Infektionsschutz / 1 Infektionsschutz im betrieblichen Alltag

In Unternehmen begegnen sich immer viele Menschen und haben Kontakt miteinander. Daher besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit einer Verbreitung ansteckender Krankheiten. Aus Sicht des Betriebs sind folgende wesentliche Hygieneregeln einzuhalten:

  • geeignete Sanitäranlagen, Verwendung von Seifenspendern, Einmalhandtüchern oder Händetrocknern (keine gemeinschaftlichen Handtücher und Seifenstücke);
  • sachgerechter Umgang mit Lebensmitteln, auch in Teeküchen, Pausenräumen, Getränkeautomaten;
  • ordnungsgemäßes, gepflegtes Wasserversorgungssystem. Problematisch können sehr alte Verrohrungen, lange Leitungswege, "blinde" Leitungsfortsätze und wenig benutzte Entnahmestellen sein, besonders wenn das Wasser warm steht.
 
Achtung

Maßnahmen bei Epidemien

In besonderen Situationen, z. B. bei gehäuftem und/oder schwerwiegendem Infektionsgeschehen in der Bevölkerung, können im Betrieb folgende Vorsichtsmaßnahmen greifen:

  • Hinweise auf häufiges, gründliches Händewaschen, v. a. nach dem Toilettengang, vor dem Essen, gründliches Lüften;
  • Verzicht auf Körperkontakt im täglichen Umgang (Händeschütteln, Umarmungen);
  • größere Zusammenkünfte/Menschenansammlungen vermeiden.
 
Achtung

Corona-Pandemie 2020

Wegen des weltweit hohen Infektionsrisikos durch den SARS-CoV-2-Erreger ist aktuell auch für Deutschland eine sog. "epidemische Lage von nationaler Tragweite" nach § 5 IfSG festgestellt. Diese ermöglicht den zuständigen Behörden weitreichende Möglichkeiten bei der Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen, die u. a. in diversen länderspezifischen Erlassen zur Kontaktreduktion im öffentlichen Raum und zum Schutz besonderer Personengruppen (z. B. in der stationären Altenpflege) umgesetzt werden.

Arbeitgeber sind verpflichtet, die Leitlinien zum betrieblichen Infektionsschutz entsprechend des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards umzusetzen, v. a. die bestmögliche Einhaltung von Schutzabständen mit ggf. ergänzenden Maßnahmen sowie umfassende Möglichkeiten zur Händehygiene und das Fernhalten von Menschen mit Atemwegssymptomen aus den Betrieben. Die zuständigen Länderbehörden sowie die Unfallversicherungsträger können diesen Standard bei Bedarf spezifizieren.

Einen Überblick über die branchenspezifischen Arbeitsschutzvorgaben zu SARS-CoV-2 gibt die DGUV unter: https://www.dguv.de/de/praevention/corona/sonderseiten-corona/index.jsp.

Allgemeines Informationsmaterial zum Coronavirus gibt es u. a. bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (auch mehrsprachig) und unter www.infektionsschutz.de.

In vielen Betrieben werden im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsschutzes Impfungen durchgeführt. Als allgemein empfehlenswert gilt das im Fall der saisonalen Grippe. Viele Betriebsärzte gehen davon aus, dass das Angebot einer jährlichen Schutzimpfung für Erwerbstätige aus Sicht des Betriebs wie der Beschäftigten langfristig sinnvoll ist.

Besondere Impfaktionen sind u. U. bei entsprechendem Infektionsgeschehen angezeigt. In solchen Situationen sollten die aktuellen Hinweise des Robert-Koch-Instituts und die Beratung durch den Arbeitsmediziner berücksichtigt werden. Besondere Desinfektionsmaßnahmen sind im Betriebsalltag nur in Ausnahmefällen sinnvoll und sollten nur nach ärztlicher Beratung vorgenommen werden, weil ungezielte Desinfektionsmaßnahmen ausgesprochen kritisch sind (Gefahr von Haut- und Atemwegsproblemen durch Desinfektionsmittel, fehlende Effektivität).

Aufklärung über Infektionsrisiken und -vermeidung mit Themen wie allgemeiner Impfschutz, Hepatitis und HIV/AIDS sind als Maßnahme des betrieblichen Gesundheitsschutzes angebracht, z. B. im Hinblick auf junge Menschen oder auch in der Reisezeit.

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