Unternehmenskultur: Aufgabe... / 3 Worin unterscheiden sich starke und schwache Unternehmenskulturen?

Wie stark der Einfluss der Unternehmenskultur auf das Geschehen in Ihrem Unternehmen ist, hängt entscheidend davon ab, wie stark ihre Kultur ausgeprägt ist. Wir unterscheiden daher starke und schwache Kulturen.

Starke Unternehmenskulturen sind zum einen sehr prägnant. In ihren herrschen klare Vorstellungen darüber, was erwünscht ist und was nicht. Die Werte und Verhaltensweisen sind sehr klar und nicht widersprüchlich und relativ umfassend. Des weiteren verfügen starke Unternehmenskulturen über eine große Verbreitung im Unternehmen. Wo Subkulturen auftreten, deuten diese eher auf eine schwache Unternehmenskultur hin. Das dritte Kriterium für die Stärke einer Unternehmenskultur besteht in der Beantwortung der Frage, inwieweit die kulturellen Muster zum selbstverständlichen Bestandteil des täglichen Denken und Handelns der Mitarbeiter geworden sind. Ist dies der Fall, liegt eine starke Unternehmenskultur vor.

In den Fällen, in denen diese drei Merkmale nicht oder kaum vorhanden sind, sprechen wir von einer schwachen Unternehmenskultur. Durch Fusionen sinkt im Allgemeinen die Stärke einer Kultur. Aus der Stärke einer Unternehmenskultur kann man nicht folgern, dass ein Unternehmen erfolgreicher oder weniger erfolgreicher ist.

3.1 Vorteile einer starken Unternehmenskultur

Eine starke Unternehmenskultur hat entscheidende Vorteile:

  1. Handlungsorientierung: Durch eine starke Kultur haben die Mitarbeiter eine klare Orientierung und wissen relativ genau, worauf sie zu achten haben und welche Verhaltensweisen "die richtigen" sind. Daher können sie sich leichter aufs Handeln konzentrieren.
  2. Bessere Kommunikation: In starken Kulturen bestehen klarere Regeln darüber, was wesentlich und richtig ist und die Kommunikation ist darauf ausgerichtet. Daher werden in der Kommunikation Signale viel weniger verzerrt weitergegeben und zuverlässiger interpretiert.
  3. Rasche Entscheidungsfindung: Durch die gemeinsame Sprache und die größere Übereinstimmung im Denken kann schneller entschieden werden.
  4. Zügige Umsetzung von Plänen: Entscheidungen und Pläne, die auf gemeinsamen Überzeugungen beruhen, können schneller und wirksamer umgesetzt werden, sofern sie der Unternehmenskultur entsprechen.
  5. Weniger Kontrollaufwand: Da die Mitarbeiter die Orientierungsmuster der Unternehmenskultur verinnerlicht haben, besteht weniger die Notwendigkeit, ihre Einhaltung zu überprüfen.
  6. Motivation und Teamgeist: Unternehmenskulturen vermitteln Orientierung und diese trägt dazu bei, dass die Mitarbeiter sich stärker für ihr Unternehmen engagieren ("intrinsische Motivation").
  7. Stabilität: Die gemeinsamen Orientierungsmuster verringern Angst und bringen Sicherheit und Selbstvertrauen. Daher werden Mitarbeiter seltener dieses System verlassen oder dem Arbeitsplatz fernbleiben wollen (geringere Fluktuationsrate und niedrigere Fehlzeiten).

3.2 Nachteile einer starken Unternehmenskultur

Selbstverständlich hat eine starke Unternehmenskultur auch Nachteile:

  1. Tendenz zur Abschließung: Kritik, Warnungen usw. die zu der bestehenden Kultur im Widerspruch stehen, drohen verdrängt oder überhört zu werden.
  2. Blockierung neuer Orientierungen: Wenn Unternehmen mit starken Kulturen die Werte ihrer Kultur bedroht sehen, dann lehnen sie Änderungen vehement ab. Der herrschenden Kultur zuwiderlaufende Vorschläge werden frühzeitig blockiert.
  3. Implementationsbarrieren: Selbst wenn eine Entscheidung für neue Ideen getroffen worden ist, kann eine starke Unternehmenskultur die Umsetzung stark behindern. Eine Neuorientierung wird so zum Problem.
  4. Fixierung auf traditionelle Erfolgsmotive: Starke Kulturen schaffen gefühlsmäßige Bindungen an bestimmte Vorgehensweisen und Denkrichtungen. Neue Pläne und Projekte, die nicht zur Kultur passen, werden dadurch behindert.
  5. "Kulturdenken": Starke Unternehmenskulturen "erzwingen" oft Konformität. Konträre Ansichten werden zurückgestellt zugunsten der kulturellen Werte und Kritik daran wird auf subtile Weise als illegitim erklärt.

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