Beschäftigtendatenschutz be... / 1.4 Social Media Guidelines

Im Folgenden sollen Hinweise und Anregungen gegeben werden, um für das Unternehmen passende Social-Media-Guidelines zu erstellen, die für eine ausgewogene Nutzung von sozialen Netzwerken und kommunikativen Online-Medien sorgen.

Die folgenden Punkte und Überlegungen sollten berücksichtigt werden:

  • Unternehmensausrichtung: (Er-)klären Sie das Außenbild des Unternehmens, das in der Öffentlichkeit dargestellt werden soll. Zeigen Sie ein Bild oder eine Vision auf, die dem Einzelnen deutlich macht, wie das Unternehmen wirken soll.
  • Bedeutung von Social Media: Folgende Fragen sollten Sie klären: Wie wichtig ist "Social Media" für die Unternehmensziele? Von wie vielen Mitarbeitern werden diese zumindest zum Teil beruflich genutzt? Welche Bereiche des Unternehmens haben Berührungspunkte zu diesen Medien? Macht vielleicht eine Untergliederung mit unterschiedlichen Anweisungen je nach Aufgabenbereich Sinn?
  • Ist es notwendig, das Persönlichkeitsrecht der Mitarbeiter durch Pseudonyme zu schützen, sodass ein Rückschluss auf die echte Person nicht möglich ist?
  • Erläuterung von Haftungsrisiken: Erklären Sie die rechtlichen Fallstricke, die sich aus Meinungsäußerungen oder der Verwendung fremder Inhalte wie Bilder oder Videos ergeben können. Zeigen Sie die wettbewerbsrechtlichen Grenzen von Marketing-Maßnahmen auf.
  • Legen Sie eindeutig fest, ob Ihre Guidelines nur unverbindliche Hinweise sein sollen – dann sind keine arbeitsrechtlichen Maßnahmen bei Verstößen möglich – oder ob diese verbindliche Regelungen darstellen sollen, die im Zweifel auch arbeitsrechtliche Auswirkungen haben können.

Sollen die Guidelines verbindlich sein, achten Sie auf die Einhaltung folgender Punkte:

  1. Halten Sie Guidelines sachlich und nachvollziehbar.
  2. Legen Sie die Verbindlichkeit eindeutig fest und weisen Sie auf Konsequenzen hin.
  3. Legen Sie Regelungen nur im Rahmen des Weisungsrechts und
  4. nur eingeschränkt für den privaten Bereich (vgl. oben zur Betriebstreue) fest.
  5. Beachten Sie ggf. Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates.

Guideline-Inhalte, die geregelt werden können:

  • Einleitung bzw. Erläuterung, wozu die Guidelines dienen
  • Wer ist zuständig für Koordination von Social Media im Unternehmen?
  • Umfang der dienstlichen bzw. privaten Nutzung während und außerhalb der Arbeitszeit
  • Verantwortung des Einzelnen für Inhalte
  • Vorgehen beim Anlegen neuer Projekte
  • Compliance: Wie halte ich rechtliche Vorgaben ein?
  • Transparenz: Bin ich privat oder beruflich unterwegs?
  • Verhalten und Auftreten, Ausdrucksweise
  • Wahrheitspflicht
  • Umgang mit

    • Kritik
    • Mitbewerbern
    • Fehlern
    • Unsachlichkeit anderer
    • Löschen von Beiträgen
    • rechtwidrigen Inhalten
    • Krisensituationen
  • Welche Inhalte sind gewünscht?
  • Umgang mit Interna und Betriebsgeheimnissen
  • Folgen bei Verstößen gegen Guidelines
  • Was tun bei Fragen und Zweifeln?

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