Rentner / 5.9 Rentner in Minijobs

Geringfügige Beschäftigungen von Rentnern sind grundsätzlich versicherungsrechtlich nach den allgemeingültigen Grundsätzen zu beurteilen. Wie bei allen geringfügig entlohnt Beschäftigten sind ggf. Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung zu zahlen. Soweit es sich um einen geringfügig entlohnten Minijob handelt, wird das Arbeitsentgelt auf die Rente nicht angerechnet. Die Hinzuverdienstgrenze für Altersvollrentner, die die Regelaltersgrenze noch nicht erreichen, liegt seit dem 1.1.2021 bei 46.060 EUR (2020: 44.590 EUR). Bei einem Arbeitsentgelt i. H. v. 450 EUR/Monat (= 5.400 EUR/Jahr) werden diese Grenzen jedoch nicht überschritten.

Kurzfristige Beschäftigungen eines Rentners können sich auf die Rentenhöhe auswirken, wenn der zulässige Hinzuverdienst überschritten wird.

 
Achtung

Pauschalbeiträge zur Rentenversicherung

Der Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung ist selbst dann zu zahlen, wenn grundsätzlich keine Rentenversicherungspflicht mehr vorliegt (z. B. auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze).

 
Praxis-Beispiel

Pauschalbeiträge auch für Rentner in Minijobs

Ein 70-jähriger Altersrentner arbeitet 6 Stunden wöchentlich bei einem Monatsentgelt unterhalb der Entgeltgrenze i. H. v. 450 EUR. Der Arbeitnehmer ist in dieser Beschäftigung in der Kranken- und Rentenversicherung versicherungsfrei. Der Arbeitgeber hat für diesen geringfügig entlohnten Beschäftigten ungeachtet des Rentenbezugs und des Alters die Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung an die Minijob-Zentrale abzuführen.

 
Praxis-Beispiel

Minijob eines Rentners vor Vollendung des Regelrentenalters

Ein Rentner bezieht eine Altersvollrente vor Vollendung des Regelrentenalters und nimmt zum 1.7.2021 eine geringfügig entlohnte Beschäftigung auf.

Wie ist die Beschäftigung versicherungs- und beitragsrechtlich zu behandeln?

Ergebnis: Der Rentner ist in der geringfügig entlohnten Beschäftigung versicherungsfrei in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung sowie in der Pflegeversicherung nicht versicherungspflichtig. Da das Regelrentenalter noch nicht erreicht ist, löst die geringfügig entlohnte Beschäftigung grundsätzlich Versicherungspflicht in der Rentenversicherung aus. Auf Antrag ist jedoch eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht möglich.

In der Krankenversicherung sind Pauschalbeiträge i. H. v. 13 % durch den Arbeitgeber zu zahlen. Sofern in der Rentenversicherung Versicherungspflicht besteht, sind im Jahr 2021 Rentenversicherungsbeiträge aus einem Beitragssatz von 18,6 % zu zahlen. Wobei der Arbeitgeber 15 % und der geringfügig beschäftigte Rentner 3,6 % aufbringen muss. Als Mindestbemessungsgrundlage gilt in diesen Fällen ein Betrag von 175 EUR/Kalendermonat.

Liegt eine Befreiung von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung vor, sind Pauschalbeiträge i. H. v. derzeit 15 % durch den Arbeitgeber zur Rentenversicherung zu zahlen.

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