Praxis-Beispiele: Muttersch... / 8 Zuschuss nach dem Mutterschutzgesetz und VWL
 

Sachverhalt

Die Mutterschutzfrist einer Arbeitnehmerin, 25 Jahre, beginnt am 16.11.2019. Sie hat ein Gehalt von 2.050 EUR zzgl. 27 EUR VWL-Zuschuss, Steuerklasse IV/kein Kinderfreibetrag, 9 % Kirchensteuer. Sie ist gesetzlich krankenversichert bei einer Krankenkasse, die einen Zusatzbeitrag in Höhe von 1 % erhebt und ist noch kinderlos.

Ab 16.11.2019 erhält sie Mutterschaftsgeld von ihrer Krankenkasse. Der Arbeitgeber ist zu einem Zuschuss verpflichtet, wenn das Nettoarbeitsentgelt den Höchstbetrag des Mutterschaftsgeldes (13 EUR kalendertäglich) übersteigt. Der Zuschuss wird während der Schutzfrist in Höhe des Unterschieds zwischen dem Mutterschaftsgeld von 13 EUR und dem auf den Kalendertag entfallenden gesetzlichen Nettoarbeitsentgelt gezahlt.

Wie hoch ist der kalendertägliche Zuschuss des Arbeitgebers?

Lösung

Zunächst ermitteln Sie das kalendertägliche Netto der letzten 3 Monate:

  • Gesetzliches Netto der letzten 3 Monate / 90 Kalendertage = kalendertägliches Netto.
  • Kalendertägliches Netto ./. Mutterschaftsgeld (13 EUR) = kalendertäglicher Zuschuss des Arbeitgebers.
  • Kalendertäglicher Zuschuss des Arbeitgebers × tatsächliche Kalendertage des jeweiligen Monats = Zuschuss zum Mutterschaftsgeld des laufenden Monats.

Die Berechnung erfolgt mit gerundeten EUR-Werten.

Gehaltsabrechnung für einen vollen Monat bis einschließlich Oktober 2019:

 
Bruttogehalt eines vollen Monats bis Oktober   2.050 EUR
Vermögenswirksame Leistungen   + 27 EUR
Brutto gesamt   2.077 EUR
Lohnsteuer (angenommen) 208 EUR  
Solidaritätszuschlag (angenommen) 11 EUR  
Kirchensteuer (angenommen) 17 EUR  
Krankenversicherung (angenommen) 152 EUR  
Zusatzbeitrag Krankenversicherung (angenommen) 10 EUR  
Pflegeversicherung (angenommen) 37 EUR  
Rentenversicherung (angenommen) 193 EUR  
Arbeitslosenversicherung (angenommen) 26 EUR - 654 EUR
Nettoverdienst   1.423 EUR

Gesetzliches Netto der letzten 3 Monate:

1.423 EUR × 3 Monate = 4.269 EUR.

4.269 EUR / 90 Kalendertage = 47,43 EUR/Kalendertag.

47,43 EUR – 13 EUR Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse = 34,43 EUR kalendertäglicher Zuschuss des Arbeitgebers.

Das Gehalt bis zum 15.11.2019 ist anteilig zu ermitteln.

Ab dem 16.11.2019 sind bis zum Ende der Schutzfrist kalendertäglich 34,43 EUR an die Arbeitnehmerin zu zahlen.

Dabei handelt es sich um eine steuer- und beitragsfreie Lohnersatzleistung, die der Arbeitgeber als solche zu kennzeichnen hat. Diese Leistung unterliegt dem Progressionsvorbehalt.

Die Arbeitnehmerin erhält während der Mutterschutzfrist weiterhin die 27 EUR VWL-Überweisung (bezogen auf einen Kalendermonat) vom Arbeitgeber. Der Betrag bleibt als arbeitgeberseitige Leistung ab Dezember 2019 beitragsfrei, da die Bagatellgrenze von 50 EUR nicht überschritten wird. Für November 2019 gilt: Da die vermögenswirksame Leistung nicht allein wegen und für die Zeit des Sozialleistungsbezugs gewährt wird, ist die gesamte vermögenswirksame Leistung in Höhe von 27 EUR der Zeit zuzuordnen, in der noch Arbeitsentgelt erzielt worden ist. Daraus folgt, dass die vermögenswirksame Leistung im November 2019 in voller Höhe der Beitragspflicht unterliegt.

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