Weitere Möglichkeiten für die Besetzung von Stellen oder einzelnen Projekten:

  • Crowdsourcing, d. h. Arbeit wird digital für eine Crowd ausgeschrieben (z. B. über clickworker). Wobei Crowdsourcing bislang in Deutschland noch wenig genutzt wird.
  • Dienstverträge mit Freelancern, also freien Mitarbeitern.
  • Werkverträge mit Unternehmen (ggf. beide Varianten auch im Ausland).

Da weder Arbeitsverhältnisse noch arbeitnehmerähnliche Verhältnisse entstehen, werden diese regelmäßig rechtlich sowie faktisch nicht dem Personalmanagement zugeordnet. Beim Crowdworking wird teilweise gänzlich auf Freiwilligkeit gesetzt. Es entstehen so allenfalls Sach- und keine Personalkosten, die "Erschließung" dieser Ressourcen findet häufig nicht über den Personalbereich statt, sondern über den Einkauf. Dies kann und muss (zukünftig) diskutiert werden. So wie derzeit mit Blick auf Crowdworker, für die z. B. Gewerkschaften einen Heimarbeitsstatus und damit arbeitnehmerähnliche Rechte vorschlagen. Momentan sind laut Erhebungen rund 90 %[1] der noch kleinen Zahl an Crowdworkern hauptamtlich in einem Angestelltenverhältnis oder verbeamtet, als Schüler, Auszubildender oder Student noch in der Ausbildung oder bereits in Rente. Die meisten der "Klickarbeiter "sehen ihre Tätigkeit dann oft eher als intensive Freizeitbeschäftigung. Da in der Regel über diese Tätigkeiten auch keine Absicherung (im Falle von Krankheit, Pflegebedarf, Arbeitslosigkeit und mehr) besteht, spricht die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler Stiftung auch von "digitalen Tagelöhnern". Eine Ein- und Abgrenzung wird schwer, denn unter den Begriff werden sehr unterschiedliche Tätigkeiten gefasst: Auf der einen Seite stehen sehr simple Aufgaben, wie z. B. Klicks und Likes zu generieren. Außer einem (mobilen) Endgerät und einem Internetzugang bringen sie keine spezifischen Anforderungen mit sich. Auf der anderen Seite finden sich komplexe Projekte und hoch qualifizierte Experten. So z. B. bei der Entwicklung von Software oder E-Learnings, die in einzelne Auftragspakete zerlegt und verteilt und nachher wieder zusammengesetzt werden. Allen gemein ist die virtuelle Ausgestaltung des (Zusammen-)Arbeitens. Eine von der IG Metall initiierte Übersicht über verschiedene Plattformen und eine Bewertung dieser mit Blick auf die Arbeitsbedingungen für Crowdworker findet sich unter faircrowd.work.

Auch auf betrieblicher Ebene sollten sich Personalverantwortliche mit Blick auf den Umgang mit freien Dienst- und Werkauftragnehmern sowie anderen Personen kritisch beschäftigen. Dies ggf. zusammen mit dem Sozialpartner. Nicht zuletzt ist der Umgang mit ihnen auch gesetzlich nicht klar geregelt. Ganz unabhängig von der Vertragsform ist die Frage, ob eine Einstellung im Sinne von § 99 BetrVG vorliegt, durch den Hinweis auf eine "Eingliederung" in den Betrieb nicht klar geregelt. Liegt eine solche vor, greift die Mitbestimmungspflicht des Betriebsrates.

[1] Vgl. Lemmer, 2016, S. 17.

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