Leitsatz (redaktionell)

1. Der Freiwilligkeitsvorbehalt in Gratifikationszusagen wirkt im allgemeinen nur für die Zukunft und schließt Rechtsansprüche des Arbeitnehmers nur für spätere Jahre aus (Bestätigung von BAG 1961-10-18 1 AZR 75/61 = BAGE 11, 338 = AP Nr 69 zu Art 3 GG).

2.Der Ausschluß von Arbeitnehmern in gekündigter Stellung von der Gratifikationsgewährung muß eindeutig vereinbart sein. Er folgt nicht zwangsläufig aus dem allgemeinen Freiwilligkeitsvorbehalt.

3.In Gratifikationszusagen eingefügte Klauseln, die den Arbeitnehmer im Falle betriebsbedingten Ausscheidens von dem Anspruch ausschließen, sind regelmäßig unwirksam (Bestätigung des Urteils des Senats vom 1974-09-13 5 AZR 48/74 = AP Nr 84 zu § 611 BGB Gratifikation).

 

Normenkette

BGB § 611

 

Verfahrensgang

LAG Baden-Württemberg (Entscheidung vom 16.07.1974; Aktenzeichen 7 Sa 62/74)

ArbG Mannheim (Entscheidung vom 28.01.1974; Aktenzeichen 4 Ca 43/74)

 

Fundstellen

BB 1975, 1531-1532 (LT1-3)

DB 1975, 2089-2090 (LT1-3)

ARST 1976, 36-37 (LT2-3)

WM IV 1976, 42-44 (LT1-3)

AP § 611 BGB Gratifikation (LT1-3), Nr 86

EzA § 611 BGB, Gratifikation, Prämie Nr 47

JuS 1976, 196-197 (LT1-3)

PERSONAL 1975, 285 (LT1-3)

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