Organisation, Auswertung un... / 2.6.2 Detaillierte Datenanalyse (Ursachenanalyse)

Die detaillierte Datenauswertung erfolgt anhand von Varianz-, Zusammenhangs-(Korrelationen) und Unterschiedsanalysen. Durch diese Art der Prüfung können Zusammenhänge zwischen einzelnen Merkmalen und somit spezifische Fragestellungen hergestellt und beantwortet werden. So auch beispielsweise der Einfluss der Belastungen am Arbeitsplatz (schweres Heben/Tragen, Bewegungsmangel, Zeitdruck) auf die Beschwerden der Beschäftigten (z. B. Rückenschmerzen, Verspannungen). Ein weiterer interessanter Schritt ist der Vergleich zweier oder mehrerer Gruppen bzw. Variablen (z. B. die Belastungssituation je nach Abteilung oder Persönlichkeitsmuster). Eine Auswahl der gängigsten statistischen Testverfahren ist in Tab. 4 dargestellt. Bei der Wahl, wann welcher Test Anwendung findet, spielen vor allem die gewählte Skalierung der Variablen und die Art der Stichprobe (abhängig oder unabhängig) eine wichtige Rolle. Bei kleineren Stichproben (N ≤ 30) sollte vorab geprüft werden, ob eine Normalverteilung vorliegt.[1] Wenn nicht, bieten nicht-parametrische Tests (z. B. Rangkorrelationen, U-Test) eine sichere Alternative, bei der (fast) nichts schiefgehen kann.

Tab. 4: Auswahl statistischer Testverfahren

 
Praxis-Beispiel

Stuttgarter Beispielunternehmen

Im Beispiel des Stuttgarter Unternehmens wurden u. a. folgende Testverfahren angewendet:

  • Rangkorrelation Kendalls Tau zur Erfassung der Einflussfaktoren auf Beschwerden,
  • Chi2-Test für die Ursachenanalyse des Führungsproblems,
  • Cramers V und H-Test (Kruskall-Wallis) für die weitere Analyse der Burnout-Anfälligkeit.

Die detaillierte Ursachenanalyse hat ergeben:

  • Ständiges Sitzen und Bildschirmarbeit haben Einfluss auf Rückenschmerzen und Verspannungen. Schlechte Zusammenarbeit im und zwischen den Teams sowie Termin- und Leistungsdruck sind weitere Gründe für Verspannungen und Müdigkeit.
  • Ursachen des Führungsproblems liegen primär bei geringen Entwicklungs-/Aufstiegschancen, mangelnder Anerkennung und Mitgestaltung bei neuen Lösungen sowie der schlechten Zusammenarbeit zwischen den Teams.
  • Stressoren und Arbeitsbedingungen (insbesondere Termin- und Leistungsdruck, hohe Verantwortung) korrelieren mit der Burnout-Anfälligkeit, wobei die 4 AVEM-Typen die Belastungssituation höchst unterschiedlich empfinden.
[1] Vgl. Diekmann (2012).

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