Die Meisterprüfung im Handwerk / 3.7.2 Prüfung der fachtheoretischen Kenntnisse (Teil II)

Auch für die Prüfungsanforderungen für den Teil II der Meisterprüfung gibt es Rechtsvorschriften, die dem stetigen Wandel in den Anforderungsprofilen unterworfen sind.

 
Praxis-Beispiel

Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk

Hier wird in 3 Bereichen abgeprüft:

1. Kraftfahrzeuginstandhaltungstechnik und Kraftfahrzeugtechnik,

2. Auftragsabwicklung und

3. Betriebsführung und Betriebsorganisation.

Dabei soll der Prüfling übergreifend arbeiten, er soll durch Verknüpfung technologischer, ablauf- und verfahrenstechnischer, werkstofftechnischer und mathematischer Kenntnisse nachweisen, dass er Probleme analysieren und bewerten sowie geeignete Lösungswege aufzeigen und dokumentieren kann.

Die Prüfung erfolgt damit sehr nahe am Kundenauftrag.

Die schriftliche Prüfung ist in einem der 3 Fächer auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese das Bestehen der Meisterprüfung ermöglicht. Dabei werden die jeweilige schriftliche und mündliche Prüfung im Verhältnis 2 : 1 gewichtet.

Als Mindestvoraussetzung ist eine insgesamt ausreichende Leistung gefordert. Allerdings müssen in jedem der 3 Fächer mindestens 30 von 100 Punkten erreicht werden, sonst muss die Prüfung für dieses Fach in einer Wiederholungsprüfung noch einmal abgelegt werden.

Der Prüfling ist von der Ablegung einzelner Teile der Meisterprüfung befreit, wenn er eine dem jeweiligen Teil der Meisterprüfung vergleichbare Prüfung aufgrund einer nach § 42 Abs. 1 oder § 51a Abs. 1, 2 HwO oder einer aufgrund von § 53 Berufsbildungsgesetz erlassenen Rechtsverordnung oder eine andere vergleichbare Prüfung vor einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Bildungseinrichtung oder vor einem staatlichen Prüfungsausschuss erfolgreich abgelegt hat.[1] Er ist von der Ablegung der Teile III und IV befreit, wenn er die Meisterprüfung in einem anderen zulassungspflichtigen oder zulassungsfreien Handwerk oder in einem handwerksähnlichen Gewerbe bestanden hat.[2]

Auf den Teil II der Meisterprüfung kann damit u.  a. die jeweils entsprechende Technikerprüfung angerechnet werden, wenn sie bestanden wurde.

 
Praxis-Beispiel

Anerkennung einer vergleichbaren Prüfung

Die bestandene Abschlussprüfung einer Technikerschule in der Fachrichtung Kraftfahrzeugtechnik wird als Teil II der Meisterprüfung im Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk angerechnet.

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