bAV: Direktversicherung, Pe... / 7.3.3 Arbeitgeberwechsel, Vertragsänderung, Neuabschluss, Änderung der Versorgungszusage

Wurde für einen Arbeitnehmer vor dem 1.1.2018 mindestens ein Beitrag zutreffend nach § 40b EStG in einer vor dem 1.1.2005 geltenden Fassung pauschaliert, liegen bei diesem Arbeitnehmer die persönlichen Voraussetzungen für die Anwendung der Pauschalierung für Zuwendungen an Direktversicherungen und kapitalgedeckte Pensionskassen ein Leben lang vor. Ohne Bedeutung sind Vertragsänderungen, Neuabschlüsse, Änderungen der Versorgungszusage, Arbeitgeberwechsel o. Ä. Bei einem Arbeitgeberwechsel kann der neue Arbeitgeber die Pauschalierung durchführen, wenn der Arbeitnehmer nachweist, dass vor dem 1.1.2018 mindestens ein Beitrag nach § 40b EStG in einer vor dem 1.1.2005 geltenden Fassung pauschal versteuert wurde. Der Nachweis kann z. B. durch Vorlage einer Gehaltsabrechnung oder durch die Bescheinigung der Versorgungseinrichtung oder des ehemaligen Arbeitgebers erfolgen.

 
Praxis-Beispiel

Pauschalierung nach Arbeitgeberwechsel

Für einen Arbeitnehmer wurden seit 2004 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis am 30.6.2021 von seinem Arbeitgeber Beiträge zu einer Direktversicherung (Kapitallebensversicherung) i. H. v. 1.752 EUR eingezahlt, die pauschaliert wurden. Sein neuer Arbeitgeber versichert den Arbeitnehmer

  1. in einer Pensionskasse,
  2. in einem Pensionsfonds.

Die Zuwendungen betragen in 2021 4.000 EUR.

Ergebnis: Im Fall 1 kann der neue Arbeitgeber die Beiträge zur Pensionskasse in 2021 bis zu 1.752 EUR pauschalieren. Der Zeitpunkt der Versorgungszusage ist ohne Bedeutung. Entscheidend ist allein, dass für den Arbeitnehmer irgendein Beitrag vor dem 1.1.2018 zutreffend pauschaliert wurde. Der übersteigende Betrag von 2.248 EUR bleibt steuerfrei, da das steuerfreie Volumen 5.064 EUR beträgt (6.816 EUR – 1.752 EUR).

In 2021 können alter und neuer Arbeitgeber das Pauschalierungsvolumen von 1.752 EUR nutzen.

Im Fall 2 sind die Beiträge an den Pensionsfonds zwingend steuerfrei zu belassen (max. bis 6.816 EUR). Die Pauschalierung ist nur für Beiträge zu Direktversicherungen und kapitalgedeckte Pensionskassen möglich.

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