Dienstwagen in der Entgelta... / 7.1 Arbeitnehmer zahlt Nutzungsentgelt

Nutzungsentgelte, die der Arbeitnehmer für die Überlassung eines Dienstwagens an seinen Arbeitgeber bezahlt, mindern den geldwerten Vorteil. Dies gilt sowohl für die 1-%-Regelung als auch für die Fahrtenbuchmethode. Das BMF grenzt in einem Schreiben die anrechenbaren Nutzungsentgelte von den übrigen auf den geldwerten Vorteil "Dienstwagen" nicht anrechenbaren Beteiligungen des Arbeitnehmers an den Betriebskosten ab.

Ein Nutzungsentgelt, das den geldwerten Vorteil aus der Nutzung eines Dienstwagens zu Privatfahrten, Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie Zwischenheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung mindert, ist ein arbeitsvertraglich oder dienstrechtlich vereinbarter

  • nutzungsunabhängiger pauschaler Betrag, z. B. eine feste Monatspauschale,
  • an den gefahrenen Kilometern ausgerichteter Betrag, z. B. eine Kilometerpauschale,
  • vom Arbeitnehmer übernommene Leasingraten oder
  • Betriebskosten in Form der vom Arbeitnehmer vollständig oder teilweise übernommenen Fahrzeugkosten.
 

Hinweis

Übernahme von Benzinkosten kürzen geldwerten Vorteil

Bisher durften nur nutzungsunabhängige Pauschalzahlungen, kilometerabhängige Pauschalen sowie vom Arbeitnehmer übernommene Leasingraten zu einer Minderung des "Nutzungswerts Dienstwagen" führen. Keine Anrechnung erfolgte für die vom Arbeitnehmer getragenen laufenden Betriebskosten des Dienstwagens, insbesondere die arbeitnehmerseitig gezahlten Benzinkosten waren von der Kürzung des Nutzungswerts als Arbeitslohn ausgeschlossen.

In mehreren Urteilen hat der BFH seine Rechtsauffassung aber dahin gehend geändert, dass auch individuelle Betriebskosten vorteilsmindernd anzurechnen sind. Die Finanzverwaltung folgt der Rechtsprechung und rechnet nun individuelle Fahrzeugkosten, wie z. B. vom Arbeitnehmer gezahltes Benzingeld, auf den geldwerten Vorteil aus der Privatnutzung und Nutzung zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte an. Dies gilt grundsätzlich unabhängig davon, mit welcher Methode der geldwerte Vorteil für die Nutzung des Firmenwagens ermittelt wird (1-%-Regelung oder Fahrtenbuchmethode). Der entscheidende Grund für die Minderung des geldwerten Vorteils besteht darin, dass der Arbeitnehmer in Höhe des Nutzungsentgelts nicht bereichert ist. Die Finanzverwaltung wendet die Rechtsprechung des BFH in allen noch offenen Fällen an.

Anrechenbare Betriebskosten

Anrechenbare, vom Arbeitnehmer selbst getragene individuelle Kraftfahrzeugkosten sind sämtliche Fahrzeugaufwendungen, die bei der Fahrtenbuchmethode in die Gesamtkostenberechnung für die Ermittlung des für den geldwerten Vorteil maßgebenden Kilometersatzes einzubeziehen sind. Dies gilt auch für

  • einzelne Kraftfahrzeugkosten, die zunächst vom Arbeitgeber verauslagt und dem Arbeitnehmer später weiterbelastet werden, oder
  • vom Arbeitnehmer zunächst geleistete pauschale Abschlagszahlungen, die später anhand der tatsächlich entstandenen Kraftfahrzeugkosten am Ende des Jahres abgerechnet werden.

Die folgende beispielhafte Aufzählung verdeutlicht, bei welchen Aufwendungen es sich um anrechenbare Gesamtkosten eines Firmenwagens handelt.

 

Praxis-Beispiel

Zu den Gesamtkosten gehören insbesondere

  • Treibstoffkosten (Benzin, Diesel, Ladestrom bei Elektrofahrzeugen),
  • Wartungs- und Reparaturkosten,
  • Kraftfahrzeugsteuer,
  • Beiträge für Fahrzeugversicherungen, etwa die Kfz-Haftpflicht oder Kaskoversicherungen,
  • Garagen- oder Stellplatzmiete,
  • Aufwendungen für Anwohnerparkplätze und
  • Aufwendungen für die Wagenpflege.

Nicht zu den Gesamtkosten zählen Straßen- und Tunnelbenutzungsgebühren, Fährkosten, Parkgebühren, Aufwendungen für Insassen- und Unfallversicherungen sowie Verwarnungs-, Ordnungs- und Bußgelder.

Pflicht zur Anrechnung im Lohnsteuerabzugsverfahren

Als Folge der geänderten Rechtsprechung ist der Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet, im Lohnsteuerabzugsverfahren individuelle Kraftfahrzeugkosten des Arbeitnehmers bei der Nutzungswertermittlung anzurechnen. Dies gilt unabhängig davon, ob der Nutzungswert pauschal (1-%-Regelung, 0,03-%-Regelung) oder anhand eines Fahrtenbuchs individuell ermittelt wird. Diese Verpflichtung des Arbeitgebers soll nur dann nicht bestehen, wenn sie ausdrücklich arbeitsvertraglich ausgeschlossen wurde. Will der Arbeitgeber sich nicht darauf einlassen, muss dies im Arbeitsvertrag oder einer anderweitigen arbeitsrechtlichen Grundlage entsprechend geregelt werden.

 

Praxis-Beispiel

Anrechnung der vom Arbeitnehmer getragenen Benzinkosten bei der 1-%-Methode

Einem Arbeitnehmer wurde 2018 ein Firmenfahrzeug mit einem Bruttolistenpreis von 32.000 EUR zur Verfügung gestellt, das er auf eigene Kosten betanken muss. Er darf es für private Fahrten und für seine arbeitstäglichen Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte (Entfernung von der Wohnung 10 km) nutzen. Aus den vom Arbeitnehmer vorgelegten Unterlagen ergibt sich, dass er 2017 bei einer Gesamtfahrleistung von 15.000 km Treibstoffkosten i. H. v. 1.820 EUR getragen hat.

Ergebnis: Für 2018 ergibt sich ein geldwerter Vorteil von 4.992 EUR (1 % x 32.00...

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