Reboarding: Erfolgreicher Wiedereinstieg im Unternehmen

Ob Sabbatical, längere Krankheit oder Elternzeit: Wenn Mitarbeitende nach mehreren Wochen oder Monaten Abwesenheit an den Arbeitsplatz zurückkehren, können Arbeitgeber ihnen mit klassischen Onboarding- und Reboarding-Maßnahmen den Wiedereinstieg erleichtern.

Unter Reboarding versteht das Personalmanagement all jene unterstützenden Maßnahmen, die einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter dabei helfen, nach einer längeren Abwesenheit den Wiedereinstieg in den Beruf zu schaffen und im Unternehmen wieder Fuß zu fassen. Dies ist beispielsweise nach der Elternzeit, einer längeren Krankheit oder nach einem Sabbatical der Fall.

Was ist Reboarding?

Auch bei der Rückkehr aus einer Phase der Kurzarbeit oder einer längeren Zeit im Homeoffice bieten sich Reboarding-Maßnahmen an, ebenso bei internen Jobwechseln. Oft werden dafür abgespeckte Onboarding-Maßnahmen individuell angepasst, da die Rückkehrer – je nachdem, wie lange und aus welchem Grund sie abwesend waren – einen unterschiedlichen Informationsbedarf haben. Als Faustregel gilt: Je länger eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter abwesend war, desto umfangreicher sollten die Reboarding-Maßnahmen sein.

Schon nach einigen Wochen Abwesenheit kann sich bei der Rückkehr einiges verändert haben: neue Tools sind im Einsatz, Teams wurden neu zusammengestellt und neu eingestellte Kolleginnen und Kollegen arbeiten an neuen Themen. Auch die Arbeitsabläufe haben sich wahrscheinlich geändert. Deshalb müssen die Rückkehrer in erster Linie wissen, welche Aufgaben sie künftig übernehmen und in welche Position und welche Teams sie zurückkehren. Ein enger Austausch zwischen den Mitarbeitenden und Führungskräften ist genauso wichtig wie eine klare Vorstellung davon, wer für welche Aufgaben wann und wo zuständig ist. Hier unterstützt ein individueller Einarbeitungsplan.

Wiedereinstieg nach Elternzeit

Bei Rückkehrern aus der Elternzeit gilt es vor allem die "neue" Lebenssituation nach einer Babypause mit kleinen Kindern zu beachten, beispielsweise indem Teambesprechungen auf den Vormittag gelegt werden, damit auch Teilzeitkräfte teilnehmen können.

Klären Sie,

  • wie es dem Rückkehrer mit der neuen Lebens- und Arbeitssituation geht,
  • was sich seither verändert hat,
  • wo noch Unsicherheiten und Unterstützungsbedarf auftreten.

Generell können Unternehmen einiges dazu beitragen, Arbeitsplätze für Rückkehrer attraktiv zu gestalten, zum Beispiel durch flexible Arbeitszeitmodelle, Möglichkeit zu Homeoffice oder Unterstützung bei der Vermittlung von Kinderferienprogrammen oder Kindergartenplätzen.

Einarbeitung bei internen Stellenwechseln

Bei einem internen Wechsel werden Reboarding-Maßnahmen oft vernachlässigt - schließlich kennt die Kollegin oder der Kollege das Unternehmen schon. Bei größeren Unternehmen und Konzernen vergessen die Verantwortlichen aber oft, dass sich die Teams und Arbeitsweisen in den verschiedenen Bereichen oft stark unterscheiden und mit jedem neuen Teammitglied auch die Teamfindung neu beginnt. Interne Wechsler haben zudem oft Hemmungen, Fragen zu stellen. Eigentlich müssten sie ja alles wissen.

Bei einem internen Wechsel sollten unbedingt die folgenden Punkte beachtet werden:

  • Stellen Sie die soziale Integration in das Team und die fachliche Einarbeitung in den Vordergrund.
  • Ein herzlicher Empfang und ein vorbereiteter Arbeitsplatz sowie ein konkreter Einarbeitungsplan erleichtern den Start im neuen Team.
  • Die Führungskraft sollte regelmäßige Mitarbeitergespräche führen und dokumentieren.
  • Die neuen Kolleginnen und Kollegen sollten Gesprächs- und Hilfsbereitschaft signalisieren.
  • Für die soziale Integration sind gemeinsame Mittagessen und Kaffeepausen wichtig, ein Teamevent nach zwei bis drei Monaten fördert die Integration.

Download-Tipp:

Wer sich nicht wohlfühlt, der geht. Und das meistens noch während der Probezeit. Wie die fachliche und soziale Integration neuer Mitarbeitender erfolgreich gelingt, können Sie im kostenlosen Haufe-Whitepaper nachlesen. Hier geht es zum Download.

Wiedereingliederung nach Krankheit

Fällt jemand krankheitsbedingt längere Zeit aus, wissen viele Führungskräfte, Kolleginnen und Kollegen nicht, wie sie angemessen mit der Situation umgehen sollen. Damit die Rückkehr an den Arbeitsplatz gelingt, kommt ihnen jedoch eine wichtige aktive Rolle zu.

Ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) unterstützt die Wiedereinsteiger, die länger als sechs Wochen innerhalb von zwölf Monaten krankgeschrieben waren. Gesetzlich ist kein formaler Ablauf für ein betriebliches Eingliederungsmanagement vorgeschrieben, sondern das Verfahren lässt den Beteiligten viel eigenen Spielraum. In das BEM-Integrationsteam sind meist Vertreterinnen und Vertreter der HR-Abteilung, des Betriebsrats, der Schwerbehindertenvertreter und gegebenenfalls externe Fachleute eingebunden. Sie prüfen mögliche Maßnahmen, die den Rückkehrern nach längerer Krankheitsphase erlauben, ihre bisherige Tätigkeit wiederaufzunehmen, und setzen diese um. Dies soll weiteren Erkrankungen, die letztlich zum Verlust des Arbeitsplatzes führen können, entgegenwirken ("Rehabilitation statt Entlassung").

Gerade bei langwierigen und chronischen Erkrankungen profitieren Arbeitgeber und Arbeitnehmende von BEM-Maßnahmen, wenn die Belastungen genau analysiert und konkrete Problemlösungen gefunden werden können. BEM-Maßnahmen verbessern zudem das Betriebsklima und Ansehen des Betriebs, weil das Verfahren Fürsorge und Wertschätzung für die Beschäftigten signalisiert. Details zu Ablauf und Struktur des betrieblichen Eingliederungsmanagements lesen Sie in unserem Top-Thema.


Das könnte Sie auch interessieren:

Offboarding: Warum auch der letzte Eindruck zählt

Warum neue Mitarbeitende einen Onboarding-Buddy brauchen

Preboarding für neue Mitarbeitende gestalten

Schlagworte zum Thema:  Onboarding, Wiedereinstieg, Mitarbeiterbindung