat er unter dem Titel "Tiki-Taka für Manager" publiziert: Das Modernste und überlegene Spielsystem sei das Tiki-Taka-System, das von der spanischen Nationalmannschaft, dem FC Barcelona oder Bayern München gespielt wird. Temporeiche Ballstafetten, Ballbesitz und häufige Positionswechsel prägen das Spiel, das Kollektiv sei entscheidend, nicht die Stars. Tiki-Taka führe zum Sieg, nicht das alte „Kick and Rush“, bei dem die Bälle aus der Verteidigung rasch nach vorne in den gegnerischen Strafraum geschlagen werden, um zu einem schnellen Abschluss zu kommen.

Taktik und Stars statt Tiki-Taka

In der Vorrunde der WM ist es nun anders gekommen als von dem Managementdenker vorhergesagt. Der in den vergangenen Jahren überlegene spanische Fußball ist untergegangen,  es wurde von den taktisch geschickt agierenden Niederländern und auch von den leidenschaftlichen Chilenen niedergewalzt. Auch das Ende der Stars erwies sich als falsche Prognose. Neymars überragende Leistung hat Brasilien den Gruppensieg beschert, schrieb etwa die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Robben und van Persie haben das Team der Niederlande zu Siegen geführt, Benzema hat dem französischen Spiel seinem Stempel aufgedrückt, und Shakiri ragte bei den Eidgenossen heraus – um nur einige Beispiele zu nennen.

Fußballtaktik als Managementmode

Was sagt uns das? Steht ein neuer Paradigmenwechsel im Fußball bevor, der eine neue Managementmode à la Jennewein einleitet? Vielleicht hat ja der niederländische Trainer Louis van Gaal recht, der ebenfalls auf der Höhe der Zeit arbeitet und alle Mittel des modernen Fußballs akribisch einsetzt: "Man muss ein Team so einstellen, dass es den Fähigkeiten der Spieler entspricht. Wir haben jetzt ein System, mit dem wir gewinnen können."

Das ist die Zwischenbilanz, die Schlussbilanz sieht möglicherweise schon wieder anders aus – oder auch nicht.

Autor: Reiner Straub, Herausgeber Personalmagazin

Haufe Online Redaktion

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