Zusammenfassung

 
Begriff

Das Betriebsklima spielt für die Zufriedenheit von Beschäftigten eine wichtige Rolle. Vor allem weiche Faktoren, wie Wertschätzung, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Kooperations-, Team- und Kommunikationsfähigkeit, geben den Ausschlag in die richtige Richtung. Aber auch objektiv messbare Bedingungen, wie Sozialleistungen, Bezahlung, Verhalten von Vorgesetzten, Organisation oder Leistungsdruck, nehmen Einfluss darauf, ob das Klima im Betrieb gut oder schlecht ist.

Die Stimmung, die bei der Arbeit herrscht, kann entscheidend für die Gesundheit der Beschäftigten sein. Und sie kann sich auf die emotionale Bindung dem Arbeitgeber gegenüber auswirken. Langfristig ist das Betriebsklima also auch für den Erfolg eines Unternehmens ausschlaggebend.

1 Allgemeine Grundsätze des Arbeitsschutzgesetzes

Der Arbeitgeber muss bei Maßnahmen des Arbeitsschutzes u. a. von folgenden allgemeinen Grundsätzen ausgehen (§ 4 ArbSchG):

  • Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird.
  • Gefahren sind an ihrer Quelle zu bekämpfen.
  • Maßnahmen sind so zu planen, dass sie Technik, Arbeitsorganisation, sonstige Arbeitsbedingungen, soziale Beziehungen und Einfluss der Umwelt auf den Arbeitsplatz sachgerecht verknüpfen.
  • Den Beschäftigten sind geeignete Anweisungen zu erteilen.

2 Ursachen für ein schlechtes Klima

Werden eingespielte Teams umstrukturiert, Abteilungen ausgelagert oder Arbeiten anders verteilt, verunsichert das die Beschäftigten. Meist funktioniert dann nicht mehr alles reibungslos. Die Stimmung kippt v. a. dann, wenn bewährte Strukturen verändert werden und die Gründe für die Betroffenen nicht nachvollziehbar sind.

Herrscht in einem Betrieb lange Zeit ein Klima, das von Unsicherheit, Angst, unsolidarischem Verhalten, Ungerechtigkeit oder mangelndem gegenseitigen Verständnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern geprägt ist, entwickelt sich daraus nach und nach ein schlechtes Betriebsklima.

 
Praxis-Beispiel

Vertrauen oder Misstrauen?

Wenn Mitarbeiter ihren Vorgesetzten vertrauen, gehen sie im Zweifelsfall davon aus, dass alles seine Richtigkeit hat. Wenn sie aber misstrauen, vermuten sie bei jeder Sache, die nicht vollständig transparent ist, dass eine "Schweinerei dahinter steckt". Besonders heftig fallen die Spekulationen aus, wenn eine Führungskraft schon einmal einseitig und manipulativ mit Informationen umgegangen ist. Um das Misstrauen der Mitarbeiter dann wieder abzubauen, braucht es lange Zeit sowie verlässliche und transparente Kommunikation. Manchmal ist sogar eine schriftliche Betriebsvereinbarung notwendig, damit sich neues Vertrauen aufbauen kann.

2.1 Negative Folgen

Wenn ein Unternehmen Personal und Kosten einspart, steigen in der Belegschaft Konkurrenz- und Leistungsdruck. Das wirkt sich fast immer auch auf den Umgang miteinander aus. Das Betriebsklima verschlechtert sich. Die Folgen sind im persönlichen wie wirtschaftlichen Bereich zu spüren.

Ist das Klima schlecht,

  • lässt die Motivation nach,
  • sinkt die Arbeitsfreude,
  • steigt die Arbeitsunlust,
  • belastet das die Psyche,
  • können Konflikte vermehrt zu Mobbing führen,
  • ist die "innere Kündigung" oft nur eine Frage der Zeit,
  • nimmt der Krankenstand zu,
  • verschlechtert sich das Produktionsergebnis.

2.2 Gesundheitliche Beschwerden

Mehr als ein Viertel derer, die das Betriebsklima in ihrem Unternehmen als schlecht bewerten, sind laut Wissenschaftlichem Institut der AOK (WIdO) mit ihrer Gesundheit unzufrieden. Wer längere Zeit in einem schlechten Betriebsklima arbeitet, hat ein höheres Risiko zu erkranken. Das zeigen die Ergebnisse des AOK Fehlzeiten-Reports 2018:[1]

  • 12,1 Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) verzeichnete die AOK im Durchschnitt.
  • Auf 19,6 AU-Tage kamen die Beschäftigten, die unter schlechten Arbeitsbedingungen und in einem schlechten Betriebsklima arbeiten.
  • Nur 9,4 Fehltage hatten dagegen diejenigen, die sich bei der Arbeit wohlfühlen und sie als sinnhaft ansehen.

Steigt der Leistungs- und Zeitdruck durch krankheitsbedingte Ausfälle, kann sich das auf die Stimmung des Einzelnen niederschlagen. Die Folge ist dann nicht selten ein Domino-Effekt: nach und nach fallen immer mehr Mitarbeiter aus.

3 Die Balance hin zum Guten

Menschen sind keine Maschinen. Sie haben Bedürfnisse und Interessen. Und als soziale Wesen bauen sie untereinander Beziehungen auf. Die Qualität dieser Kontakte ist entscheidend für das Betriebsklima.

3.1 Geben und Nehmen

Beim Zusammenarbeiten kann es auch einmal zu Unstimmigkeiten oder Reibereien kommen. Doch die Atmosphäre am Arbeitsplatz und im Kollegenkreis sollte überwiegend gut sein. So sollte z. B. das Verhältnis von Geben und Nehmen stimmen. Denn dann fühlen sich Beziehungen – auch in der Arbeitswelt – gut an und vermitteln Sicherheit.

3.2 Miteinander von Alt und Jung

Der Stellenwert der Arbeit hat sich in der Gesellschaft in den vergangenen Jahren gewandelt. Für die sog. Babyboomer, die allmählich in Rente gehen, sind Status und ein möglichst hohes Gehalt wichtig. Dafür nehmen sie auch einen überdurchschnittlichen Einsatz in Kauf. Für die Jüngeren steht Freude an der Arbeit ganz oben, wie...

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