Große Fortschritte wurden in den vergangenen zehn Jahren bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie erzielt. Bild: Pixabay

Die Arbeitswelt in Deutschland ist familienfreundlicher geworden. So sind heute deutlich mehr Mütter berufstätig als noch vor zehn Jahren und immer mehr Väter nehmen eine Elternzeit in Anspruch. Das zeigt der Fortschrittsindex 2017 des Bundesfamilienministeriums.

Im September 2015 hatten sich das Bundesfamilienministerium und die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft (DIHK, BDA, ZDH) und der DGB im Memorandum „Familie und Arbeitswelt – Die neue Vereinbarkeit“ auf gemeinsame Ziele verständigt und diese seither vorangetrieben. Der Fortschrittsindex zeigt nun die Erfolge und positiven Entwicklungen in den wichtigsten Handlungsfeldern der so genannten "neuen Vereinbarkeit" auf.

Mehr berufstätige Mütter, mehr Väter in Elternzeit

Dazu gehören die aktiven Väter, die mit ihren Wünschen nach mehr Zeit für die Familie den Wandel in der Arbeitswelt vorantreiben. Diese neue Rolle ist dem Fortschrittsindex zufolge breit akzeptiert: 82 Prozent der Bevölkerung finden es gut, wenn Väter eine Auszeit nehmen oder Arbeitszeiten reduzieren, um sich der Kinderbetreuung zu widmen. Schon mehr als jeder dritte Vater nimmt zudem mittlerweile Elterngeldmonate in Anspruch, in manchen Bundesländern sogar fast jeder zweite Vater. Die "neuen" Väter unterstützen demnach die Berufstätigkeit ihrer Partnerinnen und fördern den (Wieder-)Einstieg nach der Geburt der Kinder. Das zeigt die stetig steigende Erwerbstätigkeit von Müttern (2006: 41 Prozent, 2015: 58 Prozent).

Steigende Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren

Voraussetzung für eine gelingende Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch ein gutes Kinderbetreuungsangebot. Durch kontinuierliche und steigende Investitionen in den Betreuungsausbau hat sich die Betreuungsquote von 14 Prozent in 2006 auf 33 Prozent in 2016 mehr als verdoppelt. Auch Unternehmen haben offenbar verstanden, dass familienfreundliche Angebote ein entscheidendes Kriterium bei der Arbeitgeberwahl sind. Laut Fortschrittsindex erachteten 2016 mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) Familienfreundlichkeit als wichtig für Unternehmen, 2003 waren es nur weniger als die Hälfte (47 Prozent). Analysen des Bundesfamilienministeriums haben gezeigt, dass mit Unternehmen mit Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf Renditen von bis zu 40 Prozent erzielen können. Einen Überblick bietet auch diese Infografik.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf als "personalpolitisches Innovationsthema"

"Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat sich in den letzten Jahren von der individuellen Herausforderung für Mütter zu einem personalpolitischen Innovationsthema entwickelt", machten Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek und DIHK-Präsident Eric Schweitzer anlässlic der Vorstellung des Forschrittsindex 2017 gemeinsam deutlich. Ausweis der positiven Dynamik sei auch das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“, das jüngst ein 6.500 Mitgliedsunternehmen begrüßen konnte. Mit diesem Netzwerk engagieren sich das Bundesfamilienministerium und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag bereits seit zehn Jahren dafür, dass Familienfreundlichkeit Markenzeichen der deutschen Wirtschaft wird.

Mehr zum Thema Familienfreundlichkeit lesen Sie in der Serie "Vereinbarkeit 2020" sowie im Top-Thema "Elternzeit".

Schlagworte zum Thema:  Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Elternzeit, Wiedereinstieg

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