Mit dem Fortschrittsindex Vereinbarkeit messen
Familienfreundlichkeit wird für Unternehmen immer mehr zu einem entscheidenden Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte. Um eine familienfreundliche Unternehmenskultur zu fördern, brauchen Unternehmen passende Maßnahmen und Klarheit darüber, was eine familienorientierte Kultur im jeweiligen Betrieb ausmacht.
Benchmarking-Instrument: Fortschritte bei der Vereinbarkeit messen
Zu diesem Zweck hat das Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie" des Bundesfamilienministeriums zusammen mit Unternehmen, dem Bundesverband der Personalmanager (BPM) und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) den "Fortschrittsindex Vereinbarkeit" entwickelt. Der Index besteht aus zwei Teilen: Mit Leitlinien bekennt sich das Unternehmen zu einer innovativen und familienorientierten Unternehmenskultur. In einem zweiten Schritt können Unternehmen ihre Kultur anhand von zwölf Kennzahlen messen und sich mit Wettbewerbern vergleichen. Die Vergleichswerte für den Fortschrittsindex wurden mithilfe einer Unternehmensbefragung ermittelt. Dafür wurden Personalkennziffern aus mehr als 600 Unternehmen erfasst. Die Daten sind repräsentativ im Hinblick auf die Größen- und Branchenstruktur der Unternehmen in Deutschland mit mindestens fünf Mitarbeitenden.
Fortschrittsindex Vereinbarkeit: Kennzahlen
Das sind die zwölf Kennzahlen, die beim Fortschrittsindex Vereinbarkeit erfasst werden:
- Anteil der Beschäftigten mit flexiblen, mitgestaltbaren Arbeitszeitregelungen
- Anzahl der Beschäftigten, die die Möglichkeit haben, im Home-Office beziehungsweise mobil zu arbeiten
- Anteil Männer in freiwilliger Teilzeit
- Durchschnittliche Dauer der Elternzeit von Müttern
- Durchschnittliche Dauer der Elternzeit von Vätern
- Anteil weibliche Führungskräfte
- Anteil der Führungskräfte in freiwilliger Teilzeit
- Anteil der Beschäftigten mit betrieblicher Unterstützung bei der Kinderbetreuung
- Anteil der Beschäftigten mit betrieblicher Unterstützung bei der Pflege
- a Mitarbeiterbindungsquote
b Durchschnittliche Dauer der Betriebszugehörigkeit - Abfrage zur Zufriedenheit der Beschäftigten mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- a Benotung der Vereinbarkeit in externen Foren
b Bewertung als familienbewusster Arbeitgeber durch eine externe Jury oder Auditorinnen und Auditoren
Familienfreundlichkeit: Teilnahmesiegel zur Kommunikation nach außen
Die Teilnahme am "Fortschrittsindex Vereinbarkeit" ist kostenlos und unterstützt Unternehmen bei der Erfassung von Fortschritten sowie der transparenten Kommunikation nach innen und außen. Teilnehmende Unternehmen können sich anonym mit anderen Unternehmen vergleichen und erhalten darüber hinaus passgenaue Empfehlungen, Anknüpfungspunkte und Maßnahmenvorschläge, um Vereinbarkeit konkret umzusetzen und weiterzuentwickeln. Zur Kommunikation nach außen (zum Beispiel für das Employer Branding) erhalten teilnehmenden Unternehmen jedes Jahr ein aktuelles Teilnahmesiegel.
Fortschrittsindex Quick als niedrigschwelliges Angebot
Seit Ende 2021 gibt es auch eine Kurzversion des Instruments: den Fortschrittsindex "Quick". Dieser ist als ergänzendes, besonders niedrigschwelliges Angebot zum bisherigen "Fortschrittsindex Vereinbarkeit" konzipiert. Hier müssen Unternehmen nicht alle zwölf Kennzahlen erheben, sondern können sich auch nur in einzelnen Handlungsfeldern vergleichen, die für sie aktuell wichtig sind, zum Beispiel Homeoffice, Führung in Teilzeit oder flexible Arbeitszeiten.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Das könnte Sie auch interessieren:
Corona bringt Arbeitgeber beim Thema Vereinbarkeit zum Umdenken
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
633
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
565
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
365
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
271
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
230
-
Vorlage: Leitfaden für das Mitarbeitergespräch
202
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
190
-
Ablauf und Struktur des betrieblichen Eingliederungsmanagements
187
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1604
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
154
-
Wie sich Corporate Bullshit auf die Arbeitswelt auswirkt
30.03.2026
-
ZP Süd 2026: Zwei Tage HR-Wissen zu „Team Human x AI“
26.03.2026
-
Wissensmanagement im Offboarding
26.03.2026
-
Ausgezeichnete Modelle der betrieblichen Altersversorgung
26.03.2026
-
Workations brauchen Vertrauen und klare Regelungen
23.03.2026
-
Wie der berufliche Wiedereinstieg gelingt
20.03.2026
-
HR-Kosten steigen trotz Sparzwang
19.03.2026
-
"Wir wollen Transformation in Echtzeit abbilden"
18.03.2026
-
Warum Organisationen eine Talent Roadmap brauchen
18.03.2026
-
Warum mehr Tools oft zu mehr Aufwand führen
18.03.2026