Dienstwagenbesteuerung, FAQ

Kurzbeschreibung

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Dienstwagenbesteuerung, z. B. im Zusammenhang mit der Elektromobilität, der Entfernungspauschale und dem geldwerten Vorteil für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.

1. Elektromobilität

1.1 Muss man den Umweltbonus (vom Hersteller) beim Bruttolistenpreis wieder dazu rechnen, wenn dieser bei der Rechnung des Herstellers in Abzug gebracht wurde?
Ja.
1.2 Was ist bei der Fahrtenbuchmethode bei der Versteuerung von geleasten E-Dienstwagen zu beachten?
Bei der Dienstwagenbesteuerung für Elektro- und Hybridfahrzeuge erfolgt eine Halbierung bzw. Viertelung der Bemessungsgrundlage "Bruttolistenpreis". Bei der Fahrtenbuchmethode wird die zu berücksichtigende Abschreibung der Anschaffungskosten ebenfalls halbiert bzw. geviertelt. Wird ein geleastes oder gemietetes Kraftfahrzeug genutzt, sind die Leasing- oder Mietkosten nur zu 50 % bzw. zu 25 % zu berücksichtigen. Dabei handelt es sich nur um die "reine" Leasingrate für das Fahrzeug. Ebenso wie Abschreibungen werden andere Kosten wie z. B. Versicherung, Steuer etc. in voller Höhe in die Gesamtkosten des Fahrzeugs eingerechnet.
1.3 Gilt für die Berechnung der Umsatzsteuer auch die steuerliche Bemessungsgrundlage mit der gekürzten Bemessungsgrundlage "Bruttolistenpreis"?
Nein, die Steuerermäßigung für (Hybrid-)Elektrofahrzeuge gilt nicht bei der Umsatzsteuer. Für die Berechnung der Umsatzsteuer muss die ungekürzte Bemessungsgrundlage herangezogen werden.

2. Aufladen von E-Autos

2.1 Bisher war die Tankkarte bei Kfz mit Verbrennungsmotoren, mit welcher der Arbeitnehmer auf Kosten des Arbeitgebers tanken darf, in der Privatnutzungspauschale enthalten. Wie ist das bei E-Dienstwagen?
Das Laden des Firmenwagens ist auch bei E-Dienstwagen in der 1-%-Versteuerung enthalten.
2.2 Der Arbeitnehmer muss die Ladestation selbst anschaffen und zu Hause laden, es ist kein Zähler vorhanden und der Ladestrom wird nur vom allgemeinen Hausstrom gezogen. Kann der Arbeitgeber die Stromkosten steuer- und beitragsfrei erstatten? Wie berechnet man den Erstattungsbetrag?

Sofern es sich um eine Dienstwagenüberlassung handelt und 1 % für die Privatnutzung versteuert werden, ist der geldwerte Vorteil grundsätzlich steuerfrei nach § 3 Nr. 50 EStG. Allerdings wird es schwierig mit dem Nachweis, da eindeutig nachgewiesen werden muss, wie viel Strom für diesen Dienstwagen tatsächlich geladen wurde. Da dies schwierig umsetzbar ist, lässt die Finanzverwaltung zur Vereinfachung des steuer- und beitragsfreien Auslagenersatzes für das elektrische Aufladen eines E-Dienstwagens beim Arbeitnehmer zu Hause monatliche Pauschalen zu (BMF, Schreiben v. 29.9.2020, IV C 5 - S 2334/19/10009 :004, BStBl 2020 I S. 972, Rz. 24):

  • Wenn eine zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber besteht: Pauschale für Elektrofahrzeuge 30 EUR, für Hybridelektrofahrzeuge 15 EUR.
  • Ohne zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber: Pauschale für Elektrofahrzeuge 70 EUR, für Hybridelektrofahrzeuge 35 EUR.
2.3 Der Arbeitnehmer lädt seinen E-Dienstwagen zu Hause, ein separater Zähler ist vorhanden. Kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Laden des E-Dienstwagens laut Stromrechnung erstatten?
Ja. Es handelt sich um nachgewiesene Kosten des Dienstwagens, für die ein steuerfreier Auslagenersatz in Betracht kommt. Anstelle des Einzelnachweises können die in Frage 2.2 genannten Pauschalen steuer- und beitragsfrei erstattet werden.
2.4 Wie ist es steuerlich zu behandeln, wenn der Arbeitnehmer mit seinem privaten E-Auto kostenfrei Strom beim Arbeitgeber laden kann? Und wie, wenn der Arbeitgeber ihm die Ladungen vom Gehalt abziehen möchte?
Das Laden beim Arbeitgeber ist steuerfrei nach § 3 Nr. 46 EStG, unabhängig davon, ob der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den Ladestrom kostenfrei zur Verfügung stellt oder die Kosten dafür an den Arbeitnehmer weiterbelastet.
2.5 Kann der Arbeitgeber das Laden des privaten E-Autos an einer dienstlichen Ladestation untersagen? Oder muss er die Ladestation zur Verfügung stellen?
Der Arbeitgeber kann dies untersagen, es ist eine rein arbeitsrechtliche Entscheidung.

3. Entfernungspauschale

3.1 Muss bei der Berechnung der 1-%-Regelung für Dienstwagen bei der 0,03-%-Pauschale die Erhöhung der Entfernungspauschale ab 20 km auf 0,35 EUR berücksichtigt werden?

Die erhöhte Entfernungspauschale hat keine Auswirkungen auf die geldwerten Vorteile der Privatnutzung (1-%-Regelung) und des Zuschlags für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (0,03-%-Monatspauschale bzw. 0,002-%-Tagespauschale).

Sie ist allerdings für die Verrechnung der 0,03-%-Regelung mit der Pauschalierung der Fahrtkostenerstattung mit 15 % relevant, denn durch die erhöhte Entfernungspauschale kann sich das maximale Pauschalierungsvolumen erhöhen. D. h., mit der Erhöhung der Entfernungspauschale können Arbeitgeberzuschüsse für die Pkw-Nutzung ab 2021 bis zur Höhe der neuen Entfernungspauschale mit 15 % Pauschalsteuer belegt we...

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