Arbeitsförderung / 5.1 Förderung für Arbeitslose/geringqualifizierte Beschäftigte

Zu dieser Zielgruppe gehören Personen, bei denen eine Weiterbildung notwendig ist, um

  • sie bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern,
  • eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder
  • einen beruflichen Abschluss zu erlangen.[1]

Grundvoraussetzung ist zudem eine vorherige Beratung durch die Agentur für Arbeit. Die förderberechtigten Personen erhalten in der Regel einen Bildungsgutschein, mit dem sie selbst eine Maßnahme und einen Bildungsträger auswählen können, die für eine Förderung zugelassen sind. Informationen dazu enthält u. a. die Datenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.

 
Wichtig

Rechtsanspruch auf Förderung eines Berufsabschlusses

Personen, die nicht über einen Berufsabschluss verfügen, haben einen Rechtsanspruch auf Förderung einer entsprechenden Weiterbildungsmaßnahme. Damit sollen die Arbeitsmarktchancen von geringqualifizierten Arbeitnehmern verbessert und dem Fachkräftebedarf besser entsprochen werden. Der Rechtsanspruch ist jedoch u. a. von der persönlichen Eignung abhängig.[2] Eine Förderung kommt danach in Betracht, wenn die Antragsteller

  • nicht über einen Berufsabschluss (mit einer Ausbildungsdauer von grundsätzlich 2 Jahren) verfügen oder aufgrund einer mehr als 4 Jahre ausgeübten Beschäftigung in an- oder ungelernten Tätigkeiten eine ihrem Abschluss entsprechende Beschäftigung voraussichtlich nicht mehr ausüben können,
  • für den angestrebten Beruf geeignet sind,
  • voraussichtlich mit Erfolg an der Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen werden und
  • mit dem angestrebten Beruf ihre Beschäftigungschancen verbessern.

Die Förderung richtet sich sowohl an Arbeitslose als auch an Beschäftigte. Antragsteller ohne Berufsabschluss, die noch nicht 3 Jahre beruflich tätig gewesen sind, werden nur gefördert, wenn eine reguläre Berufsausbildung oder eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme aus in ihrer Person liegenden Gründen nicht möglich oder nicht zumutbar ist oder wenn die Weiterbildung in einem sog. Engpassberuf angestrebt wird. Zeiten der Kindererziehung oder einer Pflegetätigkeit werden bei der Berechnung des 3-Jahres-Erfordernisses wie Beschäftigungszeiten berücksichtigt.

5.1.1 Förderleistungen

Die Leistungen zur beruflichen Weiterbildung umfassen das Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung zur Sicherung des Lebensunterhalts in Höhe von 60 % bzw. 67 % des letzten pauschalierten Nettoentgelts und die Weiterbildungskosten.[1] Hierzu zählen:

  • Lehrgangskosten (Kosten für Lernmittel, Arbeitskleidung, Prüfungsstücke und Prüfungsgebühren) sowie Kosten für eine notwendige Eignungsfeststellung,
  • Fahrtkosten (ÖPNV oder Wegstreckenentschädigung nach dem Bundesreisekostengesetz) und
  • Kosten einer notwendigen Kinderbetreuung in Höhe von 140 EUR mtl. je Kind.

Bei auswärtiger Unterbringung können Pauschalen für Unterkunft (bis zu 60 EUR tgl., höchstens 420 EUR mtl.) und Verpflegung (bis zu 24 EUR tgl., höchstens 168 EUR mtl.) gezahlt werden.

5.1.2 Weiterbildungsprämie

Personen, die an einer abschlussbezogenen Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen, erhalten bei Bestehen einer Zwischenprüfung eine Prämie von 1.000 EUR und bei Bestehen der Abschlussprüfung eine Prämie von 1.500 EUR. Durch die Prämie sollen Maßnahmeabbrüche vermieden bzw. das Durchhaltevermögen und die Motivation der Teilnehmenden gesteigert werden. Die Prämienregelung ist befristet für Maßnahmen, die bis zum 31.12.2023 beginnen.[1]

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