Leitsatz (redaktionell)

1. Bindungsklauseln einer Gratifikationszusage gelten nicht für den Fall einer betriebsbedingten Kündigung. Unter einer Bindungsklausel versteht der Senat eine Klausel, wonach der durch Arbeitsleistung während des vollen Bezugszeitraums bereits erdiente Gratifikationsanspruch entfällt, wenn der Arbeitnehmer an dem in der Zusage vorgesehenen Stichtag in einem gekündigten Arbeitsverhältnis steht oder - im Fall einer Rückzahlungsklausel - vor einem außerhalb des Bezugszeitraums liegenden Stichtag ausscheidet (Bestätigung von BAG 1974-09-13 5 AZR 48/74 = AP Nr 84 zu § 611 BGB Gratifikation und BAG 1975-06-25 5 AZR 412/74 = AP 86 zu § 611 BGB Gratifikation).

2. Eine solche Bindungsklausel gilt auch nicht für den Fall, daß das Arbeitsverhältnis infolge einer vom Arbeitnehmer nicht veranlaßten und von ihm nicht zu vertretenden Befristung endet.

3. Durch Tarifvertrag kann nichts abweichendes bestimmt werden.

 

Normenkette

BGB §§ 162, 611

 

Verfahrensgang

LAG Düsseldorf (Entscheidung vom 26.01.1977; Aktenzeichen 6 Sa 1103/76)

 

Fundstellen

BAGE 31, 113-120 (LT1-3)

BAGE, 113

BB 1979, 1245-1246 (LT1-3)

DB 1979, 503-504 (LT1-3)

NJW 1979, 1221-1222 (LT1-3)

BetrR 1979, 154-155 (Lt1-3)

ARST 1979, 99-100 (LT1-2)

BlStSozArbR 1979, 186 (T1-3)

SAE 1980, 11-14 (LT1-3)

AP § 611 BGB Gratifikation (LT1-3), Nr 98

AR-Blattei, ES 820 Nr 76 (LT1-3)

AR-Blattei, Gratifikation Entsch 76 (LT1-3)

EzA § 611 BGB, Gratifikation, Prämie Nr 59 (LT1-3)

JuS 1979, 454-455 (OT1-3)

MDR 1979, 523-524 (LT1-3)

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