Arbeitsentgelt/-lohn in der... / 3.2 Laufender Arbeitslohn

Regelmäßig wiederkehrende Leistungen des Arbeitgebers bezeichnet das Steuerrecht als laufenden Arbeitslohn. Hiervon sind unregelmäßige und einmalige Leistungen, sog. sonstige Bezüge, zu unterscheiden. Diese Abgrenzung ist für die Berechnung der einzubehaltenden Lohnsteuer wichtig, weil sie für die beiden Lohnformen nach anderen Regeln durchzuführen ist.

Zum laufenden Arbeitslohn gehören z. B.:

  • Monatsgehälter,
  • Wochen- und Tageslöhne,
  • Mehrarbeitsvergütungen,
  • Zuschläge und Zulagen und
  • geldwerte Vorteile aus der ständigen Überlassung von Dienstwagen zur privaten Nutzung.

Lohnsteuer bei laufendem Arbeitslohn

Die Lohnsteuer bemisst sich nach dem Arbeitslohn, den der Arbeitnehmer für den jeweiligen Lohnzahlungszeitraum bezieht. Dabei wird die vom laufenden Arbeitslohn einzubehaltende Lohnsteuer je nach Lohnzahlungszeitraum aus der Lohnsteuer-Tabelle für eine monatliche, wöchentliche oder tageweise Lohnzahlung ermittelt.

Auch Bezüge, deren Höhe schwankt – z. B. wegen der Leistung von Überstunden, bei Akkordlöhnen oder umsatzabhängigen Provisionen –, bleiben laufende Bezüge. Nachzahlungen und Vorauszahlungen von Arbeitslohn gehören ebenfalls zu den laufenden Bezügen, wenn sich der Gesamtbetrag jeweils ausschließlich auf Lohnzahlungszeiträume bezieht, die im Kalenderjahr der Zahlung enden. In diesem Fall ist die Nach- oder Vorauszahlung für die Berechnung der Lohnsteuer grundsätzlich den Lohnzahlungszeiträumen zuzurechnen, für die sie geleistet werden. Die Lohnsteuerberechnung der betreffenden Lohnzahlungszeiträume ist also zu korrigieren.

 

Praxis-Beispiel

Nachzahlung von laufendem Arbeitslohn

Ein Arbeitnehmer erhält wegen eines Fehlers bei der Lohnabrechnung März im Dezember eine Nachzahlung für den Monat März.

Ergebnis: Die Lohnabrechnung für den Monat März muss geändert und die Lohnsteuer für diesen Monat neu berechnet werden.

Diese Regelung kann insbesondere dann einen erheblichen Verwaltungsaufwand für den Arbeitgeber zur Folge haben, wenn in den abgelaufenen Lohnzahlungszeiträumen unterschiedliche ELStAM zu beachten waren (z. B. schwankender Arbeitslohn, unterschiedliche Steuerklassen und Freibeträge).

 

Wichtig

Vereinfachungsregelung bei Voraus- und Nachzahlungen

Zur Vereinfachung der Lohnsteuerberechnung lässt die Finanzverwaltung zu, dass Nachzahlungen und Vorauszahlungen für andere Lohnzahlungszeiträume als sonstige Bezüge behandelt werden, wenn der Arbeitnehmer dem nicht widerspricht. Eine Pauschalierung der Lohnsteuer mit dem betriebsindividuellen Pauschsteuersatz ist für diese Lohnteile hingegen nicht zulässig.

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