Die Arbeitswelt wird familienfreundlicher
Im September 2015 hatten sich das Bundesfamilienministerium und die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft (DIHK, BDA, ZDH) und der DGB im Memorandum „Familie und Arbeitswelt – Die neue Vereinbarkeit“ auf gemeinsame Ziele verständigt und diese seither vorangetrieben. Der Fortschrittsindex zeigt nun die Erfolge und positiven Entwicklungen in den wichtigsten Handlungsfeldern der so genannten "neuen Vereinbarkeit" auf.
Mehr berufstätige Mütter, mehr Väter in Elternzeit
Dazu gehören die aktiven Väter, die mit ihren Wünschen nach mehr Zeit für die Familie den Wandel in der Arbeitswelt vorantreiben. Diese neue Rolle ist dem Fortschrittsindex zufolge breit akzeptiert: 82 Prozent der Bevölkerung finden es gut, wenn Väter eine Auszeit nehmen oder Arbeitszeiten reduzieren, um sich der Kinderbetreuung zu widmen. Schon mehr als jeder dritte Vater nimmt zudem mittlerweile Elterngeldmonate in Anspruch, in manchen Bundesländern sogar fast jeder zweite Vater. Die "neuen" Väter unterstützen demnach die Berufstätigkeit ihrer Partnerinnen und fördern den (Wieder-)Einstieg nach der Geburt der Kinder. Das zeigt die stetig steigende Erwerbstätigkeit von Müttern (2006: 41 Prozent, 2015: 58 Prozent).
Steigende Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren
Voraussetzung für eine gelingende Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch ein gutes Kinderbetreuungsangebot. Durch kontinuierliche und steigende Investitionen in den Betreuungsausbau hat sich die Betreuungsquote von 14 Prozent in 2006 auf 33 Prozent in 2016 mehr als verdoppelt. Auch Unternehmen haben offenbar verstanden, dass familienfreundliche Angebote ein entscheidendes Kriterium bei der Arbeitgeberwahl sind. Laut Fortschrittsindex erachteten 2016 mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) Familienfreundlichkeit als wichtig für Unternehmen, 2003 waren es nur weniger als die Hälfte (47 Prozent). Analysen des Bundesfamilienministeriums haben gezeigt, dass mit Unternehmen mit Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf Renditen von bis zu 40 Prozent erzielen können. Einen Überblick bietet auch diese Infografik.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf als "personalpolitisches Innovationsthema"
"Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat sich in den letzten Jahren von der individuellen Herausforderung für Mütter zu einem personalpolitischen Innovationsthema entwickelt", machten Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek und DIHK-Präsident Eric Schweitzer anlässlic der Vorstellung des Forschrittsindex 2017 gemeinsam deutlich. Ausweis der positiven Dynamik sei auch das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“, das jüngst ein 6.500 Mitgliedsunternehmen begrüßen konnte. Mit diesem Netzwerk engagieren sich das Bundesfamilienministerium und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag bereits seit zehn Jahren dafür, dass Familienfreundlichkeit Markenzeichen der deutschen Wirtschaft wird.
Mehr zum Thema Familienfreundlichkeit lesen Sie in der Serie "Vereinbarkeit 2020" sowie im Top-Thema "Elternzeit".
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
631
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
501
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
374
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
262
-
Ablauf und Struktur des betrieblichen Eingliederungsmanagements
204
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
199
-
Vorlage: Leitfaden für das Mitarbeitergespräch
191
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1804
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
150
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
149
-
Wie der berufliche Wiedereinstieg gelingt
20.03.2026
-
HR-Kosten steigen trotz Sparzwang
19.03.2026
-
"Wir wollen Transformation in Echtzeit abbilden"
18.03.2026
-
Warum Organisationen eine Talent Roadmap brauchen
18.03.2026
-
Fünf Tipps für erfolgreiche HR-Software-Projekte
18.03.2026
-
Warum mehr Tools oft zu mehr Aufwand führen
18.03.2026
-
Psychopathische Chefs – Mythos oder Realität?
18.03.2026
-
Hilfe für Mitarbeitende im Krisengebiet
17.03.2026
-
In sechs Schritten zum Mobilitätskonzept
17.03.2026
-
Steuerfreier Sachbezug: Ein strategisches HR-Instrument
16.03.2026