Werkzeuggeld / 1 Steuerfreiheit ausschließlich für Handwerkszeug

Das Werkzeuggeld, das der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer für die Benutzung von eigenem Werkzeug bei der Berufsausübung zahlt, ist steuerfrei. Der Begriff "Werkzeug" wird eng ausgelegt. Als Werkzeuge werden nur Handwerkszeuge angesehen, die verwendet werden zur

  • leichteren Handhabung,
  • Herstellung oder
  • Bearbeitung eines Gegenstands.

Dabei gibt es Handwerkzeuge,

  • die direkt von Hand geführt werden, wie Hammer, Zange und Säge, sowie
  • Maschinenwerkzeuge, die in einer Werkzeugmaschine eingespannt werden, wie Bohrer, Fräser und Drehstahl.

Keine Handwerkzeuge

Schreibmaschinen, Personalcomputer, Datenverarbeitungsgeräte, Kameras und Musikinstrumente werden nicht als Werkzeuge angesehen. Daraus folgt auch, dass an Musiker gezahlte Instrumenten-, Saiten-, Rohr- und Blattgelder steuerpflichtiger Arbeitslohn sind.

Eine Steuerfreiheit kommt auch nicht nach den Regeln des Auslagenersatzes in Betracht. Steuerfreier Auslagenersatz kann demzufolge nicht durch eine Individualvereinbarung herbeigeführt werden, sondern nur infolge einer tarifvertraglichen Bindung des Arbeitgebers entstehen.

Dementsprechend stellt bei einem Orchestermusiker der Kostenersatz für die Instandsetzung seines Musikinstruments steuerfreien Auslagenersatz dar, wenn die Arbeitgeberleistung auf einer tarifvertraglichen Verpflichtung beruht.

 
Praxis-Beispiel

Tarifvertraglicher Anspruch auf Instrumentengeld

Ein Berufsmusiker erhält aufgrund tarifvertraglicher Vereinbarung die Kosten für Saite und Bogen seiner Geige ersetzt.

Ergebnis:Es liegt steuerfreier Auslagenersatz vor. Das pauschale tarifvertragliche Instrumentengeld ist im Unterschied hierzu steuerpflichtiger Werbungskostenersatz.

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